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ETFs sind transparent. Denn die Fonds bilden einen Aktienindex nach. Anleger können also in der Regel relativ einfach erkennen, was in einem ETF steckt.
ETFs sind transparent. Denn die Fonds bilden einen Aktienindex nach. Anleger können also in der Regel relativ einfach erkennen, was in einem ETF steckt.(Foto: dpa-tmn)
Samstag, 07. Januar 2017

Wer hat das beste Angebot? : ETF-Anbieter im Check

Von Benjamin Feingold

Immer mehr Anleger investieren in günstige börsengehandelte Indexfonds, die mit den aktiven Fondsmanagern durchaus mithalten können. Doch wo findet man die besten Informationen über die sogenannten ETFs? Feingold Research hat sich größten Emittenten angesehen.

Auch 2016 hat sich einer der größten Investmenttrends der vergangenen Jahre fortgesetzt: Investoren wechselten zunehmend aus aktiv gemanagten Fonds in passive basierte Anlagen wie börsengehandelte Indexfonds (ETFs) – und das sowohl in Europa als auch in den USA. So flossen zum Beispiel in den USA nach Berechnungen des Fondsresearchhauses Morningstar rund 285 Milliarden US-Dollar aus aktiven Fonds heraus und rund 428 Milliarden US-Dollar in passive ETFs hinein. Die anhaltende Umschichtung führt dazu, dass auch hierzulande immer mehr Anbieter an den ETF-Markt strömen. Grund genug für Feingold Research die Größten von ihnen einem Anbietercheck zu unterziehen.

Einfaches Produkt – viele Kriterien

ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die einfach konstruiert sind. Sie bilden die Wertentwicklung des zugrundeliegenden Index möglichst nah ab. Wer aber ins Detail schaut, stellt schnell fest, dass die Ausgestaltung viele Aspekte umfassen kann. Umso wichtiger ist die Produktsuche auf den Internetseiten der Anbieter. Denn ein ETF kann in verschiedene Aspekte unterteilt werden, etwa voll-replizierend oder synthetisch, mit und ohne Wertpapierleihe, Währungsabsicherung oder Dividendenausschüttung. Außerdem bieten ETF-Emittenten inzwischen eine ganze Reihe von Basiswerten an, auf die sich ETFs beziehen, von Aktien bis zu Zinspapieren.

Aus unserer Sicht ist dem französischen Anbieter Lyxor dieser Spagat bei der Produktsuche am besten gelungen. Unter dem Reiter Produkte finden sich einfach angeordnet die verschiedenen Assetklassen mit ihren Kategorien. Eine Produktübersicht Übersicht haben auch alle anderen, allerdings meist nicht so ansprechend und einfach gestaltet. So hat EasyETF zwar eine ausführliche Suchmöglichkeit, die allerdings komplex ist. Die Deka ist das Gegenbeispiel, weil ihr Angebot moderat ist und alle ETFs auf eine Seite passen. Das ist bei Lyxor anders. Hier finden Anleger unter Aktien Europa nicht nur ETFs auf die großen Standardindizes, sondern auch auf andere weniger bekannte Indizes wie den französischen CAC Midcap-Index. In der Übersicht existieren auch Gebühren- und Liquiditätsangaben, so dass eine Vorauswahl leicht fällt.

Schneller Kostenvergleich

Wer dann mit einem weiteren Klick ins Produktdetail bei Lyxor geht, findet einen Performancevergleich zwischen Index und ETF, die die Gesamtkosten darstellen. In einem Kursverlauf können Anleger die Performance- und Kostenentwicklung eines ETFs leicht nachvollziehen. Das ist deshalb von Bedeutung, weil die unterschiedlichen Ausgestaltungsmöglichkeiten eines ETFs einen transparenten Kostenvergleich erschweren. Ein Performancevergleich von Index und ETF umfasst aber sämtliche anfallende Kosten und ist daher die beste Vergleichsmöglichkeit. Bei Amundi, einem anderen französischen Anbieter ist die Abweichung zwischen ETF und Index nochmal in Tabellenform aufbereitet. Diese sogenannte Trackingdifferenz wird bei anderen Anbietern ebenfalls dargestellt, leider ist sie nicht auf jeder Webseite immer schnell zu finden.

Eine übersichtliche, aufgeräumte Seite bietet auch die Schweizer UBS. Allerdings suchen Anleger vergeblich nach Dax- oder MDax-ETFs. Die Schweizer haben jedoch viele Indizes aus der MSCI-Familie im Programm. Im Vergleich wirkt die Seite der Commerzbank überladen. Zwar werden auch hier eine Menge an Informationen angeboten, die Suche ist aber teilweise verwirrend. Einen ETF auf den MDax findet man noch recht schnell, einen ETF auf die europäischen Versorger nur durch "vorwärtsklicken" in der Produktübersicht. Denn eine tiefere Unterteilung als "Europa" oder "Aktien" ist nicht möglich. Ein gutes Beispiel für eine aufgeräumte Seite ist die Homepage von ishares, die nur wenige Menüpunkte kennt, aber in der Breite dennoch überzeugen kann. Ein gute Ergänzung sind die kurzen animierten Erklärvideos zu ETFs.

Lyxor auf Platz 1

Eine beachtenswerte Auswertung hat auch dbx-trackers auf seiner Homepage. Hier kann sich ein Anleger anhand der sogenannten Asset-Allokation-Ampel einen schnellen Überblick über die jüngste Kurs- und Umsatzentwicklung der ETFs verschaffen und sie mit der künftigen Einschätzung des hauseigenen Chef-Strategen vergleichen. Dabei wird die Entwicklung beziehungsweise Markteinschätzung jeweils mit roten (fallende Kurse), orangenen oder grünen (steigende Kurse) Ampelpunkten bewertet. Bei den Kundenzeitschriften haben dbx-trackers und Lyxor die Nase vorn. Beide sind sehr gut aufbereitet und regelmäßig mit interessanten Themen gespickt.

Gewinner unseres Checks sind am Ende Lyxor wegen des Mix aus Angebot, Optik, Benutzerfreundlichkeit und Menüführung. Rang zwei geht an iShares, Rang drei an die Deutsche Bank wegen Abzügen bei Optik und Benutzerfreundlichkeit. Insgesamt bieten die Internetseiten der größten ETF-Anbieter hierzulande eine Fundgrube an Informationen, die allerdings in einigen Fällen besser aufbereitet werden könnte.

 

Quelle: n-tv.de