Ratgeber

Aktienanlagen im Langzeitrückblick 10,5 Prozent Rendite p.a. waren drin

Rekordjagd an den Börsen: Mit einer Investition in Aktien war in letzter Zeit wieder Geld zu verdienen. Doch wie rentabel wäre die Anlage seit 1999? Und wo lohnte sie besonders? Finanztest hat nachgerechnet und gibt Tipps für die Zukunft.

Wer Geld anlegen will, sollte sich nicht nur auf die Beratung verlassen.

Wer Geld anlegen will, sollte sich nicht nur auf die Beratung verlassen.

(Foto: dpa-tmn)

Dem billigen Geld sei Dank. Die Stimmung an den weltweiten Aktienmärkten ist besser, als die tatsächlichen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Wohl auch mangels attraktiver Alternativen boomen die Börsen. 

Auch wenn die Zukunft ungewiss ist, kann ein Blick zurück lohnend sein. Das dachte sich auch Finanztest und hat die Entwicklung der Börsen dieser Welt seit Einführung der Euro-Berechnung 1999 ausgewertet. Die Tester bedienten sich dabei der jeweiligen Performanceindizes - sie enthalten im Vergleich zu Kursindizes auch Dividendenzahlungen.

Steuern mussten bei den ermittelten Renditen nicht berücksichtigt werden, da die Abgeltungssteuer für Kapitalerträge in Deutschland erst 2009 in Kraft trat. Kursgewinne von Aktien, die vorher erworben wurden, bleiben nach dem bis dahin geltenden Recht steuerfrei, vorausgesetzt, diese Aktien wurden länger als ein Jahr im Depot geführt.

Eines wird bei der Betrachtung dennoch schnell klar: Die langfristigen Renditen waren dank zweier übler Börsencrashs zwischen 1999 und 2013 sehr durchwachsen. So brachte ein globales Aktieninvestment gerade einmal 3,2 Prozent Durchschnittsrendite pro Jahr (p.a.) und auch eine Investition in Deutschland wurde nur mit 3,5 Prozent p.a. belohnt - in den USA waren es sogar nur 2,9.

Immerhin waren in der Schweiz durchschnittlich 5 Prozent zu holen. Was neben den eigentlichen Kursgewinnen mit Branchenriesen wie Nestlé, Roche und Novartis auch daran lag, dass der Schweizer Franken seit 1999 rund 30 Prozent gegenüber dem Euro aufgewertet hat.

Vorsicht bei den Spitzenreitern

Der rentabelste europäische Aktienmarkt war für Euro-Anleger der dänische. Hier konnten durchschnittliche Renditen von 9,5 Prozent p.a. erzielt werden. Allerdings lag dies nicht zuletzt an der Erfolgsgeschichte des Pharmakonzerns Novo-Nordisk, dessen Gewicht im MSCI Denmark bei rund 50 Prozent liegt - Risikostreuung sieht anders aus. Und auch die formidable Wertentwicklung des australischen Aktienmarktes ist mit Vorsicht zu genießen, finden sich im MSCI Australia doch vor allem Titel aus der Rohstoff- und Finanzbranche. Letztere konnten die Finanzkrise deutlich besser meistern als ihre Konkurrenten aus Europa und den USA.

Deutlich wird Finanztest bei einer Bewertung des japanischen Aktienmarktes. Konnte dieser im vergangenen Jahr 60 Prozent Kurssteigerung verbuchen, sind es im Gesamtzeitraum nur durchschnittlich 1,5 Prozent. Der derzeitige Boom speist sich vor allem aus den lächerlich niedrigen Zinsen. Große Schwankungen gehören hier zur Normalität. Für Zocker ein Traum - besonnene Anleger sollten die Finger vom MSCI Japan lassen.

Um eine hohe Risikostreuung zu gewährleisten, empfiehlt Finanztest denn auch eine Anlage im MSCI World oder Stoxx Europe 600. Aber bei aller Börseneuphorie darf das Risiko einer Aktienanlage nicht unterschätzt werden. Es sollte nur Geld investiert werden, das langfristig nicht für den Alltag benötigt wird. Und schließlich wird davon abgeraten, die gesamte Summe auf einmal anzulegen. Stattdessen reduziert es das Risiko, wenn über mehrere Monate in Teilbeträgen am Aktienmarkt investiert wird.

Quelle: ntv.de, awi

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