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Freitag, 13. Juli 2018

Bewerbung um Produktion: Berlin buhlt um Harley-Davidson

Nachdem US-Präsident Trump - auch in den USA - Ängste vor einem Handelskrieg mit der EU schürt, reagieren US-Konzerne: Harley-Davidson will einen Teil seiner Produktion ins Ausland verlagern. Berlin ist bereit.

Deutschlands Hauptstadt Berlin will für den Motorradhersteller Harley-Davidson der erste Produktionsstandort außerhalb der USA werden. Stefan Franzke, Chef der landeseigenen Wirtschaftsförderagentur Berlin Partner, hat einen entsprechenden Brief an Harley-Davidson-Chef Matthew Levatich nach Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin geschickt, wie der "Tagesspiegel" berichtete. Franzke wolle die Aufmerksamkeit gern auf den "dynamischen Wirtschaftsstandort Berlin", einen "Hotspot mitten im Herzen der Europäischen Union" lenken.

Berlin ist die Hauptstadt der stärksten Volkswirtschaft Europas und auch das am schnellsten wachsende Bundesland. Multinationale Konzerne würden hier Dienstleistungszentren, Labore und Digitaleinheiten aufbauen, so Franzke weiter. "Berlin ist eine internationale und aufgeschlossene Stadt, die hochqualifizierte Talente aus aller Welt anzieht", warb er. Zudem werde es den Harley-Chef vielleicht interessieren, dass auch BMW-Motorräder seit Jahrzehnten untrennbar mit Berlin verbunden seien.

Harley-Davidson hatte vor wenigen Wochen angekündigt, einen Produktionsstandort im US-Ausland zu suchen, um die Folgen der jüngst verhängten Strafzölle der Europäischen Union abzufedern. Auf Nachfrage des "Tagesspiegels", ob er auch anderen neuerdings mit Zöllen belegten US-Firmen, etwa Levi Strauss, geschrieben habe, antwortete Berlin-Partner-Chef Franzke: "Nein, aber nur, weil uns keine konkreten Umzugspläne von Levi's bekannt sind. Sollte sich das ändern, werden wir auch Chip Bergh anschreiben. Und auch jeden weiteren Konzernchef, der sich dazu entscheidet, seine Firmenpolitik nicht Populismus und Abschottung zu unterwerfen."

Quelle: n-tv.de