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Freitag, 31. Januar 2014

Hunderte Millionen Chinesen feiern zwei Wochen Neujahr: Bringt das "Jahr des Pferdes" Geld oder Liebe?

Von Andrea Beu

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Wir haben unsere Neujahrsfeier ja schon lange hinter uns, ... (Foto: dpa)

Wir haben unsere Neujahrsfeier ja schon lange hinter uns, ...

Wir haben unsere Neujahrsfeier ja schon lange hinter uns, ...

... aber in China geht es jetzt erst richtig los.

Dort beginnt am 31. Januar 2014 das "Jahr des Pferdes", ...

... das "Jahr der Schlange" endet. Laut den Prognosen chinesischer Wahrsager ...

... stehen große Umwälzungen bevor. Sie erwarten im neuen Jahr eine explosive Mischung aus Spannungen und Konflikten, aber auch Chancen für einen neuen Aufbruch und Fortschritt.

Die chinesischen Tierkreiszeichen wiederholen sich in einem Zyklus von zwölf Jahren. Jedes dieser Jahre ...

... steht unter der Regentschaft eines Tieres - Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, ...

... Schlange, Pferd, Schaf (manchmal auch mit Ziege übersetzt), Affe, Hahn, Hund und Schwein -, dem jeweils gewisse Charaktereigenschaften zugesprochen werden.

Den zwölf Tieren des Horoskops werden zudem zyklisch die Elemente Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde zugeordnet - ...

... 2014 beginnt daher das Jahr des Holz-Pferdes.

Die zwölf Tierzeichen sollen sogar Einfluss auf das Investmentklima haben.

Astrologen prophezeien, dass das Jahr des Pferdes das Geldverdienen begünstigt.

Sie raten, den bisher erworbenen Gewinn vernünftig anzulegen.

Das Pferd ist ein stolzes Tier: schnell und kräftig, aber auch impulsiv und dickköpfig.

Es steht für Tatendrang, Freiheit, Lebenslust und Temperament.

Zudem verspricht es gute Chancen für Glück in der Liebe. Am besten sollen Pferde (1954, 1966, 1978, 1990) zu Tigern (1950, 1962, 1974, 1986), Hunden (1958, 1970, 1982, 1994) und Ziegen/Schafen (1955, 1967, 1979, 1991) passen.

Aber auch Spannungen, Konflikte und Kriege könnte das Jahr des Pferdes bringen: Große Umwälzungen stehen laut den Prognosen bevor. Die Pferdejahre standen in der Geschichte ...

... für tiefgreifende Wendepunkte wie die Große Depression 1930 ...

... oder der Beginn der Kulturrevolution in China 1966.

Der Hongkonger Wahrsager Raymond Lo macht sich Sorgen wegen des Pferde-Jahres: "Es wird mehr internationale Konflikte und Auseinandersetzungen geben, und sie könnten sogar zu heftigen Kämpfen und Kriegen führen", meint er. Die Hartnäckigkeit des Pferdes mache das Lösen von Konflikten schwer.

Das Pferdejahr ist aber nicht generell schlecht, im Gegenteil: Pferde gelten als selbstbewusst, unabhängig und loyal. Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde im Jahr des Pferdes 1954 geboren. Und in ihren Forderungen nach Sparsamkeit in Europa und ihrem Kurs in der Euro-Krise sieht Raymond Lo typische Pferdeeigenschaften.

Überlieferungen zufolge sind Pferde mutig und kühn. Sie sollen vor Energie und Selbstvertrauen sprühen. Knallharte Geschäftsleute und geborene Führer mit großem Ehrgeiz werden laut chinesischer Astrologie oft in Pferdejahren geboren. Sie können hart arbeiten, sind intelligent ...

... und freundlich. Dafür sollen Pferde Probleme mit dem anderen Geschlecht haben. Sie gelten als opportunistisch, ändern ihre Meinung aus Launen heraus und denken zu sehr an sich selbst und zu wenig an andere.

Helmut Kohl wurde im Jahr des Pferdes geboren - ebenso ...

... der russische Revolutionär Lenin und ...

... Chinas ehemaliger Staats- und Parteichef Hu Jintao.

Prominente "Pferde" sind oder waren auch der Schauspieler Clint Eastwood, ...

... die Sängerinnen Barbra Streisand ...

... und Aretha Franklin, ...

... der Komponist und Pianist Frederic Chopin, ...

... der Maler Rembrandt ...

... und der ehemalige US-Präsident Theodore Roosevelt.

Die Energie des Pferdes soll Selbstvertrauen und Energie während seiner Regentschaft begünstigen. Ob man nun ...

... an das chinesische Horoskop glaubt oder nicht: Es kann nicht schaden, sich von den ...

... positiven Eigenschaften des Pferdes etwas Schwung und Elan für das neue Jahr zu holen.

Doch bevor es um Pläne für das neue Jahr geht, wird erstmal das alte zünftig verabschiedet.

Das chinesische Neujahrsfest wird nicht nur in China groß gefeiert, ...

... sondern in vielen ost- und südostasiatischen Ländern wie Taiwan, Vietnam, Myanmar, Korea und der Mongolei, ...

... aber auch in vielen anderen Ländern und Gebieten mit einem großen Bevölkerungsanteil an Chinesen (wie hier auf Java, Indonesien).

Das chinesische Neujahrfest - übersetzt heißt es "Frühlingsfest" - ist das größte und wichtigste Familienfest in China.

Das Riesenreich kommt während der Feiertage mächtig in Bewegung: Da viele Chinesen ...

... ihre Arbeitsplätze nicht mehr dort haben, wo ihre Familie lebt, und oft sogar im Ausland arbeiten, setzt jedes Jahr zum Neujahrsfest die größte regelmäßige Migrationsbewegung der Welt ein. Hunderte Millionen Chinesen ...

... reisen zu ihren Familien. Besonders groß ist die Gruppe der Wanderarbeiter - diese fahren aus den großen Städten in ihre ländliche Heimat.

Die meisten Chinesen nehmen für das Fest ihren gesamten Jahresurlaub, um für mindestens zwei Wochen bei der Familie zu sein. Zudem gibt es drei offizielle Feiertage.

Das Neujahrfest dauert ohne die Vorbereitungsphase 15 Tage. Die Festvorbereitungen beginnen schon Tage und Wochen vorher.

Die Häuser werden mit Bambuszweigen gereinigt und dann dekoriert, meist mit Laternen und Papierbändern in Rot, ...

... denn Rot gilt in China als Farbe des Glücks, der Freude und des Wohlstands. Außerdem soll die Farbe böse Geister abschrecken.

Goldene Glückszeichen werden im Haus angebracht und Spruchbänder an die Tür gehängt.

Generell wird vor dem Neujahrsfest alles erneuert: Man streicht Wände, kauft sich neue Kleidung, geht nochmal zum Frisör - und man kauft ein.

Ganz wichtig sind dabei neben den Lebensmitteln fürs Festtagsessen Feuerwerk und Böller.

Am Vorabend des Neujahrsfestes versammeln sich die Chinesen im Kreis ihrer Familien (hier ein Nachbarschaftsfest kurz vor Neujahr) und es wird gegessen und getrunken, als gäbe es kein Morgen.

Sie schenken sich gegenseitig rote Umschläge mit Bargeld (Lai See – "glückliches Geld") - vor allem Kinder bekommen welche.

Am Abend verlassen alle das Haus, um das alte Jahr hinauszutragen; Fenster und Türen werden geöffnet, um das Glück des neuen Jahres hereinzulassen.

Draußen wird währenddessen geknallt und geböllert, bis der neue Morgen (und das neue Jahr) anbricht.

Und zwar ohne jede sonst übliche asiatische Zurückhaltung. Damit soll das böse Ungeheuer Nian verscheucht werden, das sich angeblich vor Feuer und Lärm fürchtet - und vor der Farbe Rot.

Auch der erste Tag des neuen Jahres wird im Kreise der Familie verbracht.

Man gedenkt gemeinsam der Ahnen und erweist ihnen Respekt, ...

... indem man zum Beispiel vor Ahnentafeln Räucherstäbchen opfert.

Oft nach dem Motto "Je mehr, desto besser".

Auch "Goldbarren" und "Geistgeld" werden verbrannt, damit sie über den Rauch die Ahnen im Jenseits erreichen.

Während der gesamten Feiertage werden Theateraufführungen in Klöstern und Tempeln besucht.

Dem Gott des Wohlstandes wird mit Opfergaben gehuldigt.

Das Laternenfest am fünfzehnten Tag bildet den Abschluss der Festlichkeiten.

Dabei gehen die Menschen mit kleinen Lampions auf die Straße. Zudem tauchen große, fest aufgestellte Laternen ...

... ganze Plätze in buntes, meist rotes Licht.

Das "Jahr des Pferdes" endet am 18. Februar 2015. Danach beginnt das "Jahr der Ziege ". (Text: Andrea Beu, mit dpa)

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