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Gemischte Gefühle an der Wall Street: Broadcom und Nahostkonflikt verleiten die Anleger zum Abwarten.
Gemischte Gefühle an der Wall Street: Broadcom und Nahostkonflikt verleiten die Anleger zum Abwarten.(Foto: REUTERS)
Freitag, 14. Juni 2019

Chewy mit gelungenem Börsengang: Nahostkrise bremst US-Börsen aus

Der Ton in der Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran wird schärfer. Das bekommen auch die Anleger an den US-Börsen zu spüren, die sich entsprechend zurückhalten. Dafür feiert der Online-Tierbedarfshändler Chewy einen starken Börsenauftakt.

Ein pessimistischer Ausblick der Chipfirma Broadcom und enttäuschende chinesische Konjunkturdaten haben US-Anlegern den Wochenausklang vermiest. Der Dow-Jones-Index fiel um 0,1 Prozent auf 26.090 Punkte. Der breiter gefasste S&P gab um 0,2 Prozent auf 2887 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,5 Prozent auf 7797 Zähler.

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Auch die Nahostkrise lastete erneut auf den Kursen, da die Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran mit dem mutmaßlichen Angriff auf Tanker im Golf von Oman an Schärfe gewonnen hat. Teilnehmer beobachteten aber ein ruhiges Geschäft mit wenig Umsatz. "Die Anleger kämpfen darum herauszufinden, wo sie angesichts der vielen Unwägbarkeiten ihr Geld platzieren sollen", sagte Justin Wiggs von Stifel Nicolaus.

Broadcom strich wegen des Zollstreits zwischen den USA und China seine Gesamtjahresziele zusammen. Das sei kein gutes Omen für den Welthandel, sagte Christophe Barraud, Chef-Anlagestratege beim Brokerhaus Market Securities.

Die Aktien von Broadcom brachen an der Wall Street um 5,6 Prozent ein. Auch Chipfirmen wie AMD, Intel und Micron verloren bis zu 3,2 Prozent. In China wuchs die Produktion so wenig wie zuletzt vor 17 Jahren. Auch das dämpfte die Laune in New York.

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Im späten Handel rückten die Aktien von T-Mobile USA und Sprint in den Fokus. Einem Zeitungsbericht zufolge wird eine Zustimmung auch des US-Justizministeriums zu der geplanten Milliarden-Fusion wahrscheinlicher. T-Mobile-Titel schlossen um 0,6 Prozent höher, Sprint-Aktien um 2,9 Prozent.

Der Online-Tierbedarfshändler Chewy stieß bei seinem Börsengang auf reges Anlegerinteresse. Die Chewy-Aktien gingen am Freitag erstmals an der New Yorker Börse in den Handel und legten einen furiosen Auftakt hin. Der erste Kurs lag bei 36 Dollar und damit 77 Prozent über dem Ausgabepreis. Der Börsenwert kletterte dadurch zeitweise über 14 Milliarden Dollar. Den Ausgabepreis der Aktien hatte das US-Unternehmen am Vorabend auf 22 Dollar festgesetzt. Damit wurde Chewy - die Online-Tochter der auf Haustierbedarf spezialisierten US-Einzelhandelskette Petsmart - seine Papiere zu einem deutlich höheren Preis los als zunächst angepeilt und erlöste rund eine Milliarde Dollar bei Investoren.

Quelle: n-tv.de