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Aus der Nähe betrachtet können Heuschrecken durchaus faszinierende Seiten haben.
Aus der Nähe betrachtet können Heuschrecken durchaus faszinierende Seiten haben.(Foto: picture alliance / dpa)

Gute Ergänzung zu Aktien: Private Equity bietet viele Vorteile

"Heuschrecken" sind besser als ihr Ruf. Unternehmen können mit Private Equity günstig ihr Wachstum finanzieren - das ist gerade für den Mittelstand wichtig. Anleger profitieren davon. Verschiedene Spielarten erläutert Vermögensverwalter Carsten Riehemann.

Der deutsche Mittelstand will in diesem Jahr kräftig investieren. Denn die Geschäfte von Firmen wie Autozulieferern oder Maschinen- und Metallbauern laufen prächtig. Allerdings verfügt der deutsche Mittelstand traditionell über wenig Eigenkapital. Abhilfe schafft Private Equity. Auch Kleinanleger profitieren davon.

Carsten Riehemann ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Vermögensverwaltung Albrecht, Kitta & Co. und seit Mitte der 90er Jahre als Vermögensverwalter und Vermögensberater für Unternehmer, Privatkunden und Stiftungen tätig.
Carsten Riehemann ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Vermögensverwaltung Albrecht, Kitta & Co. und seit Mitte der 90er Jahre als Vermögensverwalter und Vermögensberater für Unternehmer, Privatkunden und Stiftungen tätig.

Der ehemalige SPD-Parteichef Franz Müntefering schmähte einst Private Equity-Gesellschaften als Heuschrecken, die Firmen aussaugen, um kurzfristig Gewinne zu erzielen. Das mag zum Teil zutreffen, ist aber nicht die ganze Wahrheit. Finanzinvestoren sind häufig durchaus willkommen. Private Equity ist außerbörsliches Eigenkapital, das Finanzinvestoren in Unternehmen anlegen. Diese können mit dem Geld frei von Zinslasten, die bei einem Bankkredit fällig werden, ihre Expansion finanzieren. Im Vergleich zur Finanzierung über die Börse besteht der Vorteil darin, dass die Bücher nicht gegenüber der breiten Öffentlichkeit geöffnet werden müssen. Damit bleibt der Konkurrenz der Einblick in die Details des Geschäftsverlaufs verwehrt. Außerdem bringen Private Equity-Gesellschaften meistens Know-how und gute Kontakte in ihre Beteiligungen mit ein, die die entsprechenden Unternehmen gewinnbringend nutzen können. Als renditestarkes Investment steht Private Equity nicht nur großen, sondern auch kleinen Vermögen gegenüber offen.

1. Börsennotierte Beteiligungsgesellschaften

Eine Möglichkeit, in Private Equity zu investieren, sind Beteiligungsgesellschaften. Die in Deutschland größte und vielleicht damit auch bekannteste ist die Indus Holding. Die Firma wirbt mit dem Claim "Stark im Mittelstand". Die Beteiligungen von Indus erwirtschafteten 2012 zusammen einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro. Die Firmen stammen aus den Branchen Bau/Infrastruktur, Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und Gesundheitstechnik sowie Metalltechnik. Im Gegensatz zu den Beteiligung ist Indus selbst an der Börse notiert und kann dort wie eine VW- oder Daimleraktie geordert werden. Wir hatten Indus bereits im November als aussichtsreiche Aktie vorgestellt.

2. Direkte Unternehmensbeteiligung

Alternativ können Anleger auch in Unternehmen investieren, bei denen Private Equity-Gesellschaften engagiert sind. Prominentes Beispiel ist hier zum Beispiel die Hugo Boss AG. An dem Hersteller von Herren- und Damenmode ist die Beteiligungsgesellschaft Permira mit gut 55 Prozent engagiert. Dem Aktienkurs hat das Engagement von Permira durchaus gut getan. Der Titel entwickelte sich in den vergangenen drei Jahren rund 40 Prozentpunkte besser als der MDax. Hugo Boss ist börsennotiert und steht damit der breiten Investorenschaft offen. Schwieriger gestaltet sich die direkte Beteiligung an Unternehmen, bei denen sich Private Equity-Gesellschaften engagieren, die aber nicht an der Börse gelistet sind. In  diesem Fällen bieten sich börsengehandelte Indexfonds (ETFs) und geschlossene Fonds an.

3. ETFs

ETFs - Exchange Traded Fonds

ETFs sind eine preiswerte und transparente Alternative zu gemanagten Fonds. Grundsätzlich versuchen ETFs die Wertentwicklung von Indizes abzubilden. Das könnten Aktienindizes wie der Dax, aber auch Renten-, Rohstoff- oder Strategiebarometer sein. Auf diesem Weg sollen die Vorteile von Fonds wie etwa die breite Risikostreuung mit niedrigen Kosten verbunden werden. Doch Anleger partizipieren nicht nur bei steigenden Kursen annähernd 1:1 am Index, auch bei Kursrückgängen sind sie voll dabei - der Schutz eines aktiv gemanagten Fonds entfällt.

Eine sehr kostengünstige und breit gestreute Möglichkeit, in Private Equity zu investieren, bieten ETFs. Der S&P Listed Private Equity von iShares engagiert sich zum Beispiel schwerpunktmäßig bei den großen amerikanischen Beteiligungsgesellschaften wie Blackstone, Brookfield Asset Management oder KKR. Der Kurs des ETFs hat in den beiden zurückliegenden Jahren rund 50 Prozent zugelegt. Anleger können den S&P Listed Private Equity kostengünstig und ohne Ausgabeaufschlag auf Xetra ordern.

Mit einem Plus von 75 Prozent seit Anfang 2012 entwickelte sich der LPX MM Private Equity ETF von db x-trackers sogar noch erfolgreicher. Dieser ETF ist etwas weniger stark als der S&P Listed Private Equity in Nordamerika und dafür stärker in Europa positioniert. Auch dieser Indexfonds lässt sich kostengünstig an deutschen Handelsplätzen kaufen und verkaufen.

4. Geschlossene Fonds

Bei geschlossenen Beteiligungen favorisieren wir kleine Boutiquen, die neben dem eingesammelten auch eigenes Geld in Unternehmen investieren und direkt unternehmerischen Einfluss ausüben. Solche Investitionen sind allerdings an hohe Mindestanlagesummen geknüpft und damit nicht für jeden Anleger realisierbar. Bei geschlossenen Fonds mit geringeren Mindestanlagesummen gilt es ganz genau auf die damit verbundenen Kosten zu achten (Agio, weiche Kosten). Hier empfiehlt sich eine objektive Beratung von Fachleuten. Geschlossene Fonds sind faktisch während der Laufzeit zu fairen Preisen nicht zu verkaufen.

Unabhängig von der konkreten Ausgestaltung empfiehlt sich Private Equity als Ergänzung zum herkömmlichen Aktienportfolio – mit Beteiligungsgesellschaften und ETFs ist dies auch für kleinere Vermögen möglich.

Disclaimer

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Quelle: n-tv.de

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