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(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 11. Oktober 2013

Wertbeständige Sachanlage: Klug in Gold investieren

Von Rupertus Rothenhäuser, Geschäftsführer Boerse Stuttgart Securities GmbH

Wer über eine Anlage in Gold nachdenkt, sollte sich drei zentrale Fragen stellen: Warum, auf welchem Weg und für wie lange möchte ich in das Edelmetall investieren?

Rupertus Rothenhäuser
Rupertus Rothenhäuser

Generell steht Gold vor allem als wertbeständige Sachanlage im Fokus – selbst wenn der Preis wie zuletzt gesehen auch einmal stark einbrechen kann. Denn Gold wird auch in Krisenzeiten seinen Wert nie völlig verlieren und verspricht einen gewissen Schutz gegen inflationäre Tendenzen. Insofern sehen viele Anleger das Edelmetall als eine Art von Absicherung, die mehr Stabilität ins Depot bringt und zu dessen Diversifizierung beiträgt. Und natürlich sind prinzipiell auch Gewinne möglich, wenn der Goldpreis gegenüber dem Einstandskurs anzieht. Anleger sollten allerdings auch beachten, dass das Edelmetall keine Zinsen abwirft.

Kosten im Blick

Bei der Frage, wie man am besten in Gold investieren kann, sind die Kosten ein wichtiger Faktor. Natürlich lässt sich Gold physisch erwerben, allerdings fallen dabei erhebliche Aufgelder zum aktuellen Marktpreis an. Hinzu kommen Aufwendungen für die sichere Verwahrung von Münzen oder Barren in einem Tresor. Kostengünstiger sind in der Regel Gold-Wertpapiere: Hier werden beim Kauf und Verkauf die Ordergebühren fällig, hinzukommen die Depotgebühren. Zu den Gold-Finanzprodukten zählen Goldminenaktien, Gold-Zertifikate und Exchange Traded Commodities (ETCs) – sie alle lassen sich unkompliziert an der Börse handeln.

Unterschiedliche Anlagemöglichkeiten

Zwischen diesen Anlagemöglichkeiten gibt es jedoch auch erhebliche Unterschiede. Gold-Zertifikate verbriefen einen Zahlungsanspruch, der in seiner Höhe vom Goldpreis abhängt. Allerdings wird vom jeweiligen Emittenten für diese Produkte kein physisches Edelmetall eingelagert.

Anders bei ETCs: Diese Wertpapiere sind häufig mit physischem Gold unterlegt, je nach Ausgestaltung sogar zu 100 Prozent. Einige ETCs verbriefen zudem einen Auslieferungsanspruch, so dass Anleger auf Wunsch auch Gold in Händen halten können. Dabei sollten sie darauf achten, ob bei einem ETC für die Einlagerung und physische Lieferung des Goldes zusätzliche Kosten entstehen.

Im Gegensatz zu ETCs und Zertifikaten spiegelt die Kursentwicklung von Goldminenaktien nicht einfach den Verlauf des Goldpreises wieder. Dieser spielt zwar durchaus eine Rolle, wichtiger ist jedoch der Erfolg des einzelnen Unternehmens.

Anlagehorizont beachten

Der letzte Aspekt, nämlich der zeitliche Horizont eines Gold-Investments, hängt eng mit den Anlagezielen zusammen. Steht die Diversifizierung des Portfolios oder der Schutz vor Krisen und Inflation im Vordergrund, dürfte die Anlage eher längerfristig ausgerichtet sein.

Andererseits ist aber auch kurzfristiges Trading mit Gold-Wertpapieren denkbar, um aktuelle Preisschwankungen auszunutzen. Insgesamt gilt für Gold-Investments: Jeder Anleger sollte die Alternativen sorgfältig abwägen und so die Strategie finden, die am besten zu ihm passt.

Quelle: n-tv.de