Startseite
(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 12. Juni 2019

"Die Atmosphäre ist vergiftet": US-Börsen leiden weiter unter Handelsstreit

An der Wall Street hält der Negativtrend an. Schuld sind die Unwägbarkeiten im US-chinesischen Handelsstreit und die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Notenbank Fed.

In der USA haben sich Anleger aus Furcht vor einer Verhärtung des Handelstreits zwischen den Regierungen in Washington und Peking am Mittwoch zurückgehalten. Die Sorgen wurden allerdings gedämpft durch kaum veränderte Inflation, die Hoffnungen auf eine Zinssenkung anfachten.

Chart

Der Dow-Jones-Index fiel um 0,2 Prozent auf 26.005 Punkte. Der breiter gefasste S&P gab ebenfalls um 0,2 Prozent auf 2880 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,4 Prozent auf 7793 Zähler. 

Knapp drei Wochen vor dem erwarteten Treffen von US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping sind die Aussichten auf einen Durchbruch im Handelsstreit gering. "Die Atmosphäre ist vergiftet", sagte ein hochrangiger westlicher Diplomat aus Peking. Beide Länder haben sich mit Strafzöllen überzogen. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai um 0,1 Prozent und entsprachen damit den Erwartungen der von Reuters befragten Wirtschaftswissenschaftlern. Der Verbraucherpreis-Index CPI stieg ebenfalls um 0,1 Prozent.

Die Zahlen würden Erwartungen befeuern, dass die Notenbank FED den Leitzins senken könnte, sagte der Experte Robert Frick vom Navy Federal Credit Union. Banken-Werte, die üblicherweise von steigenden Zinsen profitieren, gaben nach.

Chart

Unter Druck gerieten auch die Aktien von Chipherstellern und Halbleiterzulieferern, die einen großen Anteil ihres Umsatzes in China erwirtschaften. Die Aktien von Micron Technology gaben über fünf Prozent nach, die Anteilsscheine von Applied Materials 5,2 Prozent. Bis zum G20-Gipfel im japanischen Osaka Ende Juni, bei dem ein Treffen von Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping geplant ist, dürfte die Börse relativ impulslos in ihrem Seitwärtstrend verharren, sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst beim Online-Broker CMC Markets. "Vorausgesetzt in Washington und Peking bleibt es ruhig und frei von jeglicher Art von Provokation."

Auch in Europa verging den Anlegern nach der jüngsten Kursrally die Kauflaune. Der Dax schloss 0,3 Prozent tiefer bei 12.115 Punkten, der EuroStoxx50 verlor 0,4 Prozent auf 3387 Punkte.

Quelle: n-tv.de