Startseite
(Foto: REUTERS)
Dienstag, 21. November 2017

Ist der Bitcoin das neue Gold?: Kryptowährungen sind hochriskant

Ein Gastbeitrag von Marc-Oliver Lux

Bitcoin und Gold haben durchaus Gemeinsamkeiten. Doch die Unterschiede überwiegen. Vor allem als Risikoschutz schlägt Gold die Kryptowährung.

Der Reiz von Bitcoin und Gold ist, dass das Angebot beider Anlagen kaum wächst. Derzeit sind rund 17 Millionen Einheiten der Kryptowährung im Umlauf. Die maximale Stückzahl ist auf 21 Millionen begrenzt. Da das "Schürfen" von Bitcoin jedoch sehr große Rechnerkapazitäten benötigt und extrem viel Strom verbraucht, entsteht kaum noch neues digitales Geld. Gleichzeitig schießen aber andere Cyberwährungen wie Pilze aus dem Boden. Doch keine hat eine solche Bedeutung und genießt so viel Interesse wie Bitcoin.

Auch das Goldangebot nimmt nur äußerst schleppend zu. Hier ist zwar kein Ende der Vorräte absehbar. Doch der Abbau wird tendenziell schwieriger. Denn neue Lager befinden sich in immer tieferen Regionen. Zudem nimmt der Goldanteil im Gestein kontinuierlich ab. Pro Jahr werden weltweit etwas mehr als 3000 Tonnen des Edelmetalls gefördert. Nach Angaben des World Gold Council belief sich im vergangenen Jahr die Gesamtmenge von allem bisher weltweit geförderten Gold auf 187.200 Tonnen. Das zusätzliche Angebot liegt somit bei weniger als 1,7 Prozent pro Jahr.

Sowohl bei Bitcoin als auch bei Gold handelt es sich somit um knappe Güter, die kaum vermehrt werden. Das spricht im Prinzip für steigende Notierungen. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass der Preis nur wenig mit den Produktionskosten zusammenhängt. Wie sich der Preis für Bitcoin bildet, ist weitgehend intransparent. Es liegt die Vermutung nahe, dass er maßgeblich auf Spekulationen beruht. Das haben gerade wieder die Kurskapriolen der vergangenen Tage gezeigt.

Auch beim Goldpreis spielen die Produktionskosten eine untergeordnete Rolle. Hier findet die Preisfindung überwiegend an den Terminmärkten statt. Die Volumina, die hier gehandelt werden, sind ein Vielfaches größer als bei physischem Gold. Am ehesten können die Produktionskosten von Gold eine Preisuntergrenze darstellen. Wenn der Goldkurs unter die Marke von circa 900 US-Dollar fällt, rechnet es sich für die Minengesellschaften immer weniger, das Edelmetall abzubauen. Die Folge dürften zunehmende Schließungen von Produktionsstätten sein. Zurzeit notiert Gold jedoch deutlich höher.

Unabhängig von Aktien und Anleihen

Marc-Oliver Lux hat 1999 zusammen mit Frank Präuner die Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner gegründet. Dort verantwortet der langjährige Börsenexperte als Geschäftsführer u.a. die Kundenbetreuung und das Marketing.
Marc-Oliver Lux hat 1999 zusammen mit Frank Präuner die Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner gegründet. Dort verantwortet der langjährige Börsenexperte als Geschäftsführer u.a. die Kundenbetreuung und das Marketing.

Gold ist bei Anlegern auch deswegen so beliebt, weil es kaum mit anderen Vermögensklassen korreliert ist: Der Preis entwickelt sich weitgehend unabhängig von den Kursen von Aktien und Anleihen. Durch den Kauf von Gold lassen sich daher unliebsame Schwankungen im Vermögensportfolio glätten.

Ob das bei Bitcoin auch der Fall ist, muss sich erst noch zeigen. Die Cyberwährung gibt es noch keine zehn Jahre. In dieser Zeit sind Aktien und Anleihen stark gestiegen, Bitcoin unter starken Schwankungen jedoch ebenfalls. Wie sich der Kurs entwickelt, wenn Aktien oder Bonds einmal unter die Räder kommen, ist bislang offen. Es sind zumindest ernsthafte Zweifel erlaubt, ob Bitcoin zur Diversifikation des Vermögens brauchbar sind.

Schließlich werden Bitcoin in der Realwirtschaft nicht wirklich gebraucht. Die Blockchain-Technologie, auf der die Kryptowährung beruht, ist innovativ und kann in zahllosen Bereichen einen großen Fortschritt bedeuten. Bitcoins selbst bringen dagegen keinen wirklichen Mehrwert mit sich. Beim Gold sieht das kaum anders aus. Der überwiegende Teil wird zu Schmuck verarbeitet oder dient als Wertspeicher. Und genau das ist der große Unterschied zu Bitcoin und anderen Kryptowährungen.

Möglicher digitaler Totalverlust

Seit Jahrtausenden haben sich die Menschen darauf verständigt, dass Gold einen Wert hat. Für den Preis gibt es historische Ankerpunkte, anhand derer Anleger beurteilen können, ob das Edelmetall eher teuer oder preiswert ist. Der Goldkurs schwankt zwar, wird aber nie völlig verschwinden. Das ist bei Bitcoin nicht unbedingt der Fall. Es ist zwar denkbar und durchaus möglich, dass sich der Kurs noch einmal verdoppelt oder sogar vervielfacht. Genauso ist es aber auch denkbar, dass Bitcoin irgendwann einmal gar nichts mehr wert sind und Anleger einen Totalverlust erleiden.

Unter dem Strich ist Gold ein Wertspeicher und Risikoschutz für Anleger. Bitcoin und andere Kryptowährungen sind dagegen digitale Wetten für Spekulanten. Ein Goldersatz sind sie sicherlich nicht.

Disclaimer

Diese Publikation dient nur zu Informationszwecken und zur Nutzung durch den Empfänger. Sie stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung seitens oder im Auftrag der Dr. Lux & Präuner Vermögensverwaltung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Investmentfonds dar. Die in der vorliegenden Publikation enthaltenen Informationen wurden aus Quellen zusammengetragen, die als zuverlässig gelten. Die Dr. Lux & Präuner Vermögensverwaltung gibt jedoch keine Gewähr hinsichtlich deren Zuverlässigkeit und Vollständigkeit und lehnt jede Haftung für Verluste ab, die sich aus der Verwendung dieser Information ergeben.www.lp-vermoegensverwaltung.de

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen