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(Foto: AP)
Donnerstag, 08. November 2018

Dow bleibt stabil: Fed-Sitzung beeindruckt Investoren kaum

Die Ergebnisse der US-Notenbank lassen die Anleger an der Wall Street weitgehend kalt. Doch Finanz-Experten gehen davon aus, dass der Leitzins im Dezember angehoben werden könnte. Diese Aussichten belasten die US-Börsen dann doch etwas.

Nach der fulminanten Vortagesrally verlief der Handel an der Wall Street am Donnerstag in ruhigeren Bahnen. Das Ergebnis der US-Zwischenwahlen hatte für den größten Gewinn nach einer Wahl für den S&P-500 seit 1982 gesorgt - der Index war um 2,1 Prozent nach oben gesprungen. Ein kleiner Impuls ging nun von der Zinsentscheidung der US-Notenbank aus.

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Erst mit einer gewissen Verspätung allerdings kamen die Aktien-Indizes etwas zurück und der Dollar rückte vor. Insgesamt zeichnete die Federal Reserve ein sehr positives Bild der Wirtschaft, so dass eine Zinserhöhung im Dezember wahrscheinlich ist, was möglicherweise Aktien etwas belastete. Druck auf Aktien insbesondere der Energiebranche kam aber auch vom sinkenden Ölpreis. Der Dow-Jones-Index gewann 11 Punkte auf 26.191 Punkte. Der S&P-500 fiel um 0,3 Prozent, der Nasdaq-Composite gab 0,5 Prozent ab.

Am Devisenmarkt kam der Dollar mit den Fed-Aussgen etwas in Schwung. Die Erwartng einer Zinserhöhung im Dezember hat sich weiter bestätigt, was dem Greenback Auftrieb verlieh. Der Euro sank auf 1,1360 Dollar nach einem Tageshoch bei 1,1447. Für die Gemeinschaftswährung dürfte vor allem die Entwicklung im Haushaltsstreit mit Italien wichtig bleiben. Die Regierung habe bis kommenden Dienstag Zeit, der EU einen geänderten Haushaltsentwurf vorzulegen, so die Währungsstrategen der Commerzbank. Bislang habe Rom jedoch keine Einsicht gezeigt.

Die Ölpreise gaben weiter nach, belastet auch vom festeren Dollar. Auch die Sorge vor dem Überangebot drückte weiter. Der Fokus ist auf das Opec-Treffen am Wochenende gerichtet, nachdem es zuletzt Berichte gegeben hatte, dass Saudi-Arabien und Russland offenbar über Fördersenkungen im kommenden Jahr sprechen wollen. Der WTI-Preis fiel den neunten Handelstag in Folge. Der Preis für ein Barrel WTI fiel zum Settlement um 1,7 Prozent auf 60,67 Dollar und ist damit in einen Bärenmarkt übergegangen. Denn seit dem Hoch vom 3. Oktober hat der Preis über 20 Prozent verloren. Brent verlor 1,9 Prozent auf 70,67 Dollar.

Wenig verändert zeigte sich der Goldpreis. Die Feinunze reduzierte sich um 0,1 Prozent auf 1.223 Dollar. Die US-Anleihen gaben mit den Aussagen der Fed etwas nach, die die Erwartung einer Dezember-Zinserhöhung bestätigt hatte. Die Rendite zehnjähriger Papiere stieg um einen halben Basispunkt auf 3,24 Prozent.

Unter den Einzelwerten fiel die Aktie des Halbleiterherstellers Qualcomm um 8,3 Prozent, nachdem das Unternehmen am Vortag nach Börsenschluss Zahlen für das vierte Geschäftsquartal vorgelegt hat. Auf bereinigter Basis wurde ein Gewinn von 90 Cent je Aktie erzielt, während Analysten lediglich mit 83 Cent je Anteilsschein gerechnet hatten. Allerdings leidet Qualcomm unter den weltweit rückläufigen Smartphone-Verkaufszahlen. Auch der noch nicht beigelegte Patentstreit mit Apple lastet auf dem Unternehmen.

Für die Tesla-Aktie ging es um 0,9 Prozent nach oben, nachdem der Autobauer mitgeteilt hat, dass Robyn Denholm neuer CEO wird. Elon Musk folgt damit ein relativer Außenseiter an der Spitze des Unternehmens. Denholm ist Finanzchefin der australischen Telekom-Firma Telstra. Die Personalentscheidung erfolgt, bevor Mitte November eine Frist ausläuft, die die US-Börsenaufsicht SEC als Teil eines Vergleichs mit Musk gesetzt hatte.

Monster Beverage verloren 3,2, Prozent. Coca-Cola plane zwei neue Getränke auf den Markt zu bringen, wodurch sich der Wettbewerb auf dem Energy-Getränkemarkt verschärfen dürfte, teilte der Getränkehersteller mit. Coca-Cola tendierten wenig verändert.

Die Aktien von TripAdvisor schossen um 15 Prozent nach oben, nachdem das Ergebnis für das dritte Quartal die Schätzungen der Wall Street klar übertroffen hat. Das Unternehmen verzeichnete ein bereinigtes Ergebnis von 72 Cent pro Aktie. Die Markterwartungen lagen bei 48 Cent je Anteilsschein.

News Corp stiegen um 5,2 Prozent. Der US-Medienkonzern hat bei Ergebnis und Umsatz die Vorjahrszahlen klar übertroffen. Unterm Strich verdiente News Corp mehr als Experten erwartet hatten.

Quelle: n-tv.de