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Auf einer Fischfarm in der Nähe des italienischen Brescia wird Thuinfisch geräuchert.
Auf einer Fischfarm in der Nähe des italienischen Brescia wird Thuinfisch geräuchert.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 09. Januar 2018

In Dividendenstars investieren: Hohe Renditen mit Lachsfarmen

Ein Gastbeitrag von Marco Jansen

Weltweit steigt die Nachfrage nach Speisefischen. Das Angebot stammt immer häufiger von Fischfarmen. Deren Betreiber bieten ungewöhnlich hohe Dividenden.

Fisch ist eiweißreich, fettarm und damit gesund. Kein Wunder, dass so ziemlich jeder der gerade zum Jahresanfang beliebten Diättipps den vermehrten Verzehr von Lachs & Co. empfiehlt. Das Potenzial für die entsprechenden Hersteller, vor allem für Farmbetreiber, ist immens. Erst sechs Prozent der weltweit von Menschen verbrauchten Proteine stammen von Fischen. Mehr als die Hälfte entfallen auf pflanzliche Produkte, rund ein Drittel liefern Landtiere.

Die Bedeutung von Fisch wächst aber kontinuierlich. 1995 lag der Verzehr weltweit bei 15 Kilo pro Kopf und Jahr, 2015 waren es schon mehr als 20 Kilo. In den zurückliegenden 20 Jahren wuchs der jährliche Lachskonsum weltweit um sieben Prozent per annum. Verantwortlich für die steigende Nachfrage nach Fisch sind das Wachstum der Weltbevölkerung, der zunehmende Wohlstand in den Schwellenländern und ein erhöhtes Gesundheitsbewusstsein in den Industrieländern.

Für die Meere bedeutet der wachsende Fischkonsum jedoch eine enorme Belastung. Nach Angaben des WWF sind schon heute 30 Prozent der Wildfischbestände überfischt. Im Mittelmeer sind es laut Europäischer Kommission sogar mehr als 90 Prozent. Experten schätzen, dass es global mittlerweile mehr als 2300 gefährdete Fischarten gibt. Im Jahr 2000 lag die Zahl noch bei rund 750.

Fischfarmen gewinnen an Bedeutung

Marco Jansen hat mehr als 14 Jahre im Anlagemanagement und Private Banking bei der Deutschen Bank gearbeitet und verfügt über umfangreiche Kenntnisse bei sämtlichen Anlageformen und Produktkategorien im Wertpapierbereich. Bei Oberbanscheidt & Cie. managt der Vermögensverwalter seit 2014 eigenverantwortlich verschiedene Kunden-Portfolios.
Marco Jansen hat mehr als 14 Jahre im Anlagemanagement und Private Banking bei der Deutschen Bank gearbeitet und verfügt über umfangreiche Kenntnisse bei sämtlichen Anlageformen und Produktkategorien im Wertpapierbereich. Bei Oberbanscheidt & Cie. managt der Vermögensverwalter seit 2014 eigenverantwortlich verschiedene Kunden-Portfolios.

Vor diesem Hintergrund ist es kaum erstaunlich, dass immer mehr Fische in entsprechenden Farmen gezüchtet werden. Das hat verschiedene Vorteile. In der Fischzucht ist es gelungen, den Anteil von Fischmehl und -öl im Futter kontrolliert zu senken, wodurch die Umwelt weniger belastet wird. Insgesamt verbraucht die Produktion von einem Kilo Lachs nur 1,11 Kilo Futtermittel. Bei Rindern liegt der Wert rund neun Mal höher. Der ökologische Fußabdruck ist also bei der Zucht von Fischen deutlich geringer als bei Landtieren.

Völlig unumstritten sind jedoch auch Fischfarmen nicht. Der WWF nennt als wesentliche Kritikpunkte die Verschmutzung der Gewässer mit Chemikalien und Antibiotika sowie den Einsatz von Fischmehl und -öl als Futter, welcher wiederum zur Überfischung beiträgt. Außerdem sind Zuchtbetriebe anfällig für Schädlingsbefall. So hat die sogenannte Lachslaus, ein nur wenige Millimeter großer Krebs, im vergangenen Jahr vor allem norwegischen Fischfarmen das Leben schwergemacht und für nennenswerte Produktionsausfälle gesorgt. Chile, ebenfalls ein bedeutender Lachs-Produzent, hatte dagegen mit einer Algenplage zu kämpfen.

Dennoch ist klar: Die weltweit steigende Nachfrage nach Fisch kann nur durch mehr oder größere Fischfarmen bedient werden. Schon heute stammt fast jeder zweite Speisefisch aus einer Zucht. Tendenz steigend. Um Probleme mit Platzmangel und Krankheiten zu lösen, experimentieren die großen Produzenten derzeit mit Lachsfarmen im Ozean.

Hohe Dividendenzahlungen

Aus Anlegersicht sind die entsprechenden Aktiengesellschaften auf jeden Fall interessant. Sie zeichnen sich durch ungewöhnlich hohe Dividendenrenditen aus. Der weltweit größte Produzent von Zuchtlachs, Marine Harvest aus Norwegen, wird laut Analystenschätzungen für 2017 insgesamt zwölf Kronen je Aktie ausschütten. Daraus errechnet sich beim aktuellen Kurs eine Dividendenrendite von 8,7 Prozent.

Zwar handelt es sich bei der Lachsproduktion um einen Nischenmarkt. Die einzelnen börsennotierten Unternehmen sind trotzdem keine Nebenwerte. Marine Harvest kommt auf eine Marktkapitalisierung von 7,1 Milliarden Euro und übertrifft damit immerhin den Dax-Wert ProSiebenSat1.

Anleger, denen ökologische Aspekte wichtig sind, sollten sich Leroy Seafood anschauen. Das ist der erste Anbieter von ASC-zertifiziertem Lachs. Das Aquaculture Stewardship Council ist eine unabhängige Organisation, die nachhaltige Standards setzt. Leroy Seafood will bereits bis zum Jahr 2020 nur noch ASC-zertifizierten Fisch verkaufen. Das Unternehmen bietet eine Dividendenrendite von immerhin rund vier Prozent. Grund ist die geringere Ausschüttungsquote als bei Marine Harvest.

Disclaimer

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Quelle: n-tv.de