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Dienstag, 05. Mai 2009

Nachricht: Bluechip

Egal was sich die Süßwarenhersteller Neues ausdenken: Viele Produkte haben eine lange Tradition und ihre Hersteller auch. Kaugummis von Wrigleys gibt es seit mehr als 50 Jahren in Deutschland. Gummibärchen von Haribo seit fast 90 Jahren. Auch gelutscht wurde eigentlich immer. Und Kinder sind in vielen Dingen wie ihre Eltern Traditionalisten und kaufen gern das, was sie kennen und was einen bekannten Namen hat.
 
Große Namen zählen auch an der Börse. Der große Versicherer Allianz, der globale Chemiekonzern BASF, das internationale Finanzunternehmen Deutsche Bank oder der große Technikkonzern Siemens: Das sind Namen, die nicht nur Aktienbesitzer kennen. Die kennt eigentlich jeder. Börsianer nennen die guten, alten Bekannten Standardwerte oder Bluechips. Sie meinen damit Aktien großer, internationaler und angesehener Unternehmen, die einen hohen Wert haben, die schon lange am Markt und an den Börsen sind. Doch wie wird eine Aktie zum Bluechip?
 
"Bluechips, das sind die schweren Tankschiffe der Börsenwelt", erklärt der Börsianer Markus Koch. "Die Aktien dieser Konzerne sind global an den Börsen zu Hause, zum Beispiel in Frankfurt an der Wall Street oder an der Tokioter Aktienbörse. Bestes Beispiel hierfür ist Toyota. Die Aktie wird im Prinzip 24 Stunden weltweit gehandelt. Je größer eine Aktiengesellschaft ist, umso wichtiger ist sie natürlich auch für die Börse. Siemens hat eine Gewichtung im Dax von fast zehn Prozent."
 
Die Bezeichnung Bluechip stammt aus der Welt der Spieler. Die blauen Jetons bei Poker-Abenden in Casinos waren diejenigen, die immer den höchsten Wert hatten. Mit Bluechips steigerten die Pokerspieler also erheblich ihren Einsatz. Bluechips waren für die Spieler die Basis, um überhaupt beim Pokern mitmachen zu können. Und so ist das heute auch noch in der Börsenwelt: Die großen Dax-Unternehmen wie Allianz, BASF, Deutsche Bank oder Siemens haben viele Privatanleger aber auch Großanleger als Basis in ihren Aktiendepots. Von ihnen wird Sicherheit und ein beständig steigender Wert erwartet. So gibt es zum Beispiel international renommierte Aktienstrategen wie Warren Buffet, der seinen Erfolg mit Aktien auf das jahrzehntelange Vertrauen auf die Entwicklung mancher Bluechips zurückführt:
 
"Es gibt Leute, die behaupten, dass die rote-weiße Kutte vom Weihnachtsmann durch die Werbekampagne von Coca Cola entstanden ist. So einflussreich ist dieser gigantische Getränkekonzern ein wirkliches Bluechip-Unternehmen. Der Milliardär Warren Buffet hat diese Aktie seit aller Ewigkeit im Depot. Er hat eine Vorliebe für die großen Tankschiffe der Börsenwelt. Denn auch in schlechten Börsenzeiten schlagen sich diese Unternehmen recht gut", konstatiert Koch.
 
Coca Cola ist zum Beispiel so ein Fall. Nicht nur, weil Warren Buffet sie täglich flaschenweise trinkt. Bis heute ist die Zusammensetzung der braunen Brause ein wohlgehütetes Betriebsgeheimnis. Und obwohl es zahllose Nachahmer und Mitbewerber gab, gibt und geben wird, kommt an das Original und seinen Erfolg niemand heran. Coca Cola trinken die Menschen überall. Und es gibt viele Anleger, die auf die Bluechip-Strategie setzen und nur Aktien von Unternehmen kaufen, die weltbekannt sind.
 
Genauso wie die Kinder im Süßwarenladen: Sie kaufen auch am liebsten die neusten Gummibärchen einer alten bekannten Marke. Die bieten eine große Auswahl, schmecken ihnen am besten und den Namen kennen sie schon von ihren Eltern.
 
Von Katharina Kiecol

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Quelle: n-tv.de