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Montag, 18. Mai 2015

Welt-Handelsindex: Prognose hellt sich auf

Ein Gastbeitrag von Markus C. Zschaber

Das Jahr 2015 zeigt sich in Sachen Konjunktur von seiner soliden Seite. Gerade im verarbeitenden Gewerbe macht Vermögensverwalter Markus C. Zschaber ein Wachstumspotenzial aus.

Dr Markus Zschaber
Dr Markus Zschaber

Die Analyse zum aktuellen Niveau des Welt-Handelsindex bestätigt, dass gerade die Energiepreise (insbesondere Öl und Gas), welche in den letzten Monaten deutlich gesunken waren, für viele Staaten aber auch Unternehmen sukzessive regelrecht wie ein Konjunkturprogramm beginnen zu wirken, was an den Waren- und Investitionsgüterströmen abzulesen ist. Weiterhin existiert kein Inflationsdruck, so dass die Leitzinsen der Notenbanken bis auf weiteres auf einem sehr niedrigen Niveaus verharren. Daraus resultiert aus gesamtwirtschaftlicher Sichtweise ein positives Klima für private als auch staatliche Investitionen!

"Gerade was den globalen Investitionszyklus betrifft sehe ich weiteren Spielraum, vor allem wieder ab den Sommermonaten in den USA, aber auch in Europa sowie in Asien. Nach wie vor existieren hier Untersättigungseffekte, ich sehe gute Chancen, dass sich diese in den kommenden 12 Monaten abbauen, welches den Welthandel durchaus einen neuen und starken Schub versetzen könnte", stellt Markus C. Zschaber fest. 

Der Vermögensverwalter geht auch mit Blick auf die aktuellen Datenanalyse des Welt-Handelsindex von einem soliden Jahr 2015 aus: Die aktuellsten Daten zeigen ein moderates Wachstum in der Konjunkturdynamik mit durchaus erhöhten Expansionskräften, vor allem wenn die saisonalen Effekte herausgerechnet werden. Gerade im verarbeitenden Gewerbe sollten im Laufe des weiteren Kalenderjahres Wachstumspotenziale auftreten, da einerseits die gegenwärtige Konjunkturdelle in den USA und in China überwunden werden sollte, anderseits auch durch die substanzielleren Erwartungen der Unternehmen für mehr Geschäftsaktivität in Europa sorgen sollten.

"Ich schaue zuversichtlich auf die weitere Entwicklung der Güterströme, vor allem aktuell aus Europa. Es sieht so aus, als würden wir einen konjunkturellen Impuls endlich in Europa erleben. Ich rechne mit einer Belebung im globalen Logistiksektor in den kommenden Monaten", führt Markus Zschaber aus. Ein ganz entscheidender Faktor wird mittelfristig sein, dass der begonnene Abbau von Handelshemmnissen durch multilaterale Abkommen weiter zunimmt, wovon gerade die Schifffahrt und der Fluggüterverkehr profitieren werden.

Aber auch die immer wichtiger werdende Logistik-Dienstleistung sieht der Kölner Vermögensverwalter auf dem Vormarsch. Der Megatrend, dass Unternehmen ihre Lagerkapazitäten herunterfahren und mit hoher Dynamik just in time produzieren, schreitet zügig voran. Lieferungen müssen immer schneller und zuverlässiger erfolgen. Zugleich bestellen die Endverbraucher immer mehr im Netz und verlassen sich auf schnelle Lieferungen bis vor die Haustür.

Der größte Unsicherheitsfaktor im Welthandel sind die schwer kalkulierbaren Auswirkungen der Ukraine-Krise und die geopolitischen Interessen Russlands. Eine Drosselung der russischen Öl- und Gaslieferungen könnte zu Produktionsrückgängen in Europa führen. Die Sanktionen, die Rubelabwertung und die Kapitalflucht haben die russische Wirtschaft hart getroffen – Russland dürfte auch im Jahr 2015 in einer Rezession verharren. Darüber hinaus bestehen natürlich geopolitische Risiken aus den schwelenden Konflikten in den Staaten des Mittleren Ostens, welche unmittelbar negativen Einfluss auf die internationalen Handelsströme und insbesondere die Energiepreise nehmen können.

Bezogen auf das aktuelle Ergebnis von 71,8 kann festgehalten werden, dass zwar die Analyse zu gegenwärtigen Lage zwar noch auf relativ gesunden Niveau stagniert, allerdings die Erwartungsparameter durchaus positiv sind, was auch zum aktuellen Anstieg geführt hatte. Ein Niveau über 70% besagt, dass der Welthandel in guter Verfassung ist und der strukturelle Waren- und Dienstleistungsaustausch prosperiert. Die jüngsten Exportzahlen aus China waren zwar ernüchternd, allerdings sollten die geldpolitischen Schritte der chinesischen Notenbank vorausschauend positive Effekte erzielen können.

Zusammengefasst: "Die Weltwirtschaft ist meiner Ansicht nach auf dem besten Weg im Jahr 2015 ihr Potenzialwachstum zu erreichen, es bestehen sogar gute Chancen, dass dies sogar übertroffen wird", so Zschaber weiter.

Die makroökonomischen Daten in der Eurozone und vor allem in Deutschland profitieren aktuell von einem schwachen Euro. Hinzu kommen niedrigste Fremdkapitalkosten für die Unternehmen und die niedrigen Energie- und Rohstoffpreise, die zu weiteren Kostenentlastungen führen, was wiederum die operativen Margen verbessert. Dies sollte zu einem leichten Anheben der Produktionskapazitäten führen und den Geschäftszyklus europaweit leicht beleben.

In Deutschland sollte aufgrund der breiten Wertschöpfungsketten und den flexiblen Fertigungstiefen in nahezu allen Industriesektoren die höchste operative Performance im Vergleich zu den anderen europäischen Staaten verzeichnet werden. Daraus ergibt sich die Erwartung, dass höhere Investitionen angestrebt werden können. "Zusammengefasst die wirtschaftliche Entwicklung hängt essentiell von der Währung bzw. der Wechselkursentwicklungen ab. Hintergrund ist, dass all die Umsätze und Gewinne, welche die Unternehmen außerhalb der Eurozone erwirtschaften schlichtweg in Euro gerechnet viel mehr Wert sind als noch vor sechs Monaten. Daraus resultieren sogenannte positive Terms of Trade bzw. Skaleneffekte bei den Unternehmen, was nichts anderes bedeutet als ein erhöhtes Gewinnpotenzial in der Heimatwährung – Euro", konstatiert der Vermögensverwalter.

Auch in Asien vor allem in China spielt die Geldpolitik derzeit die erste Geige. Seit Mitte 2014 hat die Regierung – über die People's Bank of China – geldpolitische Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität und zur Senkung der Kreditkosten für Unternehmen, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen, unternommen. "Die jüngste Zinssenkung vor einigen Wochen war eine Bestätigung mehr für uns, dass sich ein neuer Zyklus geldpolitischer Lockerungen abzeichnet. Davon profitiert nicht zuletzt die Binnenwirtschaft in China, sondern auch die gesamte asiatische Region", so Zschaber.

Was bedeutet dies für Deutschland: Deutschland bieten diese Entwicklungsschritte überragende Potenziale. Denn Deutschland ist heute bereits bekannt für Produktherstellung, für Problemlösungen komplexer Abläufe und höchste Qualität. "Beides wird durch die Schwellenländer zunehmend mehr nachgefragt, hier kommen vor allem die Effizienz und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zum Tragen", gibt der Vermögensverwalter Auskunft.

"Das Gesamtbild im Welthandel ist somit stimmig, es sind teilweise zyklische Abschwächungen zu erkennen, welche sich aber in den Folgemonaten auflösen sollten. Davon profitieren nicht zuletzt auch die Weltindustrieproduktion und damit der globale Investitionsgüterzyklus. Wenn unsere Analyse richtig liegt, sollten sich die Kapazitäten im verarbeitenden Gewerbe weiter erhöhen. Der robuste Anstieg der Auftragseingänge in der Industrie in den USA lässt erwarten, dass die Industrieproduktion in den kommenden Monaten wieder anzieht. Dies ist als Reaktion auf die robuste Nachfrage entlang der gesamten internationalen industriellen Wertschöpfungskette zu verstehen und damit als die wichtigste Beweisführung für den ordentlichen Status in der Weltwirtschaft", konstatiert Markus C. Zschaber.

Zusammengefasst: Der sich weiter aufhellenden Trend bestätigt auch das aktuelle Ergebnis von 71,8 des Welt - Handelsindex, was besagt, dass das Tempo der Zuwächse im vergangenen Berichtszeitraum, gemessen an den handelsspezifischen Konditionalitäten wie Bestellmenge, Lagerbestände, Produktionsvolumen, Warenumschlagshäufigkeit und Handelsaktivität einer sehr solide Verfassung dokumentieren. Die Perspektive des Welthandels und der Weltwirtschaft gelten somit als positiv.

Was bedeutet das für den Anleger:

Die Weltwirtschaft befindet sich aktuell auf Kurs. "Fakt ist, deutsche Unternehmen sind ein Investment auf die Weltwirtschaft, ich bleibe wirklich zuversichtlich für den Dax und den MDax im aktuellen Jahr, vorausgesetzt die europäischen und explizit die deutschen Anleger finden zurück auf die Spur des Investierens", so Zschaber weiter.

"Unsere strategische Überzeugung favorisiert erstklassige Unternehmen und wir sind überzeugt, exakt diese gefunden zu haben. Vor allem die Unternehmen, welche operativ von einem schwachen Euro und den niedrigen Energiepreisen besonders profitieren und gleichzeitig sich zu niedrigsten Zinsen fremdfinanzieren können", so Zschaber weiter. Diese drei Faktoren führen zu ansteigenden, operativen Margen, die sich im Jahr 2015 im Profit niederschlagen werden. Sprich die Nachfrage nach guten Aktien mit attraktivem Geschäftsmodell wird durch die Tatsache steigen, dass die Gewinne anziehen, da diese im Vergleich zu allen anderen Anlageklassen sehr günstig sind. "Wir schauen sehr zuversichtlich auf das Jahr 2015, auch wenn es sicherlich temporäre Kursschwankungen geben wird", führt Zschaber aus

Dadurch, dass der Welt-Handelsindex ein dynamisches Gesamtbild des Welthandels zusammengefasst bietet und detailorientierte Analysen auch hinsichtlich der Konjunkturlage ermöglicht, können schnelle und aktive Reaktionen auch im Welthandelsportfolio erfolgen.

Funktionsweise Welt-Handelsindex:

Der Welt-Handelsindex fasst alle relevanten Daten aus den vier primären Transport- und Handelswegen (Schifffahrt, Schiene, Straße und Lufttransport) zusammen, gewichtet diese und verdichtet sie in einem Index.

Der Index bietet zum ersten Mal ein Gesamtbild des Welthandelszusammengefasst in einer Zahl, erfasst damit unter anderem auch die Auswirkungen der Globalisierung und überwindet funktionale und regionale Beschränkungen, der zum Beispiel nur regional ausgerichteten Indikatoren. Indexstände oberhalb eines Niveaus von 50 Punkten deuten einen wachsenden Welthandel an, inmitten einer expandierenden Gesamtwirtschaft. Unterhalb des Niveaus von 50 lässt sich dagegen aussagen, dass die Welthandelsaktivität schrumpft, wobei ab einem Niveau von unter 45 sogar eine deutliche Kontraktion der Gesamtwirtschaft zu erwarten ist.

Quelle: Die Vermögensverwaltungsges. Dr. Markus C. Zschaber mbH stellt den Index monatlich exklusiv dem "Handelsblatt" und dem "Nachrichtensender n-tv" zur Verfügung. Informationen zum Index unter www.zschaber.de oder www.kapitalmarktanalyse.com

Quelle: n-tv.de