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In welche Richtung entwickelt sich der Goldpreis?
In welche Richtung entwickelt sich der Goldpreis?(Foto: REUTERS)

Was sagt die Charttechnik?: Todeskreuz bei Gold entstanden

Ein Gastbeitrag von Ralf Goerke

Seit einigen Wochen geht es beim Goldpreis tendenziell abwärts. Aus technischer Sicht könnte es so weiter gehen - darauf deutet das so genannte Todeskreuz hin.

Die Höchstkurse beim Gold liegen schon lange hinter uns. Anfang September 2011 – also vor über fünf Jahren – lag der Goldpreis in der Spitze bei 1921 US-Dollar/Unze. Seither ist der Goldpreis um etwas über 35 Prozent auf 1208 US-Dollar/Unze gefallen. Zwar konnte er von Ende Januar bis Mitte Juli diesen Jahres wieder einiges an Boden gut machen, aber seit vier Monaten befinden sich das gelbe Metall erneut auf dem Rückzug. Der Effekt: Ein Todeskreuz ist entstanden.

Immer wenn ein mittelfristiger 50-Tage-gleitender Durchschnitt die langfristige 200-Tage-Linie von oben nach unten durchkreuzt, spricht man in der Technischen Analyse von einem "Todeskreuz". Im umgekehrten Fall handelt es sich um ein "Goldkreuz".

Entwicklung des Goldpreises in den letzten zweieinhalb Jahren.
Entwicklung des Goldpreises in den letzten zweieinhalb Jahren.(Foto: Ralf Goerke)

 

Das Chartbild Nr. 1 zeigt Ihnen die Entwicklung des Goldpreises in den vergangenen zweieinhalb Jahren. Die rote Linie bildet den langfristigen 200-Tage-Durchschnitt. Seine Aufgabe ist es, den stark erratischen Kursverlauf des Basiswertes zu glätten. Die blaue Linie stellt den mittelfristigen 50-Tage-Durchschnitt dar. Sein Verlauf ist schon weitaus unruhiger als der der 200-Tage-Linie.

Die Schnittpunkte, die es in den letzten zweieinhalb Jahren gab, habe ich durch einen gelben Kreis optisch hervorgehoben. Im Chart wird deutlich, dass eine solche Überkreuzung (engl. "Crossover") durchaus mittelfristigen Charakter hat. So kam es in dem abgebildeten Zeitraum von 30 Monaten zu vier Durchbrüchen. Im Schnitt war das also alle siebeneinhalb Monate ein Signal.

Das letzte Todeskreuz entstand am 18. September 2014 (Punkt 1). Dieses Todeskreuz wurde erst wieder am 26. Februar 2016 von einem Goldkreuz abgelöst (Punkt 2). Dies entspricht einem Zeitraum von fast anderthalb Jahren! Gemessen vom Zeitpunkt des Todeskreuzes verlor der Goldpreis noch einmal bis zu seinem Tief Mitte Dezember 2015 über 14 Prozent (Punkt A). Auch jetzt entsteht wieder ein Todeskreuz (Punkt 3).

Natürlich sind von dem Verfall des Goldpreises auch die Goldminen-Aktien betroffen. Sie reagieren jedoch aufgrund ihrer hohen Volatilität überproportional.

Entwicklung der Goldminen-Aktien in den letzten zweieinhalb Jahren.
Entwicklung der Goldminen-Aktien in den letzten zweieinhalb Jahren.(Foto: Ralf Goerke)

 

Im Wesentlichen ist die Abfolge der Crossover identisch mit dem des Goldpreises. Das erste Todeskreuz entstand hier jedoch etwa drei Wochen später als beim Goldpreis – am 08. Oktober 2014 (Nr. 1). Das Tief im abgebildeten Zeitraum wurde am 19. Januar 2016 ausgebildet (Punkt A). Da hatte der Goldminen-Index jedoch schon fünfzig Prozent(!) seit dem Todeskreuz verloren!

Auffallend ist auch, dass das aktuelle Todeskreuz bei den Goldminen schon letzte Woche Montag entstanden ist (Nr. 3), während es beim Goldpreis erst heute zustande kommt.

Fazit: Das Zustandekommen eines Todeskreuzes ist ein technisches Signal, das die Schwäche des zugrunde liegenden Marktes zum Ausdruck bringt. Sehr häufig fallen danach die Kurse noch weiter. Wie lange und wie weit ist jedoch nicht prognostizierbar.

Mehr Informationen zur Strategie von Ralf Goerke und einem ausführlichen Video sowie seinem wöchentlich aktualisierten Börsenbarometer finden Sie auf seiner Website unter: www.momentumstrategie.de.

Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Quelle: n-tv.de

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