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Donnerstag, 11. Dezember 2014

"Überzogene Erwartungen": Airbus-Papier verliert weiter an Höhe

Der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus sorgt für ein mittelschweres Gewitter. Enttäuschende Aussagen zu einzelnen Modellen und die Aussicht auf zunächst stagnierende Gewinne verschrecken Anleger - allerdings nur die, die auf einen schwachen Euro setzen.

Der Kurseinbruch der Airbus-Aktie setzt sich gebremst fort. Börsianer und Analysten machen dafür vor allem überzogene Erwartungen verantwortlich. Die Aktie sei stark überkauft gewesen mit der Hoffnung auf einen schwachen Euro, heißt es aus dem Handel. Zuviele Käufer der Aktie hätten allein auf den Faktor Euroschwäche gesetzt und dabei die unternehmerische Realität aus den Augen verloren. Erst wenn diese Investorengruppe ihre Positionen glattgestellt habe, sei mit einer Beruhigung des Aktienkurses zu rechnen. Dann dürften Schnäppchenjäger auf den Plan treten.

Airbus waren am Mittwoch um zehn Prozent eingebrochen, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass es zwischen 2015 und 2016 wohl keine Gewinnsteigerungen geben werde. Der Markt war dagegen von acht Prozent steigenden Erträge ausgegangen. Für Druck auf die Aktie sorgen aber auch Airbus-Aussagen, die die Zukunft des Riesenfliegers A380 in Frage stellen. Zudem kündigte Airbus eine weitere Produktionskürzung des Modells A330 an.

Panikverkäufer sind wohl aus dem Markt

Am heutigen Donnerstag fällt der Kurs weiter, anfänglich um nochmals vier Prozent. Inzwischen beträgt das Minus noch zwei Prozent. "Die Anleger werden gerade auf der laufenden Investorenkonferenz beruhigt", sagt ein Händler mit Blick auf den zweiten Konferenztag. "Unsere Erwartung war, dass sich die Aktie beruhigt, sobald deren Notverkäufe ausgelaufen sind", sagt er weiter. "Das scheint so langsam der Fall zu sein". Es sei daher sogar wahrscheinlich, dass die Aktien mit einem Plus aus dem Handel gehen werden.

Die Analysten von Bernstein Research sprechen von "völlig unrealistischen Erwartungen" des Marktes mit Blick auf Airbus. Diesen sei auch der Ausblick für den Cashflow im kommenden Jahr nicht gerecht geworden, den Airbus auf dem auch am Donnerstag noch weitergehenden Kapitalmarkttag abgegeben habe.

Airbus-Experte Nick Cunningham von Acency Partner unterstützt derweil die Entscheidung des Managements, das Modell A380 entweder zu modernisieren oder die Produktion einzustellen. Nachdem sich die Unternehmensführung dazu bekannt habe, das Airbus-380-Programm nicht noch einmal in die roten Zahlen abrutschen zu lassen, gebe es tatsächlich nur diese beiden Alternativen. Bernstein Research warnt derweil, die Modernisierung des A380 könnte auf Kosten der anderen Flugzeugmodelle erfolgen, die dann weniger nachfragt werden dürften.

Quelle: n-tv.de