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Montag, 16. Oktober 2017

Welt-Handelsindex: Welthandel ist auf dem Weg zu alter Stärke

Ein Gastbeitrag von Markus C. Zschaber

Dank China befindet sich die Weltwirtschaft weiter auf Wachstumskurs. Dieses Jahr soll für den Welthandel das beste Jahr seit 2010 werden. Das nutzt auch Dax-Anlegern.

Die Handelsvolumina im Welthandel steigen weiterhin mit solider Dynamik. Selten konnten in den letzten zehn Jahren derartig positive Verhältnisse auf der globalen gesamt-wirtschaftlichen Nachfragekurve beobachtet werden wie derzeit. Hintergrund ist die chinesische Wirtschaft, welche im dritten Quartal 2017 nochmals an Fahrt zulegen konnte und vielversprechend in das Schlussquartal hineingekommen ist.

"Die Importquoten in China von Waren und Dienstleistungen aus dem asiatischen Raum sind beeindruckend. China ist und bleibt damit das Zugpferd im Welthandel, wobei auch die USA und Europa gute Zahlen liefern. Interessanterweise konnten gleichzeitig sowohl Chinas als auch Japans Exporte zulegen, was dafür spricht, dass auch Wirtschaftsräume wie beispielsweise die USA derzeit besser expandieren, als noch vor einigen Wochen angenommen", sagt Markus C. Zschaber, Chef der V.M.Z. Vermögensverwaltung aus Köln, welche monatlich den "Welt-Handelsindex" veröffentlicht.

Dr. Markus C. Zschaber
Dr. Markus C. Zschaber

Diese guten Entwicklungen belegt auch der "Welt-Handelsindex" eindrucksvoll, welcher auf ein Niveau von 82,7 Prozent (zuvor 78,6 Prozent) ansteigt. Dieses entspricht dem höchsten Niveau seit 2006. "Unsere Analyse zeigt in erster Linie, dass wir derzeit eine positive Anpassung auf der Nachfrageseite durchlaufen, was wiederum bedeutet, dass die Produktionsmengen ebenfalls ansteigen sollten und der Weltwirtschaft generell weiteren Auftrieb verleiten sollten", konstatiert Zschaber. Das Tempo der Zuwächse im vergangenen Berichtszeitraum, gemessen an den handels-spezifischen Konditionalitäten wie Bestellmenge, Lagerbestände, Produktionsvolumen, Warenumschlagshäufigkeit und der Handelsaktivität auf allen relevanten Handelsrouten, zeigt eine sehr gute Ausgangssituation.

Die Perspektiven des Welthandels und der Weltwirtschaft sind ungebrochen positiv. "Sofern unsere Analyse richtig liegt, sollten sich die Kapazitäten im verarbeitenden Gewerbe weltweit weiter erhöhen. Der jüngste Anstieg der Produktionsdynamik in der Industrie in vielen Regionen der Welt lässt erwarten, dass die Industrieproduktion in den kommenden Monaten weiter anzieht. Dies ist als Reaktion auf die robuste Nachfrage entlang der gesamten internationalen industriellen Wertschöpfungskette zu verstehen und damit als die wichtigste Beweisführung für den ordentlichen Status in der Weltwirtschaft", so Zschaber.

Der Welthandel wird in diesem Jahr erstmals wieder nahe an die Vier-Prozent-Wachstumsmarke herankommen und damit die Weltwirtschaft strukturell unterstützen. Hervorzuheben sind dabei die aktuellen Handelsströme rund um China. Vor allem der asiatische Binnenmarkt zeigt die größte Handelsdynamik seit über zwei Jahren an. Die Exporte der asiatischen Länder stiegen in diesem Jahr um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr an, die Importe sogar um 17 Prozent. Zuvor waren die Exporte zwei Jahre in Folge zurückgegangen, während zugleich die Rohstoffpreise gesunken und die Nachfrage von außen gedämpft gewesen ist. "Was wir wahrnehmen, ist eine positive Nachfrageanpassung in China, was an den ansteigenden Umschlagsmengen aller vier Transportwege (Straße, Schiff, Flug- & Schienenverkehr) zu quantifizieren ist. China übernimmt erneut damit die Lokomotivfunktion für die Weltwirtschaft", so Geldmanager Zschaber weiter.

Festzuhalten ist: Die chinesische Industrie liefert weiterhin beeindruckende Daten. Die Wertschöpfung der Industrie steigt mit hoher Dynamik und zieht die Weltindustrieproduktion mit sich nach vorn. Das wiederum lässt einen weiteren Anstieg der Investitionsströme erwarten, denn gerade die besagte industrielle Nachfrage sollte die interkontinentale Handelsdynamik ansteigen lassen. Auch die staatlichen Investitionen in China sind weiterhin gigantisch, nicht zuletzt da China den Ausbau der Seidenstraße vorantreibt. Der Ausblick des Welthandels bleibt somit insgesamt positiv.

Neben steigenden Investitionen in der Industrie und seitens der Staaten, gilt vor allem der private Verbrauch in Europa, in den USA und in Asien als wichtigste Stütze des Welthandels. Dies verdeutlicht auch der zuletzt wieder erhöhte Einfuhrbedarf in den USA. Der größte Konsument der Welt macht seinem Titel wieder alle Ehre. Vor allem aus Asien und Europa sind in diesem Jahr deutlich mehr Importe zu quantifizieren.

Risiken für den Welthandel sind sicherlich die ansteigenden Zinskosten in den USA und womöglich in geringerem Umfang auch in Europa in 2018. Darüber hinaus bestehen weiterhin geopolitische Risiken wie beispielsweise in Nordkorea, des Weiteren die politischen Risiken wie die Wahlen in Italien im Frühjahr 2018 oder wieder vermehrte protektionistische Rhetorik und weitere Eskapaden durch den derzeitigen US-Präsidenten Donald Trump. Ein weiteres Risiko könnte eine gezielte Reduktion der staatlichen Nachfrage im kommenden Jahr in China sein.

Für Deutschland erwartet der Kölner Vermögensverwalter folgende Entwicklungen: "Sicherlich werden wir auch im weiteren Verlauf, vor allem aber im kommenden Jahr Unsicherheiten im Welthandel und damit auch für unsere heimische Exportindustrie erleben. Wir gehen aber davon aus, dass die Auftriebskräfte die Oberhand behalten werden". Zschaber geht sogar so weit, dass er von einem ansteigenden Exportwachstum trotz des in diesem Jahr angestiegenen Eurokurses ausgeht, schlichtweg da die Nachfrage aus der Welt qualitativ ansteigt. Gepaart mit einem sich weiter freundlich entwickelnden Konsum, der auf die steigenden Lohnsummen zurückzuführen ist, sollte das Jahr 2017 für den Welthandel das beste Jahr seit 2010 werden.

Was bedeutet das für den Anleger: Die weltweiten Aktienmärkte haben nach wie vor Luft nach oben, wobei Markus C. Zschaber vor allem Werte aus Deutschland, Schweden, Schweiz, Frankreich, den USA und einigen Schwellenländern präferiert. Gerade die soliden Wachstumswerte mit starker Bilanz und entsprechender Position im Wettbewerb. "Ich bin aber auch davon überzeugt, dass der Dax in diesem Jahr noch zulegen kann, trotz der jetzigen Bestmarke. Zwar dauert der aktuelle Aufschwung schon sehr lange, ich sehe aber keine potenziellen Risse oder Schäden in der Weltkonjunktur. Höhere Umsätze und Gewinne bei intelligenten Unternehmen und produktiven Geschäftsmodellen sind also weiterhin umsetzbar. Ich rechne mit einem Weltwirtschaftswachstum in Höhe von rund 3,8 Prozent in 2017".

Kurzfristig deutlich höhere Volatilitäten an allen Aktienmärkten erwartet der Vermögensverwalter nur bei einer geopolitischen Eskalation mit Nordkorea oder weiterhin politischen Krisen wie beispielsweise der schwierigen Situation in Spanien. Dennoch würde er auch in einem solchen Umfeld strategisch Qualitätsaktien kaufen, vor allem in Europa und in den Emerging Markets auftreten. Dadurch, dass der "Welt-Handelsindex" ein dynamisches Gesamtbild des Welthandels zusammengefasst bietet und detailorientierte Analysen auch hinsichtlich der Konjunkturlage ermöglicht, können schnelle und aktive Reaktionen auch im Welthandels-portfolio erfolgen. Das Musterdepot zum "Welt-Handelsindex" wird innerhalb dieser Berichterstattung vierteljährlich erwähnt, es beinhaltet diverse Anlageklassen, übergewichtet Aktieninvestments oder ETF's auf Märkte und Branchen, die insbesondere an den Welthandelsaktivitäten partizipieren.

Informationen hierzu finden Sie auch unter www.kapitalmarktstudie.de

Funktionsweise Welt-Handelsindex:

Der Welt-Handelsindex fasst alle relevanten Daten aus den vier primären Transport- und Handelswegen (Schifffahrt, Schiene, Straße und Lufttransport) zusammen, gewichtet diese und verdichtet sie in einem Index. Der Index bietet zum ersten Mal ein Gesamtbild des Welthandels zusammengefasst in einer Zahl, erfasst damit unter anderem auch die Auswirkungen der Globalisierung und überwindet funktionale und regionale Beschränkungen, der zum Beispiel nur regional ausgerichteten Indikatoren. Weißt der Welt-Handelsindex einen Stand zwischen 85 und 100 Punkten aus, befindet sich der Welthandel im Expansionsmodus. Je höher oder tiefer die Punktezahl ist, umso besser respektive schlechter steht es um den Welthandel. Weißt der Welt-Handelsindex dagegen einen Stand zwischen 55 und 85 Punkten aus, befindet sich der Welthandel in seinem Trendwachstumskanal, sprich auf Höhe des Potenzialwachstums. Unter Potenzialwachstumsraten werden die Zuwachsraten, mit dem der Welthandel mittel- bis längerfristig unter normaler Ausnutzung aller Kapazitäten wachsen wird, verstanden. Konjunkturelle Schwankungen werden zur Berechnung des Potenzialwachstums absichtlich nicht berücksichtigt. Indexstände zwischen 55 und 0 Punkten bedeuten, dass der Welthandel sich in Kontraktion befindet und schrumpft.

Quelle: Die Vermögensverwaltungsges. Dr. Markus C. Zschaber mbH stellt den Index monatlich exklusiv dem "manager-magazin-online" und dem "Nachrichtensender n-tv" zur Verfügung. Informationen zum Index unter www.zschaber.de oder www.kapitalmarktanalyse.com

Quelle: n-tv.de