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Freitag, 09. Oktober 2009

Edelmetallreport: Goldpreis steigt und steigt

Gold hat nun auch noch seinen "letzten" technischen Widerstand von 1035 US Dollar die Unze zur Seite gewischt und neue Hochs bei 1060 US- Dollar die Unze erreicht. Somit ist der Trend völlig ungefährdet aufwärts gerichtet - und sämtliche technischen Indikatoren und daraus resultierend auch die computergesteuerten Handelsprogramme auf der Kauf-Seite (long). Diese Trendfolger dürften auch für das insgesamt so extrem positive Gesamtbild bei Gold bzw. den Edelmetallen allgemein verantwortlich sein.

Im Prinzip laufen die Charts von Euro zu US-Dollar und Gold parallel was bedeutet, dass ein Scheitern des Euro an der anvisierten 1,50 auch ein vorläufiges Ende der Goldhausse bedeuten wird. Solange der US-Dollar allerdings weiter an Wert verliert, wird Gold neue Höchststände erklimmen. Nachdem der Kursbereich über 1035 praktisch noch nicht technisch ausgewertet werden kann, beflügeln nun die Kursphantasien die Analysten, und kurzfristige Kursziele von 1200 bis 1500 US-Dollar die Unze werden ausgegeben. Dass diese Preise allerdings in einem einzigen Durchmarsch erreicht werden, scheint doch eher unwahrscheinlich, außer die Finanzwelt bricht doch vollends auseinander unter Ablösung des US-Dollar als Weltleitwährung und vor allem als Rohstoffwährung.

Letzteres Gerücht wird übrigens derzeit rumgereicht. Aber selbst wenn dem so wäre, rechtfertigt dies ja nicht ausschließlich galoppierende Edelmetallnotierungen. Wahrscheinlicher für die robuste Goldpreisverfassung sind große Aufkäufe physischer Bestände "hinter den Kulissen" auf politischer Ebene, und hier wird natürlich immer wieder China ins Gespräch gebracht was so abwegig nicht ist, wenn man sich verinnerlicht, dass China versucht, praktisch alle Rohstoffreserven und vor allem Metalle der Welt für sich zukünftig zu sichern oder doch deren Förderländer, vor allem in Afrika, stark zu beeinflussen versucht. Dies betrifft natürlich die Edelmetalle allgemein aber auch die sogenannten "seltenen Erden" ohne die beispielsweise kein Mobiltelefon, Computer oder Fernseher funktionieren würde.

Falls der Goldkursanstieg kurzfristig zum Erliegen kommt, sind als technische Unterstützung die 1035 und danach 980 US-Dollar die Unze zu nennen. Ein länger andauernder Goldpreis unter 1000-US Dollar würde viele Investoren mit Sicherheit veranlassen, aus den Edelmetallen wieder auszusteigen, um Gewinne zu sichern oder auch Verluste zu vermeiden, falls der Einstieg gerade erst mit dem Ausbruch aus 1000 bzw. 1035-US Dollar die Unze vollzogen wurde. Wenn der Euro zum US-Dollar dann ebenfalls beziehungsweise als Verursacher des Goldkursrückganges zurück kommt, sind auch derzeit "unvorstellbare" Kurse von 950 bis 850 US-Dollar die Unze Gold technisch schnell möglich. Auf diesem Weg nach unten rasen dann auch noch die Auflösungen der Short-Positionen (Terminverkäufe) auf Gold und Silber der sogenannten Commercials an den Terminbörsen über den Markt hinweg und würden den Abwärts-Trend verstärken.

Die Edelmetallkäufer, welche das Metall physisch im Handel erwerben, verhalten sich derzeit übrigens eher zurückhaltend oder anders ausgedrückt, der große Run auf die Edelmetallschalter bei den Banken oder Händlern wie im Oktober 2008 hat nicht eingesetzt. Die Nachfrage ist robust aber nicht außergewöhnlich. Ebenso ist die Verfügbarkeit aller Metalle in sämtlichen Formaten von 1 Gramm bis 1000 Gramm bei Gold und 10 Gramm bis 31-Kilo-Barren bei Silber problemlos darstellbar. Selbst die so gesuchten 1 Unze Silber Maple Leaf und auch 1 Unze Silber Österreich Philharmoniker Anlagemünzen sind zeitnah in schon fast allen Mengen lieferbar, und gerade die Internet-Shops liefern sich stellenweise sogar Preisschlachten bei diesen Sorten.

Von Panik ist derzeit noch keine Spur, sondern eher Verunsicherung, warum die Goldnotierungen so hoch sind und ob man nicht noch günstiger zum Zuge kommen könnte. Somit bleiben wir bei unserer Empfehlung, Gold und Silber derzeit sukzessive zuzukaufen, allerdings auch im tieferen Preissegment Kauflimits zu legen und das "Pulver trocken zu halten", um dort Gold zwischen 800 bis 1000 US-Dollar nachkaufen zu können. Für technische Händler bleibt der Unterstützungsbereich von 980 US-Dollar die Unze wichtig und ist bei einem Durchbruch nach unten auch die kurzfristige Ausstiegsmarke bei Gold. Bei Silber sind die Unterstützungszonen die 16,50, 15,40 und 14,00 US-Dollar die Unze.

Quelle: n-tv.de