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Dienstag, 11. Januar 2011

China kauft die falschen Euro-Bonds: Ex-Zentralbankberater warnt

Peking investiert im großen Stil in Euro-Anleihen der Hochschuldenländer. Spanien und Co. bauen auf diese Finanzspritzen. Jetzt mahnt ein Ex-Zentralbankberater dazu, diese Investitionen zugunsten der neuen Euro-Bonds für den Rettungsschrim zu überdenken.

Ende des Monats sammelt der Euro-Rettungsfonds erstmals Geld bei Anlegern ein. Möglicherweise ein lukrativeres Investment für die Chinesen. Hier das Gebäude der chinesischen Zentralbank.
Ende des Monats sammelt der Euro-Rettungsfonds erstmals Geld bei Anlegern ein. Möglicherweise ein lukrativeres Investment für die Chinesen. Hier das Gebäude der chinesischen Zentralbank.(Foto: REUTERS)

Ein einflussreicher geldpolitischer Wissenschaftler hat China zur Vorsicht beim Kauf europäischer Anleihen geraten. Die Volksrepublik sollte sich der damit verknüpften Risiken bewusst sein, sagte der ehemalige Berater der chinesischen Zentralbank, Yu Yongding.

"Im Prinzip unterstützen wir den Euro, müssen aber sicherstellen, dass unsere Investitionen sicher sind und Ertrag bringen." Statt des Kaufs spanischer oder griechischer Bonds empfahl der Wissenschaftler den Erwerb von Anleihen der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), die den Rettungsschirm der Euro-Zone organisiert. Hier treten die Länder der Eurozone erstmals als gemeinsamer Emittent auf. Einige Analysten sehen diese Bonds gar als Vorläufer für mögliche Euro-Bonds. Sie gelten als ebenso sicher wie Bundespapiere.

Ist Japan cleverer?

Der Vorteil der EFSF sei ihr Top-Rating, sagte Yu, der an der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften arbeitet. Bislang hat China erklärt, griechische und spanische Anleihen zu kaufen, sich zum Volumen seines Engagements aber nicht geäußert. Anders als China kündigte Japan bereits an die neuen Bonds zu zeichnen und äußerte sich sogar zu dem geplanten Umfang der Investitionen. 20 Prozent der EFSF-Papiere sollen danach gezeichnet werden.

Yu zeigte sich erneut zuversichtlich über die künftige Rolle der europäischen Gemeinschaftswährung. "Ich habe Vertrauen in den Euro. Europas Wirtschaft läuft nicht schlecht, Deutschlands Wirtschaft geht es sehr gut und Frankreichs Wirtschaft schlägt sich ok". Langfristig werde der Dollar schwächer werden. China müsse seine Devisenreserven weiter diversifizieren und das Übergewicht an US-Wertpapieren abbauen.

 

 

Quelle: n-tv.de