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Montag, 19. Oktober 2009

Umstrittener Kreditverkäufer: DSB Bank pleite

Ein Bank Run erster Güte hat in den Niederlanden die DSB Bank binnen kürzester Zeit in den Ruin getrieben. Für das vergleichsweise junge private Finanzhaus kommt die Pleite quasi über Nacht - gänzlich überraschend ist sie jedoch nicht.

Die Bank und gleichsam ihr Gründer Dirk Scheringa haben seit den 70er-Jahren eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. Mit harten Bandagen positionierte Scheringa das Institut seit der Gründung 1975 als Geldverleiher für Privatkunden. Zuletzt stand die Bank mit einem Marktanteil von 17 Prozent und 1,3 Mio. Kunden hinter rund jedem sechsten Verbraucherkredit in den Niederlanden. Daneben ist sie auch im Hypothekenmarkt aktiv. Auch in Deutschland ist die DSB Bank am Markt. 2003 startete sie in Düsseldorf als Kreditvermittler, zwei Jahre später eröffnete sie eine Niederlassung. Wie auch in den Niederlanden liegt der Tätigkeitsschwerpunkt hierzulande auf dem Bereich von Privatkrediten und Immobilienfinanzierungen.

Unn ötige Versicherungen verkauft

Die Vertriebsmethoden der Bank waren jedoch umstritten. Dies führte so weit, dass die Aufsichtsbehörden unlängst eine Strafe gegen die DSB Bank verhängten, weil das Institut ihren Kunden Kredite weit über deren finanziellen Verhältnissen aufgedrückt hatte. Auch der großzügige Verkauf unnötiger Versicherungen gehörte demnach zum Repertoire der Bank.

Der Erfolg der DSB Bank machte Gründer Scheringa zu einem der reichsten Holländer. Neben der Bank schmückt er sich mit seinem eigenen Fußballclub AZ Alkmaar, der bereits den Bayern-Trainer van Gaal unter Vertrag hatte. Lange dürfte Scheringa an seinem Erstligisten jedoch keine wahre Freude mehr haben.

Anfang Oktober rief eine Vereinigung geschädigter Kunden dazu auf, Einlagen von den Konten abzuheben. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Innerhalb von zwei Wochen zogen die Kunden mehr als 500 Mio. Euro ihrer Einlagen ab. Damit spitzte sich die Lage der Bank binnen kurzer Zeit derart zu, dass die Zentralbank der Niederlande die DSB kurzerhand unter Zwangsverwaltung stellen musste. Nachdem ein letzter Rettungsversuch durch einen Notverkauf an einen seriösen Investor scheiterte, meldete die Bank Insolvenz an. Kunden, die ihr Geld noch nicht in Sicherheit gebracht haben, sind mit ihren Einlagen durch die Zentralbank der Niederlande mit maximal 100.000 Euro abgesichert.

Quelle: n-tv.de