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Freitag, 01. Februar 2013

Krisenwährung im Check: "Gold gehört in jedes Depot"

Martina Gruber, Deutsche Börse Commodities
Martina Gruber, Deutsche Börse Commodities

Frau Gruber, wie erklären Sie sich die hohe Nachfrage nach Gold?

Martina Gruber: Früher war Gold etwas für Abenteurer, die von der Aussicht auf schnellen Reichtum getrieben wurden und mühsam nach Gold schürften, Stichwort Goldrausch. Heute dagegen reizt Investoren Gold als "sicherer Hafen". Gold ist zur Krisenwährung geworden, was vor allem auf die Marktverwerfungen der vergangenen Jahre infolge der weltweiten Finanzkrise zurückzuführen ist sowie auf hohe Staatsschulden.  Dazu kommt die Angst vor der Inflation, die besonders in Deutschland stark ausgeprägt ist. Hier ist die Erinnerung an die Hyperinflation der 1920er-Jahre noch sehr lebendig.

Kann das derzeitige Angebot an Gold die Nachfrage decken?

Martina Gruber: Nein, denn das Angebot ist nahezu konstant, während die Nachfrage weiter steigt. Laut dem World Gold Council, einer Interessenvertretung der führenden Goldminengesellschaften, liegt das jährliche Angebot an Gold seit Jahren nahezu bei 4.000 Tonnen. Gold wird natürlich nicht nur von Minenbetreibern gefördert, sondern auch recycelt oder von Zentralbanken verkauft. Dem Angebot steht eine wachsende Nachfrage – besonders aus Asien – gegenüber, was zu steigenden Goldpreisen führt.

Schützt mich Gold tatsächlich vor der Krise?

Martina Gruber: Ganz klar ja. Gold sichert das Vermögen und schützt Ihr Portfolio – gerade in Krisenzeiten. Mit Gold lässt sich das Portfolio sinnvoll diversifizieren - man mischt eine krisenfeste Komponente bei. Zudem bietet Gold Schutz vor Währungsschwankungen, denn es wird weltweit als unabhängiger Wertmaßstab anerkannt. Doch der "sichere Hafen" gilt nicht allein für Krisenzeiten, sondern auch für ein normales Marktumfeld, das belegt eine Studie der Unternehmensberatung Mercer. Der Studie zufolge reduzierte schon eine Beimischung von fünf Prozent Gold im Portfolio das Verlustrisiko deutlich. Gold gehört in jedes Depot.

Wie investiert man am besten in Gold?

Martina Gruber: Anleger können heute zwischen einer Vielzahl an Finanzprodukten wählen, die auf Gold basieren. Goldfonds, Aktien von Goldminenbetreibern oder auch Gold-Zertifikate sind bekannte Alternativen zum Goldbarren. Goldfonds und Aktien bieten hohe Flexibilität und An- und Verkauf zu relativ niedrigen Fixkosten – allerdings ermöglichen sie meist kein direktes Investment in physisches Gold. Wer Goldmünzen oder -barren kauft, muss eine sehr hohe Spanne zwischen An- und Verkauf einkalkulieren sowie erhebliche Kosten für Prägung, Auslieferung und Verwahrung. Physisch besicherte Gold-ETCs bieten das Beste aus beiden Welten, zum Beispiel Xetra-Gold, das die Deutsche Börse Commodities auflegt. Xetra-Gold hat eine einfache und klare Konstruktion: Ein Anteilschein verbrieft ein Gramm Gold. Die Scheine können wie Aktien gehandelt werden, das Gold liegt sicher verwahrt im deutschen Zentraltresor für Wertpapiere. Bei Bedarf lässt sich ein Anteilschein jederzeit in das echte Gold tauschen und ausliefern. In den fünf Jahren seit Einführung von Xetra-Gold haben wir schon über 730-mal ausgeliefert, insgesamt 3,8 Tonnen. 

Vielen Dank für das Gespräch.

Quelle: n-tv.de