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Konzernchef Matthias Müller (links) und Finanzvorstand Frank Witter vor einem selbstfahrenden Sedric-Schoolbus.
Konzernchef Matthias Müller (links) und Finanzvorstand Frank Witter vor einem selbstfahrenden Sedric-Schoolbus.(Foto: dpa)
Dienstag, 13. März 2018

Volle Kraft bei E-Mobilität: VW schafft kräftige Gewinnsteigerung

Das Jahr 2017 geht als sehr erfolgreiches in die Volkswagen-Annalen ein. Die Kernmarke verzeichnet den höchsten Gewinnanstieg. Auch das Lkw-Geschäft läuft gut. Die Wolfsburger forcieren den E-Auto-Bau.

Volkswagen hat im vergangenen Jahr von der breiten Aufstellung mit Autos für den Massenmarkt als auch Premiumwagen profitiert und den Gewinn kräftig gesteigert. Rückenwind erhielt der Dax-Konzern aber auch vom Lkw-Geschäft, das wegen der guten Branchenlage zunehmend besser läuft. Insgesamt haben alle Marken 2017 einen Gewinn erzielt. Den Ausblick für das Gesamtjahr, der bereits Ende Februar bei Veröffentlichung der Eckzahlen 2017 ausgegeben und von Analysten teils als schwach kritisiert wurde, bestätigte der Konzern.

Mit am deutlichsten fällt der Gewinnanstieg bei der Kernmarke VW aus. Wegen Kostensenkungen und starken Verkäufen im größten Automarkt China kletterte das operative Ergebnis kräftig auf 3,3 Milliarden Euro. Der Umsatz sank auf 80 Milliarden von 105,7 Milliarden Euro, was allerdings auf eine Bilanzumstellung zurückzuführen ist. Die operative Marge der Kernmarke liegt bei 4,1 Prozent.

Beim hochprofitablen Sportwagenhersteller Porsche lief es ebenfalls gut: Der Gewinn stieg auf gut 4 Milliarden von 3,7 Milliarden Euro, während der Umsatz auf 21,67 Milliarden von 20,71 Milliarden kletterte. Die operative Marge stieg leicht auf 18,4 von 18 Prozent.

Optimistisch stimmt nach einem guten Schlussquartal das Premiumgeschäft um Audi. Während der Umsatz 2017 auf 60,13 (59,32) Milliarden Euro stieg, zog das operative Ergebnis auf 5,06 Milliarden nach 4,85 Milliarden an.

E-Auto-Bau in 16 Werken

VW setzt künftig auf Elektromobilität. Bis Ende 2022 sollen batterie-elektrisch angetriebene Autos an weltweit 16 Standorten gebaut werden. Derzeit sind es drei Standorte, sagte Konzernchef Matthias Müller in Berlin. Schon in zwei Jahren sollen neun weitere Werke des Konzerns für die Produktion von E-Autos gerüstet sein. Dabei helfen sollen Partnerschaften mit Batterieherstellern für Europa und China. Die bisher erteilten Aufträge beliefen sich auf ein Volumen von 20 Milliarden Euro. Für Nordamerika stehe die Lieferantenentscheidung kurz bevor.

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"Wir haben in den vergangenen Monaten alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die "Roadmap E" zügig und entschlossen umzusetzen", sagte Müller. Im vergangenen Herbst hatte Volkswagen angekündigt, bis 2025 bis zu drei Millionen E-Autos pro Jahr zu bauen und 80 neue elektrifizierte Modelle auf den Markt zu bringen.

Die Wolfsburger denken auch über eine eigene Fertigung von Batteriezellen nach, bei denen deutsche Hersteller derzeit noch stark von Zulieferern vor allem aus Asien abhängen. Im Werk Salzgitter wird bereits eine Zellforschung aufgebaut. Eine Entscheidung über eine mögliche Produktion solcher Komponenten ist aber noch nicht gefallen.

Die Pläne bedeuteten aber keine Abkehr vom Verbrennungsmotor. Der moderne Dieselmotor sei auch mit Blick auf den Klimaschutz Teil der Lösung, sagte Müller. "Allein 2018 fließen fast 20 Milliarden Euro in unser konventionelles Fahrzeug- und Antriebsportfolio; über die nächsten fünf Jahre sollen es in Summe über 90 Milliarden Euro sein."

Deutlich mehr Geld für den Konzernchef

Der Gewinnanstieg macht sich auch im Portemonnaie von Vorstandschef Müller bemerkbar. Seine nach HGB berechnete Gesamtvergütung kletterte im vergangenen Jahr auf 10,14 Millionen Euro. 2016 verdiente er - noch nach dem alten Vergütungssystem - rund 7,3 Millionen Euro. Müller erhielt 2017 deutlich mehr als Daimler-Chef Dieter Zetsche, der auf vergleichbarer Basis auf 8,6 Millionen Euro kam.

Insgesamt stiegen die Vorstandsbezüge bei Volkswagen um fast ein Drittel auf gut 50 Millionen Euro. Seit dem vergangenen Jahr gilt bei den Niedersachsen ein neues Vergütungssystem. Der Aufsichtsrat hat das Gehalt des Vorstandschefs bei zehn Millionen Euro gedeckelt, die übrigen Vorstandsmitglieder sollen nicht mehr als 5,5 Millionen Euro erhalten. Bonuszahlungen sind künftig vom Aktienkurs abhängig und orientieren sich stärker am Kapitalmarkt. Damit folgt VW einer Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex und reiht sich bei der Maximalvergütung in die Reihe anderer Dax-Konzerne ein.

Quelle: n-tv.de