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Donnerstag, 17. August 2017

Mit oder ohne Aufgeld?: EuroStoxx50-Bonus-Zertifikate

Wer bei Bonus-Zertifikaten die Variante mit Aufgeld wählt, sollte sich insbesondere bei der Wahl der Barriere sicher sein, dass diese während der Laufzeit nie berührt wird – denn bei deren Bruch wird sofort ein Verlust in Höhe des Aufgelds realisiert.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wer optimistisch auf die europäischen Aktienmärkte blickt, aber schon bei einer Seitwärtsbewegung interessante Renditen erzielen möchte und sich grundsätzlich mit einem Sicherheitspuffer wohler fühlt, der könnte zu einem Bonus-Zertifikat greifen. Aber zu welchem? Produkte mit besonders hohen Bonus-Leveln oder besonders niedrigen Barrieren weisen oft ein deutliches Aufgeld aus. Ein Aufgeld liegt immer dann vor, wenn das betrachtete Produkt (deutlich) teurer ist als ein Direktinvestment (also der alternative Kauf der Aktie oder eines Index-Zertifikats). Welche Überlegungen führen Anleger zu dem für ihre individuellen Bedürfnisse geeigneten Bonus-Zertifikat?

Bonus-Zertifikate mit gleicher Fälligkeit (Juni 2018) im Vergleich

Bei einem EuroStoxx50 von 3.465 Punkten kostet ein Bonus-Zertifikat (ISIN DE000HW3F3N2) mit einer Barriere bei 3.000 Punkten (13,3 Prozent Puffer) und einem Bonus-Level von 3.600 Punkten (Bonus-Rendite 4,2 Prozent p.a.) mit 34,70 Euro (fast) genauso viel wie ein Index-Zertifikat – diese Risiko-/Rendite-Kombination ist also ohne Aufgeld möglich. Wer weniger Puffer (Barriere 3.100 Punkte oder 10,5 Prozent) in Kauf nimmt, bekommt mehr Rendite (Bonus-Level 37 Euro, d.h. 7,6 Prozent p.a.) zum gleichen Preis (34,75 Euro, ISIN DE000HW3F3W3). Verschiebt man seinen Renditeanspruch dagegen nach unten, steigt der Sicherheitspuffer beim gleichen Preis.

Anleger, die sowohl mehr Sicherheit als auch mehr Rendite suchen, zahlen einen höheren Kaufpreis, also ein Aufgeld auf den Preis des Direktinvestments. Beim gleichen Indexstand liegt der Preis für das EuroStoxx50-Bonus-Zertifikat (ISIN DE000HW3F389) mit einer Barriere von 2.700 Punkten (Puffer 22 Prozent) und einem Bonus-Level bei 42 Euro (6 Prozent Bonus-Rendite p.a.) bei 40 Euro, also 15,5 Prozent oberhalb des Indexstands.

Chart

Grundsätzlich gilt: Solange die Barrieren nicht berührt oder unterschritten werden, zeigen sich keinerlei Unterschiede in der Performance von Zertifikaten ohne und mit Aufgeld – am Laufzeitende wird entweder der Bonus-Level zurückgezahlt oder aber eine bessere tatsächliche Wertentwicklung. Wird dagegen die Barriere verletzt, dann geht jeweils das komplette Aufgeld unwiederbringlich verloren, denn ohne Bonus-Mechanismus bildet das Zertifikat zum Laufzeitende exakt die Indexwertentwicklung ab.

ZertifiakteReport-Fazit: Wer bei Bonus-Zertifikaten die Variante mit Aufgeld wählt, sollte sich insbesondere bei der Wahl der Barriere sicher sein, daß diese während der Laufzeit nie berührt wird – denn bei deren Bruch wird sofort ein Verlust in Höhe des Aufgelds realisiert. Dafür winken höhere Renditepotentiale als bei der relativ begrenzten Auswahl von Zertifikaten, für die keine Aufgelder fällig werden.

Quelle: n-tv.de

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