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Die EZB drückt die Zinsen - überall.
Die EZB drückt die Zinsen - überall.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 20. September 2016

Anleihen besser als Aktien: Ist das Zinstief erreicht?

Ein Gastbeitrag von Marc-Oliver Lux

Trotz der Sommerrally notieren in Europa die meisten Aktien seit Jahresbeginn deutlich im Minus. Langlaufende Staatsanleihen liegen dagegen kräftig im Plus. Doch jetzt könnte tatsächlich die Zinswende drohen.

Minuszinsen wohin man sieht: Fast ein Drittel aller Staatsanleihen werfen weltweit mittlerweile negative Zinsen ab. Selbst deutsche Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit drehten vor wenigen Wochen ins Minus und rentierten in der Spitze mit minus 0,18 Prozent. Und Anfang September kamen sogar erstmals Unternehmensanleihen - von Henkel und Sanofi - mit einem negativen Kupon auf den Markt.

Marc-Oliver Lux hat 1999 zusammen mit Frank Präuner die Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner gegründet. Dort verantwortet der langjährige Börsenexperte als Geschäftsführer u.a. die Kundenbetreuung und das Marketing.
Marc-Oliver Lux hat 1999 zusammen mit Frank Präuner die Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner gegründet. Dort verantwortet der langjährige Börsenexperte als Geschäftsführer u.a. die Kundenbetreuung und das Marketing.

Im Wesentlichen gibt es zwei Gründe für die immer weiter fallenden Zinsen. Zum einen verfolgen die internationalen Notenbanken eine extrem expansive Geldpolitik. So kauft die EZB noch mindestens bis März 2017 jeden Monat für 80 Milliarden Euro Staats- und Unternehmensanleihen. Die Bank of Japan fährt sogar einen noch aggressiveren Kurs. Zum anderen fragen private Anleger zunehmend vermeintlich sichere Anlagen nach. Die Flüchtlingskrise, der Brexit, die dauernde Diskussion um den Fortbestand der EU und des Euro, Ängste um die wirtschaftliche Entwicklung in China und Rezessionssorgen in den USA sorgen für ein hohes Maß an Risikoaversion. Wenn "safety first" gilt, sind Staatsanleihen und Bonds von stabilen Unternehmen erste Wahl.

Die Flucht in Sicherheit hat die Kurse von Staatsanleihen und sicheren Unternehmensbonds immer weiter in die Höhe getrieben. Beispielsweise ist der ETF Euro Government Bonds 10-15 years von iShares (WKN: A0RL82), der in langlaufende europäische Staatsanleihen investiert, seit Anfang dieses Jahres um acht Prozent gestiegen. Im selben Zeitraum sind europäische Aktien, gemessen am Euro Stoxx 50, um rund zehn Prozent gefallen.

Zinswende in Sicht

Grundsätzlich können die Zinsen noch tiefer fallen und so für weiter steigende Anleihekurse sorgen. So ist es durchaus denkbar, dass die Notenbanken in Europa und Japan noch mehr Papiere am Markt aufkaufen. Doch der Trend mit immer mehr Staatsanleihen und ersten Unternehmensbonds mit negativen Zinsen ist mittlerweile reif für eine Wende. Wann die genau kommt, lässt sich schwer vorhersagen. Dass sie kommt, wird jedoch immer wahrscheinlicher.

Privatanleger können den Minuszinsen mit der Haltung von Bargeld entgehen. In diese Richtung steuern auch erste institutionelle Investoren wie die Rückversicherung Munich Re. Wenn immer mehr Anleger in Cash wechseln, sinkt die Nachfrage nach negativ rentierenden Anleihen, was wiederum für fallende Kurse sorgt.

Höhere Verbraucherpreise

Außerdem könnte der Ölpreis durch einen Basiseffekt in den kommenden Monaten für eine steigende Inflation sorgen. Ein Barrel der Sorte Brent kostete im Januar dieses Jahres mit weniger als 28 Dollar so wenig wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren. Mittlerweile notiert der Preis aber wieder 18 Dollar oder mehr als 60 Prozent höher. Das wird sich ab Anfang 2017 zunehmend in der allgemeinen Preissteigerung niederschlagen.

Da Öl außer in Benzin und Heizöl in zahllosen weiteren Produkten steckt, ist es einer der maßgeblichen Einflussfaktoren für die Inflation. Und steigende Preise sind in der Regel auch mit höheren Zinsen, dem Preis für geliehenes Geld, verbunden. Tatsächlich empfiehlt unser Signalsystem, das wir intern in unserer Vermögensverwaltung verwenden, erstmals seit vielen Jahren für 2017 eine Umschichtung von langen in kurze Anleihen-Laufzeiten.

Anleger, die mit einer unmittelbar anstehenden Zinswende rechnen - vielleicht auch, weil die US-Notenbank Fed mit einer Zinsanhebung die Geldpolitik der EZB konterkarieren könnte - setzen auf einen Short-Renten-ETF, zum Beispiel von Amundi (WKN: A0YF8L). Alternativ und für Investoren, die der Frage des Timings der Zinswende aus dem Weg gehen wollen, bietet sich der Tungsten TRYCON Basic Invest HAIG (WKN HAFX28) an. Dabei handelt es sich um einen der besten Managed-Future-Fonds am deutschen Markt, der unterschiedliche Trends in den Zins-, Aktien- und Währungsmärkten spielen kann.

Disclaimer

Diese Publikation dient nur zu Informationszwecken und zur Nutzung durch den Empfänger. Sie stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung seitens oder im Auftrag der Dr. Lux & Präuner Vermögensverwaltung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Investmentfonds dar. Die in der vorliegenden Publikation enthaltenen Informationen wurden aus Quellen zusammengetragen, die als zuverlässig gelten. Die Dr. Lux & Präuner Vermögensverwaltung gibt jedoch keine Gewähr hinsichtlich deren Zuverlässigkeit und Vollständigkeit und lehnt jede Haftung für Verluste ab, die sich aus der Verwendung dieser Information ergeben.

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Quelle: n-tv.de