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Deutschland und Frankreich wollen sich zwar gemeinsam für ein Eurozonen-Budget einsetzen, bei der Höhe gehen die Meinungen aber noch auseinander.
Deutschland und Frankreich wollen sich zwar gemeinsam für ein Eurozonen-Budget einsetzen, bei der Höhe gehen die Meinungen aber noch auseinander.(Foto: picture alliance / Oliver Berg/d)
Donnerstag, 21. Juni 2018

Zoff wegen Eurozonen-Budget : Geld her für den Euro!

Ein Kommentar von Raimund Brichta

Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron wollen Milliarden in die Eurozone investieren. Das schmeckt nicht jedem. Doch wenn der Euro sprechen könnte, würde er rufen: Geld her. Gebt es ihm oder lasst ihn fallen!

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bereit, das Scheckbuch für den Euro zu zücken. Zusammen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will sie für einen gemeinsamen Eurozonen-Haushalt kämpfen. Auf eine konkrete Summe haben sie sich zwar noch nicht geeinigt.

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Aber so viel ist bereits klar: Der neue Geldtopf würde zu einem guten Teil aus Berlin gefüllt. Merkel sagt offen, wofür sie ihn hauptsächlich einsetzen will: für Geldspritzen an Euro-Länder in Zahlungsnot und für Investitionen in strukturschwache Regionen.

Damit trifft sie den Kern des Europroblems. Denn eine Währungsunion zwischen unterschiedlichen starken Volkswirtschaften hat nur dann eine Überlebenschance, wenn die Schwachen Stütze kriegen von den Starken und sich wirtschaftlich angleichen.

Telebörsen-Moderator Raimund Brichta
Telebörsen-Moderator Raimund Brichta

Genau das weckt Widerwillen. Doch solange es wirtschaftliche Unterschiede gibt, muss Geld fließen. Ansonsten fällt der Euro. Daran führt kein Weg vorbei. Das lernt man schon als Ökonomiestudent an der Uni.

Leider haben die wenigsten Politiker Wirtschaft studiert. Deshalb sperren sich wohl auch jetzt schon die ersten von ihnen gegen die gemeinsamen Haushaltspläne - auch wenn sie gleichzeitig den Euro erhalten wollen.

Man kann die Gemeinschaftswährung aber nicht behalten, ohne für sie zu bezahlen.

Wenn der Euro sprechen könnte, würde er jetzt in Richtung Berlin rufen: Geld her, oder ich fall' um. Gebt es ihm, oder lasst ihn fallen,

meint Ihr

Raimund Brichta

Quelle: n-tv.de