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Montag, 22. September 2014

Welt-Handelsindex: Globaler Handel auf Wachstumskurs

Markus Zschaber blickt optimistisch in die Zukunft. Die Handelsaktivitäten legen weltweit zu, stellt der Vermögensverwalter fest. Davon sollte auch Deutschland profitieren.

"Wir erkennen einen weiteren Anstieg der Handelsaktivitäten rund um den Globus sowie eine erhöhte Auslastung der Kapazitäten in den letzten Wochen, was zu positiven Skaleneffekten führen sollte, fasst der Kölner Vermögensverwalter Markus C. Zschaber, der monatlich exklusiv für den Nachrichtensender n-tv und das "Handelsblatt" den Welt-Handelsindex berechnet, die aktuelle Marktlage zusammen. Vor allem in Lateinamerika, Nordamerika und in Asien zeigen sich deutliche Anstiege der Geschäftsaktivitäten. Das Handelsvolumen insgesamt, gemessen an den Außenhandelsdaten, verdeutlicht auch eine starke Zunahme der Handelsaktivitäten zwischen den drei Kontinenten.

"Auch seitens unserer Binnenmarktanalyse zeigt sich die USA in einem regelrechten Boom, wovon nicht zuletzt gerade der Handel und damit auch die Logistikbranche in den USA maßgeblich profitieren. Das Verbrauchervertrauen und die Konsumfreudigkeit sind weiterhin extrem stabil und auf sehr hohem Niveau. Wenn wir in den USA auf die Schlüsselindikatoren schauen, zeigen sich gute Aussichten, gemäß der Handelsaktivität im Bausektor, Einzelhandel und in der Außenwirtschaft", gibt sich Zschaber zufrieden.

Dr. Markus C. Zschaber
Dr. Markus C. Zschaber

Dies wiederum führte dazu, dass die Kapazitätenauslastung in den USA weiter ansteigen sollte, trotz des jüngst leichten Rücksetzers. "Ich gehe von einem weiterhin sehr robusten Produktionsniveau in der Gesamtindustrie aus, was nicht zuletzt an den sehr hohen Auftragsbeständen und den jüngst sehr freundlichen Neuaufträgen abzulesen war", so Zschaber weiter. Darüber hinaus konnte im Flugfrachtverkehr im Inland der USA jüngst eine weitere Belebung festgestellt werden, was die positiven konjunkturellen Entwicklungen untermauert. Dies sollte nicht zuletzt ein Fundament dafür bilden, dass der Investitionszyklus in den USA weiter zyklisch stimuliert wird, so dass gerade der Standort Deutschland mit seinen Maschinenbauern und Produzenten von Investitionsgütern partizipieren sollte. "Keiner der 34 zur OECD gehörenden Staaten wird seine Exporte an Ausrüstungsgütern in den nächsten Jahren in die USA stärker steigern können. Die deutschen Maschinenbauer, Fabrikausstatter und Fertigungstechniker werden zwischen 2013 und 2017 Industrieausrüstungen im Wert von 29 Milliarden US-Dollar (21,6 Mrd. Euro) mehr in die USA exportieren als 2008 bis 2012. Damit sollte die US-amerikanische Großindustrie zur Lokomotive der deutschen Wirtschaft werden", führt der Geldmanager aus.

In Asien zeigt sich weiterhin eine gewisse divergente Entwicklung in der Handelsaktivität. Zwar stiegen die Bestellungen in China von ausländischen Waren und Dienstleistungen zuletzt, was aber eher auf die Lagerzyklik zurückzuführen ist. Die inländischen als auch ausländischen Investitionen zeigen sich einerseits solide, anderseits sind die Interventionen der Regierung auf den Kreditfluss zu spüren, so dass abzuwarten ist, welche Dynamik sich im letzten Quartal auf Seiten der chinesischen Güternachfrage sich entfalten kann. "Sollte die Geldpolitik nochmals Lockerungsmaßnahmen durchführen, was durchaus als realistisch einzustufen ist, könnte die Handelsaktivität nochmals einen Schub bekommen. Die Kapitalströme nach und innerhalb Asiens verdeutlichen aber die solide Konjunkturverfassung des Kontinents. Gerade der Binnenhandel zeigt weitere Expansion an, vor allem in den aufstrebenden Nationen, die über hervorragende Stabilitätskennzahlen verfügen, welche allesamt die Maastricht-Kriterien, erfüllen würden, wie beispielsweise Indonesien", so Zschaber weiter. Nach den Wahlen in Indonesien, die eine wirtschaftsfreundliche Regierung hervorgebracht haben, wächst die Zuversicht auf einen zügigen Ausbau der Infrastruktur in der größten Volkswirtschaft Südostasiens, u.a. zum verbesserten Transport von Agrar- und Industrierohstoffen. Indonesien ist der eindeutige Outperformer unter den Schwellenländern. Von den starken Auftragsvolumina aus der asiatischen Region profitieren jüngst auch einmal mehr die deutsche und die US-Industrie.

In Europa zeigt sich die Binnennachfrage weiterhin unter dem zyklischen Einfluss der eigenen Konjunktur, welche eine Verschnaufpause durchlief, zeitgleich eine potenzielle Deflationsgefahr in Südeuropa entstand und von den geopolitischen Krisen rund um die Ukraine negativ begleitet wurde. Wir erkennen zwar eine gewisse relative Stabilität in der Auftragslage, was auch zu einem leichten Anstieg des Binnenwachstums in Europa in den letzten vier Monaten des Jahres 2014 führen sollte. Insgesamt bleibt der Markt aber tendenziell unter seinen Möglichkeiten zurück.

Der weltweite Warenumschlag konnte in den letzten vier Wochen zulegen, was allerdings in erster Linie auf die zunehmend positiver verlaufende Wirtschaftsaktivität, Geschäftslage und dem Einzelhandel sowie der Außenwirtschaft der USA zurückzuführen ist.

Hinzu kommt, dass auch die Handelsaktivität gemessen am Warenaustausch und Warenumschlag per Schiff, Lkw, Flugzeug und Schiene in den Emerging Markets ein solides Niveau erreicht. Gerade aus den Mittelschichten in den Schwellenländern konnte jüngst wieder eine zunehmende Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern erkannt werden. Zschaber verweist auf diese Entwicklung und fügt an, dass deutsche Exporteure gleich zweifach, direkt und indirekt, weiterhin davon profitieren werden. So ist die deutsche Industrie traditionell in den Technologie-Sektoren gut aufgestellt. Der weltweite Handel mit Hightech-Produkten wiederum wird weiterhin stark wachsen, dass bedeutet eine große Wachstumschance für deutsche Exporteure für die kommenden Jahre. Der Welt-Handelsindex zeigt ein Expansionsniveau von 72,3% (Vormonat 71,1%).

Die Konklusio ist, dass der Expansionspfad im Welthandel sehr robust zum aktuellen Zeitpunkt ist. Unterstützend wirken weiterhin im Welthandel die Nachfrage nach Investitionsgütern und Konsumgütern im hohen Maße seitens der USA. "Das können wir eindeutig an den Umschlagsdaten in den wichtigsten US-Häfen sowie an den Transportzahlen an den Flughäfen verifizieren. Außerdem zeigen sich deutliche Steigerungen in den Konditionierungen und Auslastungen im Straßengütertransport, was belegt, dass der Binnenhandel der USA in Takt ist und an Dynamik zulegt", konstatiert der Vermögensverwalter.

Die aufstrebenden Länder in Asien haben sich in den letzten Jahren zu Hauptakteuren im globalen Handel und zwar in Form von Nachfrage nach komplexen Investitionsgütern, vor allem aus Europa und Deutschland entwickelt. Auf der anderen Seite steht die Region aber auch für technisch hochentwickelte Erzeugnisse.

Deutschlands Handel ist gegenwärtig vor allem vom Geschäft mit Industriemaschinen und Transporttechnik mit westlichen Handelspartnern dominiert. Allerdings gehört China bereits heute zu Deutschlands Top 5-Exportdestinationen. "Die Handelsaktivität mit diesen Volkswirtschaften sollte neben der hohen US-Nachfrage insgesamt die Zurückhaltung bzw. die Handelsreduktion mit Russland aufgrund der Sanktionen kompensieren. Außerdem zeigen die Aufträge nach deutschen Zwischenerzeugnissen für den Infrastrukturausbau, dass "Made in Germany" weiterhin gefragt ist. Auch wenn die Zurückhaltung aus Russland hier etwas bremsend wirken sollte", beschreibt Zschaber den Status Quo um die deutsche Industrie.

Was bedeutet das für den Anleger?

Die globale Konjunkturerholung zeigt sich insgesamt sehr robust, auch gegenüber geopolitischen Schocks, wie zuletzt in puncto Ukraine-Konflikt. Dies bestätigt unter anderem auch der sehr starke Aufwärtstrend des weltwirtschaftlichen Frühindikators Aluminium, welcher sich jüngst zunehmend verteuerte, alleine in 2014 um 17,5 Prozent. Diese Einschätzung untermauern auch die Entwicklungen der Energierohstoffe, welche trotz geopolitischer Spannungen relativ unaufgeregte Preisentwicklungen verzeichneten.

Die Wirtschaft in Europa läuft im Vergleich zur US-amerikanischen noch untertourig. Nach unserer Einschätzung stehen die Chancen aber gut, dass sie im kommenden Jahr Fahrt aufnimmt. Zudem sollte der Euro gegenüber dem US-Dollar und auch handelsgewichtet weiter abwerten. Dies sollte sich dann in deutlich steigenden Unternehmensgewinnen und –Umsätzen niederschlagen.

Unterm Strich konstatiert Zschaber: "Die großen Treiber sind nach wie vor die nachhaltig extrem günstige Liquidität durch niedrigste Zinsen und eine Geldmenge, die global durch die Notenbanken erweitert wird. Wir sind weiterhin von Unternehmen überzeugt, die von der Welthandelsaktivität profitieren. Voraussetzungen hierfür sind eine Preisdurchsetzungsmacht, eine globale Präsenz, ein geringer Verschuldungsgrad und ein Investitionsbedarf, welcher durch den Cash-Flow zu finanzieren ist.

  • IT-Infrastruktur: Markus C. Zschaber sieht im Rahmen der hohen Welthandelsdynamik gerade in den USA und Asien vor allem Softwareunternehmen, die organisatorischen Anwendungen herstellen und von höheren Bestellmengen profitieren, einem höherem Umsatzwachstum ausgesetzt. Darunter sollten vor allem "SAP" sowie "Adobe Systems" & "Microsoft" fallen.

 

  • Konsum/Tabakwaren: "Grundsätzlich zeichnen sich Tabakkonzerne durch die außergewöhnliche Fähigkeit aus, Preiserhöhungen durchzusetzen. Trotz der bei fast allen globalen Marken zu beobachtenden Volumenrückgänge konnten sie ihre Umsätze und letztlich auch Gewinne über die vergangenen Jahre konsequent in die Höhe treiben. Im Rahmen der Wohlstandseffekte in Asien sehe ich hier gute Chancen, dass neben der Pricing-Power auch die Absatzvolumina in den kommenden Quartalen ansteigen sollten, was sich entsprechend auch in den Gewinnen widerspiegeln sollte", so der Vermögensverwalter. Interessant sind "British American Tobacco" & "Imperial Tobacco Group".

Disclaimer

Die benannten Aktien sind nur als begleitende Information zu verstehen und dienen nicht als konkreter Anlage-Ratschlag. Sie stellen keine Anlageberatung, keine Anlagevermittlung, keine steuerliche Beratung, kein Angebot, keine Empfehlung und keine Aufforderung zum Treffen von Anlageentscheidungen oder zum Tätigen von Geschäften in Finanzinstrumenten, wie zum Beispiel den Erwerb oder die Veräußerung von Investmentanteilen und keine sonstige Empfehlung dar.

Neben diesen drei Aktientiteln befinden sich noch eine ganze Reihe weiterer interessanter Aktienunternehmen im sogenannten Welthandelsportfolio die im Rahmen der Veröffentlichung zum Welthandelsindex zukünftig vorgestellt werden. Das Welthandelsportfolio ist eine musterhafte Allokation von Unternehmen, die hinsichtlich ihrer Absatz- und Produktionsstrukturen am Welthandel direkt beteiligt sind beziehungsweise vom Welthandel und dessen globalen Handelsströmen partizipieren. Das Welthandelsportfolio reagiert auf die Veränderungen des Welthandelsindex und erreicht damit eine hohe Teilnahme an der Wertschöpfung unserer Weltwirtschaft. Dadurch, dass der Welthandelsindex ein dynamisches Gesamtbild des Welthandels zusammengefasst bietet und detailorientierte Analysen auch hinsichtlich der Konjunkturlage ermöglicht, können schnelle und aktive Reaktionen auch im Welthandelsportfolio erfolgen.

Funktionsweise Welt-Handelsindex:

Der Welt-Handelsindex fasst alle relevanten Daten aus den vier primären Transport- und Handelswegen (Schifffahrt, Schiene, Straße und Lufttransport) zusammen, gewichtet diese und verdichtet sie in einem Index. Der Index bietet zum ersten Mal ein Gesamtbild des Welthandels zusammengefasst in einer Zahl, erfasst damit unter anderem auch die Auswirkungen der Globalisierung und überwindet funktionale und regionale Beschränkungen, der zum Beispiel nur regional ausgerichteten Indikatoren. Indexstände oberhalb eines Niveaus von 50 Punkten deuten einen wachsenden Welthandel an, inmitten einer expandierenden Gesamtwirtschaft. Unterhalb des Niveaus von 50 lässt sich dagegen aussagen, dass die Welthandelsaktivität schrumpft, wobei ab einem Niveau von unter 45 sogar eine deutliche Kontraktion der Gesamtwirtschaft zu erwarten ist.

Quelle: Die Vermögensverwaltungsges. Dr. Markus C. Zschaber mbH stellt den Index monatlich exklusiv dem "Handelsblatt" und dem Nachrichtensender "n-tv" zur Verfügung. Informationen zum Index unter www.welthandelsindex.com oder www.kapitalmarktanalyse.com

Quelle: n-tv.de, Dr. Markus C. Zschaber Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH

Quelle: n-tv.de