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Rubel ist im freien Fall: Moskau dementiert Währungs-"Kollaps"

Nahezu täglich sackt der Rubel auf neue Rekordtiefs. Ein Grund dafür liegt im anhaltenden Ölpreis-Verfall, der der russischen Wirtschaft zusetzt. Die Regierung bleibt aber noch gelassen.

Trotz des immer schwächer werdenden Rubels kann nach Angaben der russischen Regierung nicht von einem "Kollaps" der Landeswährung gesprochen werden. "Der Wechselkurs schwankt wirklich, der Kurs ist unbeständig, aber er ist weit von einem Kollaps entfernt", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die Zentralbank verfolge den Wechselkurs aufmerksam und werde in der Lage sein, einen wirklichen Kollaps des Rubel zu verhindern, fügte er hinzu.

Die Landeswährung verlor weiter an Wert und fiel auf ein neues Rekordtief. Für einen Euro mussten am Donnerstag 93,70 Rubel gezahlt werden - so viel wie zuletzt im Dezember 2014. Der Wechselkurs zum Dollar betrug am Donnerstag 85,99 Rubel. Dies ist der tiefste Stand seit der russischen Währungsreform 1998, als die Regierung in einer schweren Finanzkrise beim Rubel drei Nullen strich. Gegenüber dem Dollar hat der Rubel seit Jahresbeginn mehr als zwölf Prozent an Wert verloren.

Stärkere Abwertung möglich

Stützungskäufe der russischen Notenbank zugunsten des Rubel seien aber nicht zu erwarten, schrieben Analysten der. "Die Regulierungsbehörde sieht im aktuellen Umfeld kein Risiko für die Finanzstabilität." Analysten halten es deshalb für möglich, dass der Rubel noch stärker abwertet.

Am Rohstoffmarkt kostete die richtungsweisende Öl-Sorte Brent aus der Nordsee 27,87 Dollar je Barrel und lag damit weniger als einen Dollar über ihrem Zwölfjahrestief. Dieses war erst am Mittwoch erreicht worden. Hintergrund des Preisverfalls ist das anhaltend hohe Angebot, das weit über der Nachfrage liegt. Neue Lagerdaten aus den USA bestätigten jüngst dieses Bild. Das private American Petroleum Institute (API) meldete einen weiteren Anstieg der sehr gut gefüllten Öllager.

Quelle: n-tv.de

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