Mittwoch, 16. Mai 2018: Der Tag bei n-tv

Heute von Kai Stoppel

17:40 Uhr

Italien-Wirbel gibt Dax Rückenwind

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Weiter mit nur geringen Ausschlägen zeigt sich der Dax zur Wochenmitte. Die Handelsspanne beträgt nur rund 70 Punkte. Am Ende schließt der deutsche Leitindex im Plus: 0,2 Prozent auf 12.996 Zähler. Die zwischenzeitlich überschrittene 13.000er-Marke kann er aber nicht halten.

Der deutsche Aktienmarkt profitiert etwas vom schwächeren Euro und möglicherweise auch von Investoren, die sich sicherheitshalber aus Italien verabschieden. Für Verunsicherung sorgen Nachrichten über den Inhalt eines Programmentwurfs der sich abzeichnenden Regierung aus der rechtsextremen Lega Nord und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung. Der Euro sackte angesichts dieser Nachrichtenlage zwischenzeitlich auf 1,1764 Dollar ab.

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Insgesamt sei zu erkennen, dass sich Anleger etwas defensiver positionierten, heißt es. So würden Bankenaktien mit Blick auf Italien verkauft. Daher landen auch die Papiere der Commerzbank mit einem Minus von 6,1 Prozent ganz hinten im Dax. Deutsche Bank büßen 2,7 Prozent ein.

Größter Gewinner im Dax sind die Aktien von Adidas, die 2,6 Prozent zulegen. Dahinter folgen Linde, Bayer und Merck mit Aufschlägen um 1,5 Prozent.

17:01 Uhr
16:10 Uhr

Siemens-Chef attackiert AfD-Politikerin Weidel

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Aus der deutschen Wirtschaft kommt scharfe Kritik an dem Auftritt der AfD-Fraktionschefin Alice Weidel im Bundestag: Siemens-Chef Joe Kaeser wirft Weidel vor, mit ihren Äußerungen zur Einwanderungs- und Asylpolitik der Bundesregierung Deutschland zu schaden.

"Lieber "Kopftuchmädel" als "Bund Deutscher Mädel"", schreibt Kaeser auf Twitter. "Frau Weidel schadet mit ihrem Nationalismus dem Ansehen unseres Landes in der Welt. Da, wo die Haupt-Quelle des deutschen Wohlstands liegt." Der "Bund Deutscher Mädel" (BDM) war im Nationalsozialismus eine Organisation für Mädchen.

Mit Blick auf die Einwanderungs- und Asylpolitik der Bundesregierung hatte die 39-Jährige gesagt: "Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern."

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15:57 Uhr

Wall Street tritt zur Eröffnung auf der Stelle

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An der Wall Street fassen die Anleger heute Aktien nur mit spitzen Fingern an. Der Dow Jones notiert im Anfangsgeschäft bei 24.708 Punkten nahezu unverändert. Auch der S&P 500 und der Nasdaq-Composite kommen kaum vom Fleck.

Alle Augen richten sich auf den Anleihenmarkt, sagen Börsianer. Dort verharrt die Verzinsung der zehnjährigen US-Staatsanleihen über drei Prozent, nachdem sie gestern bis auf 3,09 Prozent - so hoch wie seit Juli 2011 nicht mehr - geklettert war. Auch die Unsicherheit über die Politik Nordkoreas drückte auf die Stimmung.

15:41 Uhr

Euro fällt auf tiefsten Stand des Jahres

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Der Euro setzt seinen Abwärtstrend fort und unterschreitet die nächste Marke von 1,18 Dollar, nachdem er gestern bereits unter 1,19 Dollar gefallen war. Zuletzt musste man für einen Euro nur noch 1,1774 Dollar bezahlen. Das ist der tiefste Stand seit Ende 2017. Zum Schweizer Franken fällt die europäische Währung auf ein Fünfwochentief.

Marktbeobachter führen dies auf Medienberichte über den Entwurf des Regierungsprogramms der Lega Nord und der Fünf-Sterne-Bewegung in Italien zurück, die eine Koalition bilden wollen. Demnach fordern beide Parteien einen Mechanismus zum Ausstieg aus dem Euro und einen Schuldenerlass der EZB.

14:59 Uhr

US-Wohnungsmarkt kühlt überraschend ab

Der Wohnungsmarkt in den USA präsentiert sich im April überraschend schwach. Die Zahl der begonnenen Neubauten fiel um 3,7 Prozent auf eine Jahresrate von 1,287 Millionen, wie das Handelsministerium mitteilte. Ökonomen hatten mit 1,31 Millionen gerechnet. Die Zahl der Baugenehmigungen nahm deshalb im April ab, und zwar um 1,8 Prozent auf 1,352 Millionen.

Der Bau von Einfamilienhäusern, der einen Großteil des Marktes ausmacht, stagnierte nahezu. Das sehen viele Beobachter als Hinweis dafür, dass sich der Aufschwung am Bau abschwächt.

Ein Mangel an Immobilien sowie höhere Kosten für Baumaterialien hat die Preise für Wohnungen in den vergangenen Monaten hochgetrieben.
Ein Mangel an Immobilien sowie höhere Kosten für Baumaterialien hat die Preise für Wohnungen in den vergangenen Monaten hochgetrieben.(Foto: imago stock&people)

 

14:28 Uhr

Trotz Bitcoin-Flaute - Krypto-Startup mit Wertexplosion

Trotz eines Wertrückgangs um 40 Prozent in diesem Jahr bringen die Bitcoins einigen Firmen einen wahren Geldregen.
Trotz eines Wertrückgangs um 40 Prozent in diesem Jahr bringen die Bitcoins einigen Firmen einen wahren Geldregen.(Foto: imago/Christian Ohde)

Das von Goldman Sachs gestützte Startup zu digitaler Währung namens Circle Internet wird in einer neuen Finanzierungsrunde mit 3 Milliarden US-Dollar bewertet. Der Zuwachs in der Bewertung des Unternehmens aus Boston beträgt rund das Siebenfache gegenüber einer vorherigen Finanzierungsrunde im Jahr 2016.

Diese Wertexplosion verdankt das Unternehmen dem ungebremsten Interesse an Bitcoins und anderen Digital-Anlagen. Insbesondere zeigt sich, dass Dienstleister rund um Handel und Investment bei Kryptowährungen besonders profitieren.

13:39 Uhr

MDax-Loser ist plötzlich der MDax-King

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Fast 20 Prozent an Wert verloren haben die Aktien des Anlagenbauers Dürr seit Jahresbeginn - nur wenige MDax-Werte verzeichnen eine schlechtere Bilanz. Doch plötzlich scheint das vergessen: Dürr ziehe heute auf und davon und stehen mit einem Plus von bis zu 6,7 Prozent auf 92,16 Euro alleine an der Spitze des deutschen Nebenwerte-Index.

Denn trotz eines Gewinnrückgangs im ersten Quartal versöhnt Dürr die Anleger -und zwar mit dem Ausblick fürs Jahr: Die Jahresprognose wird bestätigt. Der Zwischenbericht sei von einem sehr starken Auftragseingang und einem soliden Umsatz geprägt, schrieben die Analysten von Baader Helvea. Der jüngste Kursrückgang biete zudem eine gute Kaufgelegenheit.

Montagearbeiten bei Dürr in Bietigheim-Bissingen.
Montagearbeiten bei Dürr in Bietigheim-Bissingen.(Foto: picture alliance / dpa)

 

12:49 Uhr

Google-Mitarbeiter wollen nicht beim Töten helfen

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Zahlreiche Mitarbeiter von Google haben den US-Technologiekonzern aufgerufen, sich vom "Geschäft mit dem Krieg" fernzuhalten. Google müsse klar erklären, dass weder der Internetriese noch seine Subunternehmen "jemals Kriegstechnologie herstellen", hieß es in einer Petition, die bis Dienstag Berichten zufolge rund 4000 Angestellte unterzeichneten.

In der Petition fordern die Mitarbeiter Google auf, Drohnenprogramme des US-Militärs nicht mithilfe künstlicher Intelligenz zu verbessern. Dem Internetportal "Gizmodo" zufolge reichten bereits mehrere Entwickler aus ethischen Gründen ihre Kündigung ein.

Hintergrund der Proteste ist das sogenannte "Project Maven", bei dem laut US-Medien intelligente Algorithmen bei der Erkennung und Unterscheidung von Menschen in Drohnenvideos für das Pentagon zum Einsatz kommen.

Eine Predator-Drohne der US-Streitkräfte.
Eine Predator-Drohne der US-Streitkräfte.(Foto: picture alliance / Lt. Col. Lesl)

 

12:20 Uhr

Neuer Chef: ProSieben-Aktie braucht Jahre für Erholung

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Der neue ProSiebenSat.1-Chef bittet die Anteilseigner nach den Kursverlusten der Aktie um Geduld. "Wenn es uns in drei Jahren nicht gelungen ist, den Aktienkurs klar zu steigern, dann stehe ich Ihnen natürlich Rede und Antwort", sagte Max Conze auf der Hauptversammlung in München. Nachdem die Aktie binnen Jahresfrist rund ein Viertel an Wert verloren hatte, fiel ProSiebenSat.1 im März aus dem Dax.

Conze appellierte an die Aktionäre: "Bewerten Sie uns bitte nicht nur von Quartal zu Quartal." Der Manager übernimmt die Konzernführung am 1. Juni. Vorstandschef Thomas Ebeling hatte das Unternehmen nach verfehlten Geschäftsprognosen und weiteren Pannen verlassen.

Conze leitete bereits den Staubsaugerhersteller Dyson.
Conze leitete bereits den Staubsaugerhersteller Dyson.(Foto: picture alliance / Lino Mirgeler)

 

11:44 Uhr

US-Ölindustrie könnte für Iran einspringen

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Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass mögliche Angebotsausfälle des Iran infolge neuer US-Sanktionen durch andere große Förderländer ausgeglichen werden könnten. Dazu gehören auch - ein Schelm, wer Böses dabei denkt - die USA.

Laut IEA könnten amerikanische Förderer einspringen, wenn es um den Ersatz iranischer Öl-Kondensate gehe. Daraus wird beispielsweise Kerosin für die Luftfahrt hergestellt.

Auch andere Länder hätten die Kapazität, um schnell und mit Rohöl ähnlicher Qualität auf einen Angebotsausfall Irans zu reagieren, so die IEA. Ausdrücklich nannte sie die Opec-Länder Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate und Kuwait sowie das Nicht-Opec-Land Russland.

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11:36 Uhr

Angst vor neuer Regierung Italiens belastet Börse

Medienberichte über die finanzpolitischen Pläne der wahrscheinlichen künftigen italienischen Regierung bereiten Anlegern Bauchschmerzen. Sie werfen Anleihen des südeuropäischen Landes aus ihren Depots und treiben dadurch die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Zwei-Monats-Hoch von 2,015 Prozent. Der Leitindex der Mailänder Börse verliert im europäischen Vergleich überdurchschnittliche 0,8 Prozent.

Einem Bericht der Online-Zeitung "Huffington Post Italia" zufolge wollen die populistische 5-Sterne-Bewegung und die rechtsextreme Lega die Europäische Zentralbank um den Erlass von Schulden in Höhe von 250 Milliarden Euro bitten. Außerdem sollen die Beitragszahlungen an die EU nachverhandelt werden. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Lega betonte, das Thema Schuldenerlass sei nicht Teil des offiziellen Entwurfs für das Regierungsprogramm.

Luigi Di Maio (Mitte), Vorsitzender der Fünf-Sterne-Bewegung, nach einem Gespräch mit Präsident Mattarella.
Luigi Di Maio (Mitte), Vorsitzender der Fünf-Sterne-Bewegung, nach einem Gespräch mit Präsident Mattarella.(Foto: picture alliance / Riccardo Anti)

 

11:10 Uhr

Norwegens Ölminister kritisiert Gazprom-Deal

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Der geplante Anteilstausch zwischen der Wiener OMV und dem russischen Energieriesen Gazprom stößt in Norwegen auf Widerstand. "Wir haben OMV gesagt, dass wir mit diesem Deal nicht glücklich sind, weil wir Gas nach Europa diversifizieren wollen", sagte der norwegische Ölminister Terje Soeviknes zur Nachrichtenagentur Reuters. Aber wenn es einen Antrag gibt, werde man ihn natürlich bearbeiten.

Gazprom und OMV haben sich darauf geeinigt, dass sich die OMV am sibirischen Urengoy-Gasfeldes beteiligt und Gazprom im Gegenzug Anteile an der norwegischen OMV-Tochter Norge erhält.

10:26 Uhr
10:00 Uhr

Puma-Aktie springt auf neues Allzeithoch

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Mächtig Gas gibt die Aktie des deutschen Sportartikelherstellers Puma im SDax und legt mehr als 7 Prozent bis auf 447,50 Euro zu - gleichzeitig der höchste Stand aller Zeiten. Grund ist der sogenannte "Ausschüttungs-Tag". Ab sofort können die Aktionäre des französischen Luxuskonzerns Kering ihre Puma-Anteile verkaufen. Diese war ihnen als Sachdividende zugeteilt worden, nachdem die Hauptversammlung von Kering Ende April beschlossen hatte, die Kontrolle über Puma abzugeben.

Aber dies ist nicht der einzige Grund für die Kurssause: Auch die hohe Nachfrage durch deutsche und europäische Small- und Midcap-Fonds trägt dazu bei. Zudem macht sich Berenberg für die Aktie stark: Sie sei erstmals seit über zehn Jahren investierbar. Die Berenberg-Analysten sprechen vom Top Pick unter den Sportartikelausrüstern, das Kursziel liegt bei 525 Euro.

Macht einen mächtigen Satz: die Aktie von Puma.
Macht einen mächtigen Satz: die Aktie von Puma.(Foto: dpa)

 

09:23 Uhr

Dax pirscht sich an umstrittene Marke heran

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10.000, 11.000, 12.000 und natürlich 13.000 - derartig runde Zahlen werden beim Dax und anderen Aktien-Indizes oft als "psychologisch wichtige" Marken bezeichnet. Andere Marktteilnehmer sehen diese Marke allerdings psychologisch wie auch auch sonst als völlig unwichtig an.

Sei es, wie es sei: Der Dax jedenfalls scheint an einer dieser Marken Gefallen gefunden zu haben. Seit Tagen pendelt er um die 13.000-Punkte-Marke herum. Nach den leichten Verlusten zu Wochenbeginn nähert er sich ihr nun wieder an und steigt um 0,2 Prozent auf 12.992 Zähler.

Warum tut er das? Die weitere Abwertung des Euro stützt den deutschen Aktienmarkt. Die Gemeinschaftswährung fällt auf ein Fünf-Monats-Tief von 1,1814 Dollar und verbesserte dadurch die Wettbewerbfähigkeit heimischer Firmen auf dem Weltmarkt.

Guten Morgen, mein Name ist Kai Stoppel und ich begleite Sie heute durch den "Börsen-Tag". Bei Fragen, Anregungen und Kritik schreiben Sie mir doch einfach eine Nachricht an kai.stoppel(at)nachrichtenmanufaktur.de.

08:48 Uhr

Dax steht vor schwerem Handelstag

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Auch der Dax dürfte unter der möglichen Absage des US-Nordkorea-Gipfels leiden. Diese Befürchtung belastet Börsianer kurz vor Handelsbeginn. Gestern hatte der Dax 0,1 Prozent niedriger bei 12.970 Punkten geschlossen.

Außerdem könnten einige Hauptversammlungen Anleger in Atem halten: Der Aktionärsberater Hermes EOS hat den Anteilseignern der Deutschen Börse empfohlen, Ex-Chef Carsten Kengeter und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Joachim Faber die Entlastung zu verweigern. Bei ProsiebenSat.1 gibt es nach einer Reihe von Gewinnwarnungen ebenfalls Gesprächsbedarf.

08:07 Uhr

Novartis-Chefjurist schmeißt nach Cohen-Affäre hin

Neben Novartis hatte unter anderem auch der US-Mobilfunkriese AT&T viel Geld an Cohen für einen Zugang zu Trump gezahlt.
Neben Novartis hatte unter anderem auch der US-Mobilfunkriese AT&T viel Geld an Cohen für einen Zugang zu Trump gezahlt.(Foto: AP)

Die Zusammenarbeit mit dem persönlichen Anwalt von US-Präsident Donald Trump hat bei Novartis personelle Konsequenzen. Chefjurist Felix Ehrat trete zum 1. Juni 2018 zurück, teilte der Schweizer Pharmakonzern vor einer Investorenveranstaltung in Basel mit. Sein Rücktritt hänge mit der Vereinbarung von Novartis mit Trumps Anwalt Michael Cohen zusammen.

Novartis hatte sich die Dienste von Cohen kurz nach der Wahl Trumps gesichert, um Einblick in die Gesundheitspolitik der neuen Regierung zu erhalten und dafür insgesamt 1,2 Millionen Dollar auf den Tisch gelegt.

07:08 Uhr

Nordkorea-Drohung belastet asiatische Börsen

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Der Koreakonflikt hat die asiatischen Börsen belastet. Der südkoreanische Kospi notierte nach einer Berg- und Talfahrt nahezu unverändert, der japanische Leitindex Nikkei verlor 0,4 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Börsen ohne Japan gab 0,2 Prozent nach.

Nordkorea hatte gestern Abend ein Treffen mit südkoreanischen Vertretern abgesagt. Auch der für den 12. Juni in Singapur geplante Gipfel von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump stellte das Land infrage.