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(Foto: AP)
Montag, 29. April 2019

S&P-500 auf Rekordhoch: US-Anleger geben sich zurückhaltend

Der erste Handelstag der neuen Wochen startet an der Wall-Street gemächlich: Vor Bekanntgabe weiterer wichtiger US-Wirtschaftsdaten halten sich die Anleger mit Käufen merklich zurück. Unterdessen erreicht der marktbreite S&P-500-Index ein neues Allzeithoch.

Zu Beginn einer mit wichtigen Wirtschaftsdaten reich bepackten Woche ist der marktbreite S&P 500 auf ein Rekordhoch geklettert. Im Fokus der Anleger stehe, ob die nächsten Konjunkturdaten, Unternehmensberichte und womöglich auch Neuigkeiten zu den Handelsgesprächen zwischen den USA und China die Aktienmarktrally in den Vereinigten Staaten weiter unterstützen werden, hieß es. Die vor dem Handelsstart an diesem Tag bekannt gegebenen Konsumausgaben und Inflationsdaten hatten zunächst allerdings kaum Impulse geliefert.

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Der Dow-Jones-Index gewann 11 Punkte auf 26.554 Punkte. Für den S&P-500 ging es 0,1 Prozent auf 2.943 Punkte nach oben und der Nasdaq-Composite rückte um 0,2 Prozent auf 8.162 Punkte vor. 

Die aktuellen Wirtschaftsdaten zeigten, dass die US-Konsumenten ihre Ausgaben im März deutlich gesteigert hatten, während die Einnahmen der Haushalte sich nur minimal erhöht hatten und hinter den Erwartungen zurückblieben. Die allgemeine Teuerung entwickelte sich allerdings ebenfalls schwächer als erwartet. Im Wochenverlauf stehen noch die viel beachteten ISM-Stimmungsindikatoren für das Verarbeitende Gewerbe sowie der monatliche Arbeitsmarktbericht und auch die Zinsentscheidung der US-Notenbank an.

Disney verliert trotz "Avengers"-Erfolg

Bei den Einzelwerten reduzierte sich die Boeing-Aktie um 0,5 Prozent. Das Stabilisierungssystem MCAS der Maschinen vom Typ 737 MAX ist bereits im vergangenen Jahr ins Visier der US-Flugaufsicht FAA geraten. Inspektoren erwogen 2018, einen Flugstopp für Maschinen dieses Typs anzuordnen, wie informierte Kreise am Sonntag bestätigten. Grund war, dass Boeing ein Warnsystem für Fehlfunktionen des MCAS deaktiviert hatte - offenbar, ohne die Fluggesellschaften darüber in Kenntnis zu setzen.

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Die Disney-Aktie verlor nach anfänglichen Kursaufschlägen 0,4 Prozent, obwohl das Superhelden-Epos "Avengers: Endgame" einen Rekorderlös eingespielt hat. Händler verwiesen zur Begründung für das Minus auf leichte Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktie bislang im April um knapp 27 Prozent zugelegt hat. Es ist der größte Monatsgewinn seit Januar 1987. Die Spotify-Aktie gab 0,1 Prozent ab. Das erste Quartal sei solide ausgefallen, doch die Aussichten für den weiteren Verlauf des Jahres 2019 blieben unklar, so Evercore ISI. Der Musikstreamingdienst hat im Auftaktquartal dank seiner Investitionen in das wachsende Podcast-Geschäft seinen Verlust verringert.

Die Aktien des Burger-King-Mutterkonzerns Restaurant Brands verloren 1,4 Prozent. Der Gewinn hatte im ersten Quartal unter den Erwartungen der Analysten gelegen. Die Umsätze bewegten sich allerdings innerhalb des Erwartungsrahmens. Die Tesla-Aktie zog um 2,7 Prozent an. Im Streit zwischen Tesla-Chef Elon Musk und der US-Börsenaufsicht SEC haben beide Seiten eine Einigung erzielt.

Goldpreis leidet unter Risikofreude

Die Ölpreise zeigten sich uneinheitlich. Einerseits sei es erneut zu Gewinnmitnahmen gekommen. Dazu kamen Unsicherheiten nach den Tweets von US-Präsident Donald Trump, in den er die Opec aufgefordert hatte, die Produktion weiter auszuweiten. Es sei unwahrscheinlich, dass sich die Opec auf eine bindende Aussage einlasse, solange die Details über die US-Sanktionen gegen den Iran nicht bekannt seien, so die Commerzbank. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg zum US-Settlement 0,3 Prozent auf 63,50 Dollar, Brent fiel dagegen um 0,2 Prozent auf 72,04 Dollar.

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Am Devisenmarkt büßte der Dollar einen Teil der jüngsten Gewinne wieder ein. Der Euro stieg im Gegenzug auf ein Tageshoch bei 1,1188 Dollar. Im späten US-Handel notierte die Gemeinschaftswährung nur knapp unter diesem Niveau. Im Vorfeld von US-Notenbank und US-Arbeitsmarktbericht habe Zurückhaltung geherrscht, sagte ein Beobachter. Diese beiden Termine dürften weiteren Aufschluss über die Verfassung der US-Konjunktur geben, hieß es.

Die Ölpreise zeigten sich uneinheitlich. Einerseits sei es erneut zu Gewinnmitnahmen gekommen. Dazu kamen Unsicherheiten nach den Tweets von US-Präsident Donald Trump, in den er die Opec aufgefordert hatte, die Produktion weiter auszuweiten. Es sei unwahrscheinlich, dass sich die Opec auf eine bindende Aussage einlasse, solange die Details über die US-Sanktionen gegen den Iran nicht bekannt seien, so die Commerzbank. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg zum US-Settlement 0,3 Prozent auf 63,50 Dollar, Brent fiel dagegen um 0,2 Prozent auf 72,04 Dollar.

Für den Goldpreis ging es erstmals seit drei Handelstagen wieder nach unten. Die Feinunze fiel zum US-Settlement um 0,6 Prozent auf 1.282 Dollar. Angesichts einer erhöhten Risikofreude der Anleger und den gestiegenen persönlichen Ausgaben standen die "sicheren Häfen" nicht hoch im Kurs. Der jüngste Anstieg scheine durchaus nachhaltig zu sein, merkte die Commerzbank an. Er werde in dieser Woche jedoch nochmals auf die Probe gestellt, denn am Freitag dürften die USA erneut einen soliden Arbeitsmarktbericht veröffentlichen.

Quelle: n-tv.de