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Montag, 22. Juni 2015

Welt-Handelsindex: Welthandel trotzt griechischer Tragödie

Ein Gastbeitrag von Markus C. Zschaber

Russland und Griechenland sind die Themen, die auch den Welthandel am meisten bewegen. Sollte es hier jedoch zu keiner größeren Eskalation kommen, bereiten die Krisen Vermögensverwalter Markus C. Zschaber keine starken Kopfschmerzen.

Dr Markus C. Zschaber
Dr Markus C. Zschaber

Die geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der Ukraine sowie die Sorge um einen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion scheinen weiterhin die übergeordneten politischen Themen zu sein. "Ich erkenne in beiden Krisenherden natürlich das Potenzial für kurzfristige Störfeuer, allerdings keine Schlagkraft für eine fundamentale Verschiebung der Wachstumskräfte im Welthandel, es sei denn, wir erleben eine unkontrollierte Eskalation", erklärt Markus Zschaber, Chef der gleichnamigen Vermögensverwaltung.

Hinzu kommt, dass der Welthandel durch zwei starke Faktoren angetrieben wird: Die niedrigeren Energiepreise und die lockere Geldpolitik. Zusammen wirken sie wie ein starkes makroökonomisches Konjunkturprogramm und kurbeln einerseits die Binnenmarktaktivität in den USA, Europa und Japan sowie auch in Asien an, auf der anderen Seite nutzen die niedrigen Öl- und Energiepreise grundsätzlich der globalen Nachfrage. "Wir rechnen deshalb rund um den Globus mit einer stärkeren und zunehmend im Gleichschritt verlaufenden Konjunkturbelebung. Die hohen Unterschiede in den Wachstumsgeschwindigkeiten sollten sich somit erstmals seit 2012 reduzieren. Gerade im Euroraum dürfte die Erholung im Jahresverlauf ebenfalls Fahrt aufnehmen und an Breite gewinnen", so Zschaber weiter.

Zwar bestehen hier und da in einzelnen Teilbereichen der Weltwirtschaft gerade in den ersten Monaten des Jahres 2015 etwas zyklischer Gegenwind, was insbesondere in den USA zu erkennen war, aber auch dem kalten Winterwetter geschuldet ist. Aufgrund niedrigerer Energiepreise und eines verbesserten Arbeitsmarktumfelds haben aber die Verbraucher in den USA mehr Geld zur Verfügung, so dass eine Belebung des privaten Verbrauchs in den USA sehr wahrscheinlich ist.

Die besagte Konsumbelebung wird den heimischen Unternehmen zugutekommen und ebenfalls den Industriegüterzyklus in den USA positiv anschieben. Ein wichtiger Eckpfeiler im US-Aufschwung ist außerdem der US-Immobilienmarkt, die Hauspreise steigen in einem gesunden und dynamischen Ausmaß, was maßgeblich zur Gesundung der US-amerikanischen Haushalte beigetragen wird. Vor allem die Güterimportnachfrage in die USA sollte in diesem Jahr getragen durch einen starken US-Dollar an Dynamik weiter zulegen können, was die Gesamtaktivität im Welthandel sehr positiv beeinflussen wird. Dies konnte zuletzt auch in der Schifffahrt in den USA erkannt werden, jüngst konnten Zuwächse an den Häfen von über zehn Prozent pro Monat erkannt werden, was einerseits aufgrund von Basiseffekten, welche durch Streiks und den schlechten Witterungsbedingungen ausgelöst wurden, aber auch auf einen Anstieg der Nachfrage aus der US – Industrie zurückzuführen ist.

Der weltweite Industriezyklus dürfte damit im Laufe des Jahres prosperieren, im Übrigen sollte dies auch in Teilen der Eurozone zu einem fortführen des positiven konjunkturellen Trends führen. Die aktuelle Geschäftslage im Handel verbesserte sich erneut in den vergangenen vier Wochen, was die höhere Aktivität im Handel bestätigt. Vor allem die Umschlagsmengen von Produktionsgütern haben sich im internationalen Kontext positiv entwickelt. Eine steigende Dynamik konnte in Asien und in den USA aber auch in Teilen Europas erkannt werden.

Die Vermögensverwaltung Dr. Markus Zschaber, geht auch mit Blick auf die aktuelle Datenanalyse des "Welt–Handelsindex" trotz Misere rund um Griechenland und deren potenziellen negativen Effekten auf die Stimmung in der Weltwirtschaft, von einem soliden Jahr 2015 aus: Die aktuellsten Daten zeigen ein moderates Wachstum in der Weltproduktion mit durchaus erhöhten Expansionskräften.

"Dies kann insbesondere an den Außenhandelsdaten von Deutschland sowie anhand der Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe abgelesen werden", fasst Markus Zschaber zusammen. Fakt ist, die Analyse zum aktuellen Niveau des Welt-Handelsindex bestätigt, dass die Maßnahmen der Politik und seitens der Notenbanken einen Rahmen geschaffen haben, in denen Geschäftsaktivität, Binnenhandel und außenwirtschaftliche Dynamik global Entfaltung erhalten und entsprechend expandieren können. "Ich kann nur nochmals betonen, dass ich zuversichtlich auf die weitere Entwicklung der Güternachfrage aus Europa, China und den USA derzeit schaue, trotz der vielen systemischen Debatten rund um Griechenland", stellt Markus C. Zschaber fest.

Bezogen auf das aktuelle Ergebnis von 72,4 kann festgehalten werden, dass die Analyse zur gegenwärtigen Lage durchaus positive Akzente setzt, vor allem da erneut die Erwartungsparameter positiv sind, was auch zum aktuellen Anstieg geführt hat. Ein Niveau über 70 Prozent besagt, dass der Welthandel in guter Verfassung ist und der strukturelle Waren- und Dienstleistungsaustausch prosperiert.

Treibender Katalysator für den Warenhandel in der Welt bleibt die Überschussliquidität, die durch die aggressive Geldpolitik der Notenbanken rund um den Globus im hohen Maße vorhanden ist. Dies führt bereits zu höheren Kapital- und Investitionsströmen rund um den Globus. Der Produktionsfaktor Kapital ist die Grundvoraussetzung für einen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Nachfragekurve und einer höheren Wirtschaftsaktivität. Der Ausblick des Welthandels bleibt somit positiv. "Gerade in den Wachstumsmärkten sollte die Überschussliquidität den Investitionsgüterzyklus deutlich beleben können", so Zschaber weiter

Was bedeutet das für den Anleger:

Der Anleger sollte sich trotz der Kursverluste der letzten Wochen nicht beirren lassen. Anleger benötigen in der heutigen Zeit erstklassige Unternehmen mit einem globalen Geschäftsmodell. Besondere Merkmale bei der Unternehmensauswahl sollten sein, Unternehmen zu finden, die aktuell vom niedrigen Euro-Kurs auf der Exportseite profitieren sowie von den niedrigen Energiepreisen. Hier ist auf jeden Fall die Chance, dass die Gewinndynamik der Unternehmen mit den Kursgewinnen der Aktien am stärksten mithalten sollte, was dazu führt, dass die Bewertungen flacher ansteigen werden, am größten. Der Kölner Vermögensverwalter präferiert hier vor allem Industrieunternehmen aus den Bereichen Chemie, Automobil, Zulieferindustrie und Konsumgüterhersteller.

Dadurch, dass der "Welt-Handelsindex" ein dynamisches Gesamtbild des Welthandels zusammengefasst bietet und detailorientierte Analysen auch hinsichtlich der Konjunkturlage ermöglicht, können schnelle und aktive Reaktionen auch im Welthandelsportfolio erfolgen. Das Welthandelsportfolio ist ein Musterdepot zum "Welt-Handelsindex" und wird innerhalb dieser Berichterstattung vierteljährlich erwähnt, es beinhaltet diverse Anlageklassen, übergewichtet Aktieninvestments oder ETF's auf Märkte und Branchen, die insbesondere an den Welthandelsaktivitäten partizipieren.

Funktionsweise Welt-Handelsindex:

Der Welt-Handelsindex fasst alle relevanten Daten aus den vier primären Transport- und Handelswegen (Schifffahrt, Schiene, Straße und Lufttransport) zusammen, gewichtet diese und verdichtet sie in einem Index.

Der Index bietet zum ersten Mal ein Gesamtbild des Welthandelszusammengefasst in einer Zahl, erfasst damit unter anderem auch die Auswirkungen der Globalisierung und überwindet funktionale und regionale Beschränkungen, der zum Beispiel nur regional ausgerichteten Indikatoren. Indexstände oberhalb eines Niveaus von 50 Punkten deuten einen wachsenden Welthandel an, inmitten einer expandierenden Gesamtwirtschaft. Unterhalb des Niveaus von 50 lässt sich dagegen aussagen, dass die Welthandelsaktivität schrumpft, wobei ab einem Niveau von unter 45 sogar eine deutliche Kontraktion der Gesamtwirtschaft zu erwarten ist.

Quelle: Die Vermögensverwaltungsges. Dr. Markus C. Zschaber mbH stellt den Index monatlich exklusiv dem "Handelsblatt" und dem "Nachrichtensender n-tv" zur Verfügung. Informationen zum Index unter www.zschaber.de oder www.kapitalmarktanalyse.com

Quelle: n-tv.de