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(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 13. Dezember 2016

Jahresendrally in voller Fahrt: Warum die Kurse weiter steigen

Ein Gastbeitrag von Marco Jansen

Die Aktien steigen und kaum ein Anleger ist so richtig dabei. Das ist schade. Denn alles sieht danach aus, als würden die Kurse weiter zulegen.

Jahresendrally? Kaum ein Investor mag das Wort in den Mund zu nehmen, aber wir sind schon mitten drin. Die Kurse wollen nach oben, egal was passiert. Brexit? Interessiert uns derzeit nicht. Die Verhandlungen beginnen ja erst nächstes Jahr. Trump? Wohl doch nicht so schlimm. Außerdem wirtschaftsfreundlich und ein erfolgreicher Geschäftsmann. Keine Verfassungsreform in Italien? Eigentlich gar nicht verkehrt. Wenn die politisch extremen Parteien bei den nächsten Wahlen gewinnen, können sie zumindest nicht durchregieren.

Egal, welche Nachricht auch kommt, sie wird derzeit von den Börsianern positiv interpretiert. Kurse machen Nachrichten und nicht umgekehrt – das gilt zumindest für die aktuelle Börsenphase. Seit dem Tief Anfang November ist der Deutsche Aktienindex Dax um fast 900 Punkte oder neun Prozent gestiegen. Dafür braucht der Index normalerweise ein ganzes Kalenderjahr.

Es gibt aber auch ein paar fundamentale Gründe, warum die Kurse derzeit steigen und warum das auch noch eine Zeit lang anhalten wird. So hatten sich zahlreiche institutionelle Anleger vor den Wahlen in den USA und in Italien abgesichert oder sind aus dem Markt ausgestiegen. Den Investoren steckte das Brexit-Votum in den Knochen. Es hatte viele schmerzhaft und vor allem unvorbereitet überrascht. So etwas sollte sich nicht wiederholen. Jetzt müssen diese Investoren Ihre Gegengeschäfte wieder auflösen und in den Markt zurückkehren – sprich kaufen.

Viele Institutionelle steigen außerdem jetzt noch einmal in den Markt ein, damit sie zum Jahresende ihren Kunden zeigen können, dass sie bei der Rally mit dabei waren. Je länger der Kursaufschwung läuft, desto stärker wird der Druck auf die Anleger – zumindest auf die institutionellen.

Dazu kommt die Erholung der Rohstoffpreise. Sie gilt als Indiz für ein intaktes Wirtschaftswachstum. Das ist wiederum gut für die Unternehmensgewinne und die entsprechenden Aktienkurse. Dasselbe gilt für die Inflation.

Risiken ausgeblendet

Marco Jansen hat mehr als 14 Jahre im Anlagemanagement und Private Banking bei der Deutschen Bank gearbeitet und verfügt über umfangreiche Kenntnisse bei sämtlichen Anlageformen und Produktkategorien im Wertpapierbereich. Bei Oberbanscheidt & Cie. managt der Vermögensverwalter seit 2014 eigenverantwortlich verschiedene Kunden-Portfolios.
Marco Jansen hat mehr als 14 Jahre im Anlagemanagement und Private Banking bei der Deutschen Bank gearbeitet und verfügt über umfangreiche Kenntnisse bei sämtlichen Anlageformen und Produktkategorien im Wertpapierbereich. Bei Oberbanscheidt & Cie. managt der Vermögensverwalter seit 2014 eigenverantwortlich verschiedene Kunden-Portfolios.

Schließlich ist die Risikoaversion der Anleger zurzeit vergleichsweise niedrig. Der VDax new notiert gerade einmal bei 16 Punkten und damit am unteren Bereich seiner Bandbreite der zurückliegenden drei Jahre. Das so genannte Angstbarometer errechnet sich aus den für die nächsten 30 Tage an den Terminmärkten erwartete Schwankungsbreite der Dax-Aktien. Ein VDax new von 16 Zählern heißt: Risiko ist bei den Anlegern derzeit kein Thema.

Dasselbe signalisiert derzeit auch der Goldpreis. Nach einem guten ersten Halbjahr dümpelt das Edelmetall nur noch vor sich hin. Seit Anfang Juli ist der Preis schon wieder um 16 Prozent gesunken. Gold ist aktuell nicht mehr als Risikoschutz gefragt, da die Anleger einfach keine Risiken befürchten. So einfach ist manchmal Börse.

Anleger, die jetzt noch rechtzeitig auf den fahrenden Börsenzug aufspringen möchten, sollten europäische Titel bevorzugen. Diese verfügen im Vergleich zu den schon gut gelaufenen US-Werten noch über deutliches Aufholpotenzial. Außerdem sind sie für die großen amerikanischen Investoren interessant, da diese nicht nur Kurs-, sondern auch Währungsgewinne vereinnahmen können. Nicht wenige sehen 2017 beim Dollar und Euro die Parität. Das würde eine Aufwertung des Greenbacks um weitere knapp sechs Prozent bedeuten.

Wenn die Angelsachsen vermehrt in Dax & Co. einsteigen, ist das auch gut für heimische Anleger. Von der steigenden Nachfrage profitieren auch ihre Aktienkurse. Und ein fallender Euro kann ihnen erst einmal so lange egal sein, wie sie keinen Urlaub in den USA planen.

Disclaimer

Diese Publikation dient nur zu Informationszwecken und zur Nutzung durch den Empfänger. Sie stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung seitens oder im Auftrag der Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Investmentfonds dar. Die in der vorliegenden Publikation enthaltenen Informationen wurden aus Quellen zusammengetragen, die als zuverlässig gelten. Die Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH gibt jedoch keine Gewähr hinsichtlich deren Zuverlässigkeit und Vollständigkeit und lehnt jede Haftung für Verluste ab, die sich aus der Verwendung dieser Information ergeben. www.oberbanscheidt-cie.de

Quelle: n-tv.de

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