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(Foto: picture alliance / Boris Roessle)
Montag, 15. Januar 2018

"Tiroler Nussöl"-Hersteller: Dermapharm Eröffnet deutsche IPO-Saison

Der Arzneimittel-Hersteller Dermapharm nimmt einen neuen Anlauf aufs Börsenparkett. Das bayerische Unternehmen rechnet für sich mit gut 100 Millionen Euro. Damit soll das unter anderem das Auslandsgeschäft angekurbelt werden.

Der bayerische Arzneimittel-Hersteller Dermapharm will der erste Neuzugang an der Frankfurter Börse in diesem Jahr werden. Das Familienunternehmen aus Grünwald bei München gab den Startschuss für den Börsengang, der bis Mitte Februar über die Bühne gehen dürfte. Schätzungen von Analysten der Emissionsbanken zufolge könnte der Spezialist für Hautkrankheiten und Allergien mit 1,5 Milliarden bis 1,75 Milliarden Euro bewertet werden.

Rund ein Viertel der Aktien solle künftig im Streubesitz sein, so dass die Emission rund 400 Millionen Euro schwer werden dürfte. Der Firma selbst sollen 100 Millionen Euro zufließen, mit denen sie weiter zukaufen und die Expansion ins Ausland vorantreiben will. Die Familie Beier will auf Dauer die Mehrheit behalten.

Firmengründer Wilhelm Beier hat seit 1991 aus mehreren mittelständischen Herstellern einen Arzneimittel-Konzern gebaut. Dermapharm bewegt sich in Nischen, in denen das Unternehmen hohe Marktanteile für sich reklamiert. Seine bekannteste Marke ist die Sonnenkosmetik "Tiroler Nussöl". Mehr als die Hälfte des Umsatzes von insgesamt 444,5 Millionen Euro (2016) entfällt aber auf den renditeschwachen Re-Import von Arzneimitteln. Das operative Ergebnis (Ebitda) lag 2016 bei 102,7 Millionen Euro.

Die Basis für den Börsenprospekt sind die Geschäftszahlen der ersten neun Monate 2017, in denen der Umsatz um acht Prozent gestiegen und die operative Rendite sich weiter verbessert hat. Vorstandschef Hans-Georg Feldmeier will das bisher vor allem in Deutschland aktive Unternehmen internationalisieren. Erste Schritte nach Großbritannien, Italien und Spanien hat Dermapharm bereits unternommen.

Beier hat schon mehrere Anläufe genommen, sein Unternehmen zumindest zum Teil zu verkaufen. Zuletzt hatte er 2016 einen Rückzieher gemacht, als die Finanzinvestoren BC Partners und Nordic Capital Insidern zufolge rund 1,1 Milliarden Euro boten.

Begleitet wird der Börsengang federführend von der Hamburger Privatbank Berenberg. Weitere Börsenkandidaten stehen bereits in den Startlöchern. Bis Ostern wollen auch die Siemens-Medizintechniktochter Healthineers und der Immobilien-Entwickler Instone an der Frankfurter Börse sein.

Quelle: n-tv.de