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Montag, 05. Oktober 2009

Osteuropa: Aktueller Marktreport

Einschätzung der Experten der Raiffeisen Capital Management
 
An den Finanzmärkten waren im September weitere Kurssteigerungen bei riskanten Vermögenswerten zu verzeichnen. Unternehmensanleihen und Aktien konnten im Monatsverlauf zulegen; Staatsanleihen tendierten in den USA und der Eurozone seitwärts. Die Konjunkturdaten in den USA lassen mittlerweile eine ausgeprägte Verbesserung der Wirtschaftslage erkennen. In den meisten Vorlauf- und Stimmungsindikatoren (Konsumentenvertrauen, ISM) sowie Einzelhandelsumsätzen zeigt sich eine deutliche Stabilisierung bzw. Aufwärtsdynamik. Auch der Immobilienmarkt liefert Anzeichen einer Bodenbildung. Auf dem Arbeitsmarkt ist ein wirtschaftlicher Aufschwung allerdings bei weitem noch nicht sichtbar. Noch immer werden netto hunderttausende Arbeitsplätze abgebaut. Die Arbeitslosenrate ist auf aktuell 9,7 % gestiegen und dürfte in den kommenden Monaten die 10 %-Marke überschreiten. Werden verdeckte Formen von Arbeitslosigkeit, wie unfreiwillige Kurz- und Teilzeitarbeit und ähnliches einbezogen, dann sind bereits über 16 % der arbeitsfähigen Bevölkerung von der Krise auf dem Arbeitsmarkt betroffen. Das sind für die USA historisch sehr hohe Niveaus. Der Tiefpunkt der schwersten Wirtschaftskrise seit den 1930er Jahren ist zwar höchstwahrscheinlich durchschritten; die wirtschaftliche Erholung dürfte aber eher langsam und sehr gedämpft erfolgen.
 
Nach der Sitzung der US-Notenbank Ende September hat Fed-Chef Bernanke betont, dass der Leitzins noch für längere Zeit sehr niedrig bleiben wird. Angesichts weiterhin steigender Arbeitslosigkeit und sehr niedriger Kapazitätsauslastung ist inflationärer Druck in den Volkswirtschaften der entwickelten Industrienationen bis auf weiteres nicht zu erwarten. Die Zinsniveaus der Industrieländer werden daher zumindest im Bereich kurzer Laufzeiten in den nächsten Monaten auf den aktuell tiefen Niveaus verharren. In Anbetracht des wahrscheinlich auf Jahre hinaus deutlich unter Potenzial verlaufenden Wirtschaftswachstums und niedriger Inflation in den kommenden Quartalen sollten auch die längerfristigen Renditeniveaus bis auf weiteres nur begrenztes Potenzial nach oben haben. Kurzfristige leichte Renditeanstiege sind jedoch aufgrund der unsicheren Konjunkturaussichten jederzeit möglich. Bei osteuropäischen Eurobonds (Staats- sowie Unternehmensanleihen) sind die Renditeaufschläge gegenüber EMU-Staatsanleihen weiter gefallen, profitierend von der positiven Stimmung am Markt.
 
Osteuropas Volkswirtschaften vor Bodenbildung
 
Die zentral- und osteuropäischen Volkswirtschaften sind weiterhin unter Druck, vor allem aufgrund der engen wirtschaftlichen Verflechtungen mit der EU. Mittlerweile zeichnet sich bei diesen allerdings eine Bodenbildung ab, nachdem zuletzt die Industrieproduktion der „alten“ EU-Mitgliedstaaten angezogen hat. Das dürfte sich in den kommenden Monaten in den osteuropäischen Volkswirtschaften positiv niederschlagen und wieder zu einem Anstieg der Exporte führen. Die Vorzeichen für die kommenden Monate haben sich insofern verbessert, auch wenn der Weg zurück zu den Vorkrisen-Niveaus ein sehr langer sein dürfte.
 
Informationen zu den einzelnen Ländern finden Sie im aktuellen Emerging Markets Report – Siehe Link!

Quelle: n-tv.de