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(Foto: ASSOCIATED PRESS)
Freitag, 10. November 2017

Handel in Kryptowährungen: Das sollten Anleger wissen

Von Franz-Georg Wenner und Benjamin Feingold

Bei Kryptowährungen wie Bitcoin gibt es zahlreiche Möglichkeiten zu investieren - risikolos ist die Sache allerdings nicht. Wie funktioniert der Handel?

Das nennt man wohl Rekordjagd: Seit Jahresbeginn legte der Bitcoin-Kurs um mehr als 670 Prozent zu, der Börsenwert erreicht rund 124 Milliarden Dollar. Ethereum als weltweit zweitgrößte Kryptowährung schoss sogar um 3600 Prozent in die Höhe.

Zwar klettern auch Aktienmärkte in diesem Jahr von einem Hoch zum nächsten, aber mit den Steigerungen bei den digitalen Währungen können sie nicht annähernd mithalten. Zur Einordnung: Der S&P 500 legte in diesem Jahr bisher um knapp 20 Prozent zu.

Dass Anleger bei digitalen Währungen aber Nerven wie Drahtseile brauchen, zeigte der zwischenzeitliche Einbruch bei Ethereum von knapp 50 Prozent.

Wer dennoch an der Kursentwicklung von Bitcoin, Ethereum oder anderen digitalen Währungen partizipieren will, hat verschiedene Möglichkeiten. Über Zertifikate oder so genannte CFDs, die auf Handelsplattformen wie ayondo und eToro angeboten werden, können Anleger an der Wertentwicklung profitieren, ohne tatsächlich Bitcoins digital zu erwerben. eToro bietet seit kurzem auch den tatsächlichen Kauf der fünf bedeutendsten Kryptowährungen an, dazu gehören auch Litecoin und Ripple. Hier profitieren Anleger von den Regulierungsbestimmungen, die solche Anbieter unterliegen. Im Falle von ayondo und eToro fallen Investoren unter die britische Regulierung FCA.

Aber auch Internetbörsen wie zum Beispiel Kraken, Bitfinex oder Bitstamp bieten den Handel an. Allerdings sind sie nicht regulierungspflichtig, haben sich aber über Jahre eine gute Reputation aufgebaut und große Sicherheitsvorkehrungen eingeführt. Das ist auch notwendig, denn in der jüngeren Vergangenheit hat es auch Pleiten im Bereich der Internetbörsen gegeben.

Auf den drei genannten Plattformen können Anleger viele Kryptowährungen handeln, die Liquidität ist ebenfalls für Normalanleger ausreichend. Außerdem bieten sie den Marginhandel an, das heißt, Anleger können gehebelt auf die Wertentwicklung der Kryptowährungen setzen. Dabei müssen sie nicht auf die börsenüblichen Gepflogenheiten verzichten. Wie an anderen Handelsplätzen auch stehen verschiedene Orderformen wie Limit-Orders zur Verfügung. Um die Sicherheit zu gewährleisten, wurde bei allen ein komplexer Authentifizierungsprozess für die Anmeldung und Verwahrung eingerichtet.

Digitales Portemonnaie

Voraussetzung für den Handel in Bitcoins ist ein digitales Portemonnaie, das sogenannte Wallet. Hier gibt es wie bei herkömmlichen Währungen verschiedene Möglichkeiten der Aufbewahrung. Anleger können ihre Kryptos auf einem unabhängigen Wallet speichern, dass etwa auf dem Smartphone heruntergeladen wurde. Wie beim Bargeld, das zuhause aufbewahrt wird, muss jeder Anleger selbst für die Sicherheitsmaßnahmen sorgen. Wer sich dagegen für einen "3rd Party Wallet" entscheidet, kann die digitalen Währungen auf einem Server speichern. Hier ist der Betreiber für die Sicherheit verantwortlich, was vergleichbar mit Banken ist, die das Geld verwahren. Allerdings übernimmt der Wallet-Betreiber keine Garantien. Die Sicherheitsvorkehrungen sind auch beim Wallet sehr hoch mit mehreren Identifizierungsvorgängen, wie dies beispielsweise bei Blockchain.info der Fall ist.

Eine Alternative zu den Internetbörsen und Plattformen wie eToro ist das Portal Bitcoin.de, das wie ein Marktplatz funktioniert, eine Art ebay für Bitcoins. Anders als an Börsen richten sich die Orders nach dem vorhandenen Angebot. So kann es sein, dass die Ausführung nur in Teilen erfolgt. Dafür können sich Anleger über die eigene Hausbank engagieren und sind durch die deutsche Einlagensicherung geschützt.

Egal wie Anleger in Bitcoin & Co. investieren wollen, der Einsatz sollte begrenzt sein. Die hohen Schwankungsbreiten können zu einem heftigen Auf-und-Ab im Depot führen. Die digitalen Währungen bieten hohe Chancen, aber die Risiken dürfen nicht unterschätzt werden. Anleger müssen damit umgehen können und sollten sich nicht von kräftigen Wertzuwächsen blenden lassen.

Quelle: n-tv.de