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(Foto: AP)
Mittwoch, 13. März 2019

Ölpreise nehmen Fahrt auf: Konjunkturdaten treiben Wall Street an

Ermutigende Wirtschaftsdaten verleihen den US-Börsen neuen Schwung. Der S&P-500 und der Nasdaq-Composite klettern am Abend auf neue Jahreshochs. Derweil zeigen sich die Aktien der Luftfahrtunternehmen erholt. Auch Boeing schließt mit einem Plus ab.

Angetrieben von guten US-Konjunkturdaten hat die Wall Street zur Wochenmitte den Handel beendet. Positiv entwickelten sich auch die Aktien von Boeing. Zwar gerieten die Papiere im Verlauf kurzfristig unter Druck, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, dass die Flugzeuge des Typs Boeing 737-MAX 8 nun auch in den USA am Boden bleiben müssen. Im Anschluss schafften die Aktien aber wieder den Sprung in positives Terrain und gewannen 0,5 Prozent

Positive Impulse kamen vor allem von der Konjunkturseite. So sind die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter im Januar überraschend um 0,4 Prozent gestiegen, während Volkswirte einen Rückgang um 0,6 Prozent erwartet hatten. Der Anstieg der Erzeugerpreise im Februar fiel mit je 0,1 Prozent insgesamt und in der Kernrate moderater aus als erwartet. In beiden Fällen war ein Anstieg um 0,2 Prozent vorhergesagt worden. Die Bauausgaben sind im Januar mit einem Plus von 1,3 Prozent zudem deutlich stärker gestiegen als die erwartete Zunahme von 0,5 Prozent.

Brexit-Abstimmungen sorgen nicht für Aufregung

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Das Abstimmungsergebnis aus dem britischen Parlament hatte erneut kaum Auswirkungen auf das Handelsgeschehen. Ein EU-Austritt Großbritanniens ohne ein Abkommen mit der EU wurde abgelehnt - wenn auch nur mit knapper Mehrheit. Damit ist der Weg für ein Votum zur Verschiebung des Ende März geplanten Brexits am Donnerstag geebnet.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,6 Prozent auf 25.703 Punkte. Der S&P-500 legte um 0,7 Prozent auf 2.811 Punkte zu und kletterte damit auf den höchsten Stand seit vier Monaten. Der Nasdaq-Composite verbesserte sich um 0,7 Prozent auf 7.643 Punkte.

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Unter den Einzelwerten erholten sich die Aktien der Luftfahrtunternehmen von den jüngsten Abgaben im Zuge des Absturzes einer Boeing-Maschine und den folgenden Flugverboten in einer Vielzahl von Ländern. Für die Papiere von American Airlines ging es um 3,0 Prozent nach oben und Southwest Airlines verbesserten sich um 0,4 Prozent.

Für die Aktie des Nutzfahrzeugherstellers Navistar ging es um 5,5 Prozent nach unten. Zur Begründung wurde auf den vorerst abgesagten Börsengang der VW-Nutzfahrzeugsparte Traton verwiesen. VW ist mit rund 17 Prozent an Navistar beteiligt. Die Investoren hatten darauf spekuliert, dass der Börsengang von Traton ein Katalysator für eine Übernahme von Navistar ist. Damit würde Traton die Präsenz auf dem nordamerikanischen Lkw-Markt bekommen, die derzeit noch fehle.

Euro profitiert von Produktionszahlen

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Am Devisenmarkt legte das Pfund nach der Abstimmung im britischen Parlament zu. Die Devise kletterte auf ein Tageshoch von 1,3280 und notierte im späten US-Handel bei 1,3260 Dollar. Vor Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses hatte das Pfund bei rund 1,3220 Dollar gelegen. Mit dem Ausschluß eines sehr negativen "No-Deal Brexit" bei der Abstimmung sollte sich das Pfund Sterling auf dem aktuellen Niveau gegenüber dem Dollar wiederfinden, sagte Charles St-Arnaud, Senior Investment Strategist bei Lombard Odier Investment Managers. Auch dürfte das Pfund mittelfristig zulegen, aber es bleibe eine gewisse Unsicherheit in Bezug auf die möglichen nächsten Schritte, wie etwa eine Neuwahl oder ein neuerliches Referendum, so der Strategist.

Der Euro erhielt etwas Rückenwind von überraschend guten Daten zur Produktion in der Eurozone, welche die Gemeinschaftswährung im späten US-Handel auf 1,1331 Dollar schoben. Der Euro legte nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses aus dem britischen Parlament noch einmal leicht zu.

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Am Ölmarkt zogen die Preise mit dem überraschenden Rückgang der wöchentlichen US-Lagerdaten kräftig an. Sie fielen nach Angaben der staatlichen Energy Information Administration (EIA) um 3,862 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche. Analysten hatten dagegen einen Anstieg um 1,9 Millionen Barrel erwartet. Rohöl der US-Sorte WTI verteuerte sich zum US-Settlement um 2,4 Prozent auf 58,26 Dollar je Barrel und kletterte damit auf den höchsten Stand seit vier Monaten. Für Brent ging es 1,3 Prozent auf 67,55 Dollar nach oben.

Auch der Goldpreis legte weiter zu und markierte erstmals seit zwei Wochen wieder ein US-Settlement über der Marke von 1.300 Dollar. Der Preis für die Feinunze stieg um 0,9 Prozent auf 1.309 Dollar. Händler verwiesen auf die weiter bestehenden Unsicherheiten rund um den Brexit und den etwas schwächeren Dollar. Im elektronischen Handel baute der Goldpreis das Plus noch leicht aus.

Quelle: n-tv.de