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(Foto: imago/Sven Simon)
Mittwoch, 26. Dezember 2018

Aktien auf dem Weg nach unten: Börsen-Absturz mit Sparplänen trotzen

Von Benjamin Feingold

Die internationalen Aktienmärkte stürzen derzeit ab. Ist die jahrelange Hausse damit zu Ende? Die Antwort darauf steht zwar noch aus, aber mit preiswerten Sparplänen lässt sich eine Krise aussitzen.

Nun ist auch noch die Weihnachtsrally ausgefallen. Der Börsen-Grinch ist diesmal die US-Notenbank Fed, die in der vergangenen Woche die Leitzinsen angehoben hat und weitere Erhöhungen im kommenden Jahr ankündigt. Börsianer hatten auf einen versöhnlichen Jahresabschluss und keinen Spielverderber gehofft. Und so werden zahlreiche große Indizes wie etwa der S&P 500 oder der heimische Dax das Jahr im Minus beenden. Das wäre das erste Börsenjahr mit einem Verlust seit 2008 für den S&P 500 und seit 2011 für den Dax. Der Leitindex hat auf Jahressicht rund 19 Prozent verloren.

Für langfristig orientierte Anleger sind solche Rücksetzer kein Problem. Sie haben Zeit, um an einer positiven Wertentwicklung des Aktienmarktes zu partizipieren, wie das deutsche Aktieninstitut errechnet hat: Wer monatlich einen festen Betrag in Aktien des Dax gespart hat, konnte beispielsweise bei einer Spardauer von 20 Jahren eine durchschnittliche Rendite von neun Prozent im Jahr auf das angelegte Geld erwirtschaften.

Mit Sparplänen lässt sich ein monatlicher Betrag investieren, die kleinste Summe beträgt 25 Euro. Anleger sind damit sehr flexibel, was die Anlagesumme, aber auch die Einzahlungen betrifft. Bei vielen Anbietern kann der Sparplan etwa in persönlich schwierigen Einkommensphasen auch einfach ruhen oder gekündigt werden. Allerdings sind dabei die Gebühren zu beachten. Daher rät Katharina Lawrence von der Verbraucherzentrale Hessen, sich Zeit zu nehmen und sich genau mit den Bedingungen des Sparplans auseinander zu setzen. Dazu gehöre etwa unbedingt den Verkaufsprospekt zu lesen.

Norbert Betz, Leiter der Handelsüberwachung an der Börsenhandelsplattform Gettex, sieht neben der Flexibilität noch einen anderen Vorteil von Sparplänen: "Da jeden Monat die Kurse schwanken, erhalten Anleger bei sinkenden Kursen mehr Anteile an den im Sparplan zugrunde liegenden Basiswert, zum Beispiel einem ETF auf den Dax", sagt er im Gespräch mit n-tv.de. "Das ist günstiger als immer die gleiche Stückzahl zu kaufen."

Der ETF (Exchange Traded Fund) bildet einen Index ab. Steigt der Index etwa um zehn Prozent, so legt auch der ETF um annähernd zehn Prozent zu - abzüglich der Gebühren, die bei einem ETF in der Regel zwischen 0,05 und 0,8 Prozent im Jahr liegen. Fällt allerdings der Index, verliert auch der ETF in diesem Umfang plus Gebühren.

Krise als Chance

In einem Sparplan kann auch ein von einem Fondsmanager aktiv verwalteter Aktienfonds stecken, allerdings sind hier die Gebühren in der Regel deutlich höher als bei einem ETF-Sparplan. Dafür besteht die Chance, durch aktives Handeln eine bessere Wertentwicklung zu erzielen als in einem vergleichbaren Index, der sogenannten Benchmark. Allerdings schaffen dies nur die wenigsten Fondsmanager.

Als Basis sind bei zahlreichen Anbietern inzwischen überwiegend physische ETFs im Einsatz. Sie bilden den Index 1:1 mit den darin enthaltenen Titeln ab und sind als Sondervermögen im Fall einer Insolvenz des ETF-Anbieters unantastbar. Außerdem gibt es ETFs, die ihre erwirtschafteten Erträge wieder im ETF anlegen, also thesaurieren.

 Andere wiederum können ihre Gewinne ausschütten, daher müssen Anleger bei der Auswahl des ETFs auch auf diese Möglichkeit achten. Für langfristig orientierte Anleger bietet sich ein thesaurierender ETF an, damit die Erträge gleich wieder angelegt werden und das Kapital allmählich anwächst.

Daher heißt es, bei sinkenden Notierungen die Nerven zu bewahren: "Zwar verliert der angesparte Anteil in einem Sparplan an Wert, aber gleichzeitig werden Fondsanteile zu günstigeren Kursen eingekauft", sagt Betz und ergänzt: "Bei steigenden Kursen profitiert der Anleger wieder von der Wertsteigerung seines angesammelten Kapitals." So wird jede Börsenkrise zur Opportunität.

Quelle: n-tv.de