Rohstoffe
Fällt der Ölpreis weiter? Oder steigt er?
Fällt der Ölpreis weiter? Oder steigt er?(Foto: REUTERS)

Preis auf 13-Jahres-Tief: So wetten Anleger auf den Ölpreis

Von Benjamin Feingold und Egmond Haidt

Wegen des Verfalls des Ölpreises werden Analysten und Investoren zusehends pessimistischer. Mit neuen Tiefständen sinkt auch die Stimmung in den Keller. Ist das Tief bald erreicht?

Für Autofahrer und für Privatleute, die ihr Haus mit Öl heizen, ist der Fall klar. Der milde Winter sorgt für wenig Heizbedarf, und der sinkende Ölpreis verbilligt auch noch den Rohstoff – eine Win-Win-Situation. Ein Szenario, dass sich sogar noch verbessern könnte, treffen die Aussagen vieler Analysten zu. Nachdem zuerst Goldman Sachs mit einer Prognose von 20 Dollar je Barrel vorgeprescht war, haben etliche Öl-Analysten nachgezogen und tiefere Preise für dieses Jahr prognostiziert. Eine Analystin hält aufgrund der Lagerprobleme sogar einen Ölpreis von null für möglich. Tatsächlich sind die Fundamentaldaten in der Branche miserabel, denn es gibt schlicht und einfach viel zu viel Öl auf dem Markt.

Weil der Irak und Saudi-Arabien im vergangenen Jahr die Produktion drastisch erhöht haben, waren die weltweiten Lagervorräte um mehr als 340 Millionen Barrel auf den Rekordwert von knapp 3,1 Milliarden Barrel gestiegen. Sollte der Iran nach der möglichen Aufhebung der Sanktionen durch den Westen in den nächsten Monaten die Förderung stark erhöhen, würden sich die Probleme sogar noch verschärfen.

Nach den Berechnungen der kanadischen Bank BMO wächst das Risiko, dass die Öl-Läger der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bis Ende 2016 ihre Kapazitätsgrenze erreichen, zumal die weltweite Nachfrage nach Öl schwächelt. Das würde für weiteren Preisdruck sorgen.

Kommt die Wende?

Ein weiterer Belastungsfaktor für den Ölpreis ist der starke Dollar. Je weiter er steigt, umso mehr geraten Rohstoffe wie Öl unter Druck. Möglicherweise kommt es aber doch nicht so schlimm, wie etliche Analysten befürchten. Immerhin ist der Ölpreis gegenüber dem 2015er-Hoch bereits um rund 70 Prozent eingebrochen, und die Erwartungen sind so negativ, dass auch Platz für eine Erholung vorhanden ist. Hierzu müssten sich allerdings die Konjunkturdaten bessern, insbesondere aus China. Eine Wende von der Zinswende in den USA würde den Dollar wieder schwächen und damit auch den Druck auf den Ölpreis abschwächen.

Anleger haben verschiedene Möglichkeiten von der Entwicklung des Ölpreises zu profitieren. Einerseits durch Papiere, die direkt auf den Ölpreis setzen, und andererseits durch Aktien oder Wertpapiere, die auf die Unternehmen in der Ölbranche setzen. Zu letzterem gehört etwa das Zertifikat auf einen Basket aus Ölproduzenten (WKN:TD2A7M). Das Papier besteht aus zehn Aktien der weltweit größten Produzenten, u.a. Total, BP oder Royal Dutch Shell.

Eine Erholung des Ölpreises würde zudem den russischen Aktienmarkt stützen. Anleger können das beispielsweise über den Lyxor ETF Russia (WKN: LYX0AF) spielen. Diese Investments profitieren von einem steigenden Ölpreis, genau wie Knock-out-Papiere, die allerdings direkt an der Entwicklung der Ölpreise Brent oder WTI hängen. Knock-outs eignen sich aber aufgrund der Hebelwirkung nur für risikobereite Anleger. Der Knock-out-Bull mit der WKN VS62X5 hat einen Hebel von 5. Das heißt, bei steigenden Ölpreisen der Sorte Brent, legt das Papier um den Faktor fünf zu, allerdings werden Kursrückgänge ebenfalls mit dem Faktor fünf multipliziert. Wer dagegen von einem weiteren Verfall des Ölpreises ausgeht, kann sich beispielsweise den Knock-out-Bear mit der WKN PB2L25 anschauen - mit einem Hebel von Faktor sechs.

Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf der genannten oder anderer Anlageprodukte dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Quelle: n-tv.de

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