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Jean-Dominique Senard ist seit Januar neuer Präsident des Verwaltungsrates von Renault.
Jean-Dominique Senard ist seit Januar neuer Präsident des Verwaltungsrates von Renault.(Foto: dpa)
Mittwoch, 12. Juni 2019

"Kein Erfolg ohne Allianz": Renault hält an Bündnis mit Nissan fest

Der drohende Prozess um Ex-Unternehmenschef Ghosn und die geplatzte Fusion mit Fiat bringen die Allianz zwischen Renault und Nissan ins Wanken. Dennoch will der französische Autobauer weiter auf Kontinuität setzen und an dem Bündnis mit den Japanern festhalten.

Der französische Autokonzern Renault will an seiner gut 20-jährigen Allianz mit dem japanischen Hersteller Nissan festhalten. Renault-Chef Jean-Dominique Senard sagte auf der Hauptversammlung in Paris, es gebe "keinen Erfolg der Renault-Gruppe ohne Erfolg der Allianz". Überschattet wurde die Aktionärsversammlung von der geplatzten Fusion mit dem Autohersteller Fiat Chrysler. Auch der drohende Prozess gegen den früheren Renault-Chef Carlos Ghosn lastet auf dem Konzern.

Senard zeigte sich vor den Aktionären tief enttäuscht über den geplatzten Fusionsversuch. Ziel sei es gewesen, einen europäischen Spitzenreiter in der Autobranche zu formieren. "Für Frankreich, für Renault und für Europa gab es ein perfektes Beispiel, um zu zeigen, dass wir fähig sind, etwas gemeinsam zu machen." Ziel war es, den drittgrößten Autohersteller der Welt zu formieren und damit die Marktführer Toyota und VW herauszufordern.

Fiat Chrysler hatte Mitte vergangener Woche seine Offerte für einen Zusammenschluss überraschend zurückgezogen, da Renault eine Entscheidung über förmliche Fusionsgespräche verzögerte. Der französische Staat hält 15 Prozent der Anteile an Renault und hat deshalb eine starke Stellung. Senard sagte, der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire habe ihm vor einigen Monaten geraten, Kontakt mit den Verantwortlichen von Fiat Chrysler aufzunehmen. Das habe er gemacht, berichtete Senard.

Ghosn-Affäre trübt Stimmung

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Es war das erste Aktionärstreffen seit langem ohne den langjährigen Konzernchef Carlos Ghosn. Der Topmanager war Ende 2018 in Japan wegen angeblichen Verstoßes gegen Börsenauflagen verhaftet worden. Ghosn war Architekt der Autoallianz mit Nissan und Mitsubishi - mit dem Bekanntwerden der Affäre um den schillernden Topmanager war das Bündnis in eine schwere Krise geraten, die immer noch nicht überwunden ist.

Zu Jahresbeginn hatte Renault eine neue Führung eingesetzt. Senard ist in Boulogne-Billancourt Präsident, das operative Geschäft wird von Generaldirektor Thierry Bolloré geführt. Die Hauptversammlung bestätigte mit großer Mehrheit den seit mehreren Monaten amtierenden Senard. Neu in den Verwaltungsrat kam die frühere Daimler-Topmanagerin Annette Winkler.

Quelle: n-tv.de