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Freitag, 16. Oktober 2009

Edelmetallreport: Pause oder Ende der Rally?

Nach wie vor sind die Edelmetalle Gold und Silber im technischen Kaufmodus. Die nächsten Kursziele nach dem Ausbruch aus 1050 US-Dollar die Unze, welche noch im vierten Quartal 2009 erreicht werden könnten, liegen bei 1100, 1120 und 1200 bis 1300 US-Dollar die Unze. Letzere Kursmarken scheinen ambitioniert und sind insgesamt ohne einen weiter rückläufigen US-Dollar zu Euro nicht machbar, so wie der Goldanstieg insgesamt ohne diesen Begleitfaktor zumindest mit diesen stürmischen Aufwärtsbewegungen nicht fortzusetzen ist.

Wenn ein Rohstoff aber zum größten Teil zum Spielball von Terminmärkten oder Devisenmärkten und einer euphorischen Berichterstattung in den Medien wird, muss man als Investor doppelte Vorsicht walten lassen. Das richtige Geld wird bekanntlich außerhalb der Massen verdient, bzw. die Positionen werden eingenommen bevor die Massen aufspringen. Das bedeutet, Gold wurde vom "smart money" bei Kursen von spätestens 500 bis 600 US-Dollar die Unze gekauft; bei Silber waren das Kurse von 7 bis 9 US-Dollar die Unze.

Fundamental wurde die Gold-Rally in den letzten sechs Wochen gestützt, das ist erst einmal kurzfristig beruhigend. Russland und China haben das gelbe Metall massiv akkumuliert, Gold ETFs haben den Ansturm ebenfalls durch Zuflüsse gestützt, und die indischen Feiertage und die Hochzeitssaison taten ihr übriges, um auch insbesondere Silber hoch zu katapultieren. Desweiteren muss die Schmuckindustrie Material aufnehmen, um das extrem wichtige Weihnachtsgeschäft mitnehmen zu können. Übergeordnet ist das vierte Quartal saisonal das Edelmetall-Quartal. Heiler kann die Gold-Welt nicht mehr sein, und genau deswegen bleiben wir bei unserer Empfehlung, das Budget für Edelmetallerwerb nicht bei Goldkursen von über 1050 US-Dollar die Unze vollends zu investieren, sondern mit Kauflimits, welche bei 1020, 980, 950 und 910 US-Dollar die Unze liegen, zuzukaufen. Analog zu diesen Goldkursen sollte man auch am Silbermarkt agieren. Hier liegen die Kauflimits bei 16,40, 15,80, 15,40 und 14,80 US-Dollar die Unze.

Somit ist die Frage, ob der aktuelle Kursrückgang von 1060 auf 1049 US-Dollar die Unze bei Gold eine wohlverdiente Verschnaufpause ist (was auch charttechnisch gesund wäre bis zu 1.020) oder schon der Vorbote eines Rally-Endes. Die Antwort liegt im Devisenmarkt oder genauer im Dollar-Euro-Verhältnis.

Das Käuferverhalten bei Edelmetallen ist derzeit an unseren Schaltern und bei den Kollegen ebenfalls von Unsicherheit und einem "letzten Aufspringen auf den fahrenden Zug" gekennzeichnet. Einerseits sehen wir also Kaufzurückhaltung und andererseits stürmische Handelstage, bei welchen allerdings auch genügend Material zum Ankauf angeboten wird, also Goldbesitzer sich von Teilen ihres Materials trennen, um zwischenzeitlich Kasse zu machen. Was stark zugenommen hat, sind die physischen Käufe an den Ladenschaltern zulasten des Online-Geschäftes. Dies dürfte den Trend der Kunden dokumentieren, im Rahmen der Gesetze anonym und unter Wahrung der Privatsphäre Edelmetalle zu kaufen und bar zu bezahlen. Was nach wie vor stark gefragt ist, sind Gold-Barren im Gewichtsbereich 20 Gramm bis 100 Gramm und Silber-Barren 250 Gramm bis 1000 Gramm sowie Anlagemünzen Silber eine Unze. Silber ist nun einmal das Gold des kleinen Mannes und scheint im Moment von diesem vor der globalen Wiederentdeckung zu stehen.

Quelle: n-tv.de