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Powell macht die Fed zur Flexi-Fed.
Powell macht die Fed zur Flexi-Fed.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 10. Januar 2019

Beobachten und reagieren: Powell betont Flexibilität der Fed

Zuletzt hatte US-Präsident Trump den Kurs der Notenbank Fed kritisiert. Beobachter rechnen für dieses Jahr mit zwei Zinsschritten. Das sei aber gar nicht sicher, sagt nun der Fed-Chef. Kritisch äußert er sich derweil zu Zöllen und dem Haushaltsstreit.

US-Notenbankchef Jerome Powell hat sich optimistisch über die Wachstumsaussichten der US-Wirtschaft geäußert. Zugleich betonte er die Bereitschaft der Fed, ihre Geldpolitik wenn nötig zu ändern. "Wir sind in einer Position, wo wir geduldig und flexibel beobachten können, wie die Dinge sich entwickeln", sagte er bei einer Veranstaltung des Economic Club of Washington. Er fügte hinzu, dass die Fed ihre Politik schnell und flexibel ändern könne. Mit Sorge blickte er derweil auf die Weltwirtschaft sowie auf die Konjunktur in China.

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Nach Aussage Powells deuten die zuletzt veröffentlichten "grundlegenden Konjunkturdaten" nicht auf eine Abschwächung des Wachstums in den USA hin. Auch sehe er keine Anzeichen für eine bevorstehende Rezession. Der Arbeitsmarkt sei derzeit nach vielen Messgrößen zu urteilen stark.

Für das laufende Jahr erwarte er eine Inflationsrate von rund zwei Prozent, sie liege damit im Zielbereich der Fed. Die jüngsten Prognosen der Währungshüter, die im Mittel zwei Zinsschritte vorsehen, seien kein "Plan" der Fed. Die Notenbank sei nicht auf eine bestimmte Zahl von Erhöhungen festgelegt. Im Dezember hatten die Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) im Durchschnitt für 2019 zwei Zinserhöhungen prognostiziert. Powell sagte, dies beruhe auf der Annahme eines sehr starken Ausblicks für 2019.

Powell befürwortet weniger Zölle

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In seiner Rede warnte Powell vor erheblichem Schaden für die US-Wirtschaft, sollte sich die derzeitige Haushaltssperre für einen Teil der Bundesbehörden noch lange hinziehen. Eine "ausgedehnte" Stilllegung der Behörden würde sich in den Wirtschaftsdaten "ziemlich klar" widerspiegeln, sagte Powell.

Mit Blick auf das Weltwirtschaftswachstum und auch das schwächere Wachstum in China sagte er weiter, er fände es gut, wenn die aktuellen Verhandlungen zu weniger Zöllen führen würden, denn das wäre gut für die Weltwirtschaft. Mehr Zölle dagegen wären schlecht. Zugleich äußerte er die Einschätzung, dass die bisher verhängten Zölle weder in den USA noch in China Wirkung gezeigt hätten.

Der Fed-Chairman führte die jüngsten Finanzmarktturbulenzen auf Sorgen um das Weltwirtschaftswachstum und den Außenhandel zurück. Er kündigte an, die Bilanz der Fed substanziell zu verkleinern.

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Quelle: n-tv.de