Rohstoffe
US-Raffinerien können Fracking-Öl nur bedingt weiter verarbeiten. Deshalb wurde das Exportverbot jetzt gelockert.
US-Raffinerien können Fracking-Öl nur bedingt weiter verarbeiten. Deshalb wurde das Exportverbot jetzt gelockert.(Foto: REUTERS)

Nach 40 Jahren Verbot: USA exportieren wieder Öl

In aller Stille hat die US-Regierung den Weg für die ersten Öl-Exporte seit fast vier Jahrzehnten frei gemacht. Damit dürfen Energiekonzerne wieder US-amerikanisches Öl im Ausland verkaufen. Grund ist eine umstrittene Fördermethode daheim.

Heimlich, still und leise hat das US-Handelsministerium den Firmen Pioneer Natural Resources und Enterprise Products Partners die Erlaubnis erteilt, eine Sorte ultraleichten Öls an ausländische Käufer zu liefern. Und zwar Anfang des Jahres, ohne die Angelegenheit öffentlich zu machen, wie jetzt das "Wall Street Journal" berichtet. Bereits im August könnten die zwei US-Unternehmen erste Lieferungen auf den Weg bringen, meinen Insider. Wie viel Öl sie ausführen dürfen, ist nicht bekannt.

Die Erlaubnis zum Ölexport kommt einer Zeitenwende gleich. 40 Jahre lang durften US-Unternehmen kein amerikanisches Rohöl ausführen. Grundlage war ein Gesetz, dass der US-Kongress 1973 in Reaktion auf das Ölembargo der OPEC-Staaten erlassen hatte. Damals versuchten die arabischen Staaten, die westlichen Industrienationen wegen ihrer Unterstützung Israels im Jom-Kippur-Krieg unter Druck zu setzen. Infolge des Embargos vervierfachten sich die Ölpreise, an den Tankstellen in ganz Amerika musste der Kraftstoff rationiert werden.

Aufgeweicht, nicht abgeschafft

Zuletzt wurde jedoch immer häufiger gefragt, ob das Exportverbot noch zeitgemäß sei. Grund sind die zahlreichen neuen Vorkommen, die mit der umstrittenen Fracking-Technologie  erschlossen werden: Weil Öl in den USA zunehmend auch aus Schiefergesteinsformationen gefördert wird, fallen die Preise. Ein Barrel des ultraleichten Fracking-Öls kostet bis zu zehn Dollar weniger, als herkömmliches Rohöl. Deshalb hatten die US-Produzenten dafür geworben, das Exportverbot zu lockern. Bei ausländischen Käufern, argumentierten sie, ließen sich höhere Preise erzielen, als bei US-Raffinerien.

Neben dem Wunsch der US-Energieunternehmen das zusätzlich gewonnene Öl im Ausland teurer zu verkaufen, stehe aber auch ein Absatzproblem, sagt Rohstoff-Analyst Norbert Rost vom Fachportal Peak-Oil. Das aus Fracking gewonnene Öl sei sehr leicht, die meisten US-Raffinerien sind jedoch auf schwerere Ölsorten spezialisiert, meint Rost. So ergebe sich ein Überschuss, der lokal nicht zu verarbeiten ist. Dieser Überschuss wird jetzt in den Export gehen.

Die restriktive Ausfuhrpolitik für Öl wird indes trotzdem erhalten bleiben. Das US-Handelsministerium versicherte in einer Stellungnahme, dass sich "an der Politik zum Export von Rohöl nichts geändert" habe. Die bislang erteilten Ausfuhrgenehmigungen gelten ausschließlich für die genannten Firmen. Dass die US-Regierung zwei Mal grünes Licht gab, dürfte zwar auch andere Branchenvertreter dazu veranlassen, ähnliche Anträge zu stellen. Aber die Genehmigungen werden einzeln, nicht pauschal erteilt.

So wird das Verbot aufgeweicht, bleibt im Grundsatz aber erhalten.

Quelle: n-tv.de

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