Rohstoffe
(Foto: REUTERS)

Das Edelmetall glänzt wieder: Drei Gründe, die für Gold sprechen

Ein Gastbeitrag von Uwe Wiesner, Hansen & Heinrich

Gold zählte 2014 zu den besten Investments. Mit einem Plus von elf Prozent lief der Preis in Euro besser als Bundesanleihen oder der Dax. Die Aussichten sind glänzend. Besonders für Goldminenaktien.

Für Gold spricht derzeit erstens das fundamentale Umfeld, zweitens die Charttechnik und drittens die Geldflüsse beziehungsweise die extrem negative Stimmung. Zu Punkt eins: Die amerikanische Notenbank Fed hat während der Weltfinanzkrise ihre Bilanzsumme von 800 auf sage und schreibe 4500 Milliarden US-Dollar ausgeweitet. Das bedeutet nichts anderes, als dass sie 3300 Milliarden zusätzliche Dollar gedruckt hat. Die EZB hinkt zeitlich etwas hinterher, hat aber Ende 2014 angekündigt, zumindest 1000 Milliarden Euro in die Finanzmärkte zu pumpen. Die japanische Notenbank beschließt sowieso fast im Monatsrhythmus, immer mehr Yen in Umlauf zu bringen. Die Welt wird mit Papiergeld regelrecht geflutet. Die Menge an Gold wächst dagegen kaum. Bis heute wurden weltweit insgesamt rund 170.000 Tonnen des Edelmetalls gefördert. Die jährliche Minenproduktion belief sich zuletzt auf etwa 2700 Tonnen pro Jahr. Während die Geldmengen förmlich explodieren, nimmt das Angebot an Gold pro Jahr um gerade einmal 1,6 Prozent zu.

Da Gold zunehmend als Währung betrachtet wird, baut sich hier ein beträchtlicher Aufwertungsdruck auf. Gleichzeitig befinden sich die Zinsen auf rekordtiefen Niveaus. Dem Gold-Anleger entgehen somit kaum alternative Einnahmen, die so genannten Opportunitätskosten von Gold sind so gering wie selten zuvor. Als fundamentaler Katalysator für einen weiteren Anstieg des Edelmetallpreises könnte eine temporäre Abschwächung des US-Dollars dienen. Nach dem furiosen Anstieg der US-Währung ist mittlerweile eine technische Korrektur überfällig. Wertet der Dollar ab, steigt erfahrungsgemäß der Goldpreis. Auch eine weitere Eskalation des Kriegs in der Ukraine oder des Terrors der IS-Milizen könnte zu höheren Notierungen führen. Denn Gold gilt nach wie vor als eine der besten Versicherungen gegen extreme Risiken und Krisen.

Asiaten kaufen weiter Gold

Nach jahrelangen Tätigkeiten bei der Deutschen Bank und der UBS ist der Finanzmarktexperte Uwe Wiesner bei Hansen & Heinrich u.a. für die Kundenbetreuung und die Anlagestrategie mit verantwortlich.
Nach jahrelangen Tätigkeiten bei der Deutschen Bank und der UBS ist der Finanzmarktexperte Uwe Wiesner bei Hansen & Heinrich u.a. für die Kundenbetreuung und die Anlagestrategie mit verantwortlich.

In Asien, und hier vor allem in China und Indien, besteht nach wie vor eine hohe Nachfrage nach Gold. Traditionell gilt hier das Edelmetall als einer der besten Wertspeicher überhaupt. Vor allem auf dem indischen Subkontinent ist die Nachfrage wieder angesprungen. Gleichzeitig diversifizieren die asiatischen Notenbanken ihre Währungsreserven durch Goldkäufe. Alleine im dritten Quartal 2014 haben die internationalen Notenbanken nach Angaben des World Gold Council (WGC) insgesamt netto knapp 92 Tonnen Gold erworben. Damit kauften sie gut elf Prozent der weltweiten Minenproduktion dieses Zeitraums. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Förderung der Minengesellschaften im dritten Quartal 2014 im Jahresvergleich um sieben Prozent rückläufig war.

Zweitens ist Gold unter charttechnischen Betrachtungen interessant. Schon seit Dezember 2013 hat der Preis unter Schwankungen im Bereich von 1200 US-Dollar einen Boden ausgebaut. Am Anfang des neuen Jahres ist der Preis angesprungen und hat einen ersten Abwärtstrend bei 1225 US-Dollar nach oben durchbrochen. Der nächste Widerstand befindet sich bei 1255 US-Dollar – also in etwa dort, wo der Goldpreis gegenwärtig notiert. Hier bewegt sich derzeit auch die so genannte 200-Tageline. Wenn Gold sowohl den nächsten Widerstand als auch den durchschnittlichen Preis der zurückliegenden 200 Tage nachhaltig überwinden kann, würde dies eine endgültige Trendwende bedeuten. Davon würden auch Anleger profitieren, die Gold in Euro kaufen - vorausgesetzt, der Wechselkurs Euro/Dollar bliebe stabil. Sollte der US-Dollar weiter wie 2014 aufwerten, würden Gold-Investoren aus dem Euro-Raum sogar doppelt profitieren.

Der Markt ist sauber

Schließlich ist drittens spätestens seit dem Abverkauf im Oktober und November das spekulative Geld weitgehend aus dem Goldmarkt abgeflossen. In den Jahren während und nach der Finanzkrise war es bei dem Edelmetall zu spürbaren Überinvestitionen gekommen, die mittlerweile wieder als abgebaut gelten können. Nach den Berechnungen des WGC beliefen sich die Verkäufe von mit physischem Gold unterlegten ETFs im dritten Quartal 2014 nur noch auf 41 Tonnen, nach 120 Tonnen im selben Vorjahreszeitraum. Der Markt ist damit weitgehend sauber, spekulative Anleger, die aus dem Gold raus wollten, haben weitgehend ihre Bestände verkauft. Dadurch sollten schon kleinere Käufe auf eine nur niedrige Abgabebereitschaft stoßen und so für steigende Preise sorgen.

Außerdem ist die Stimmung, also das so genannte Sentiment, für Gold so negativ wie lange nicht mehr. Eine Schätzung von 21 Banken und Versicherungen sieht den Goldpreis 2015 im Durchschnitt bei 1171 US-Dollar und damit rund neun Prozent unter dem aktuellen Stand. Anleger, die mit einem fallenden Goldpreis rechnen, dürften sich jedoch schon längst von ihren Beständen getrennt haben. Somit spricht auch das negative Sentiment für einen steigenden Goldpreis.

Für unsere Mandanten kaufen wir als adäquates Investment in das Edelmetall den Hansagold Fonds (WKN A0RHG). Der Fonds investiert überwiegend in physisches Gold und in mit physischem Edelmetall besicherte Zertifikate und ETCs. Dabei hedged der Hansagold den Dollar-Kurs weitgehend ab.

Goldminenaktien für Risikobereite

Für Kunden mit erhöhter Risikotoleranz erwerben wir die Aktien von Goldproduzenten als Beimischung. Seit dem Hoch im September 2011 implodierten deren Kurse um rund 70 Prozent. Der Goldpreis selbst gab im selben Zeitraum "nur" um ein Drittel nach. Die Bergbaugesellschaften haben aber in den zurückliegenden Jahren zahlreiche unwirtschaftlich produzierende Minen stillgelegt und durch Kosteneinsparungen ihre fundamentale Situation spürbar verbessert. Die Bewertungen im Minensektor sind mittlerweile deutlich günstiger als in den zurückliegenden Jahren, die internationalen Investoren sind aber dennoch unterinvestiert. Einfach und kostengünstig investierbar ist der Goldminensektor über den Indexfonds Comstage Gold Bugs ETF (WKN ETF091).

Disclaimer

Diese Publikation dient nur zu Informationszwecken und zur Nutzung durch den Empfänger. Sie stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung seitens oder im Auftrag der Hansen & Heinrich Aktiengesellschaft zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Investmentfonds dar. Die in der vorliegenden Publikation enthaltenen Informationen wurden aus Quellen zusammengetragen, die als zuverlässig gelten. Die Hansen & Heinrich Aktiengesellschaft gibt jedoch keine Gewähr hinsichtlich deren Zuverlässigkeit und Vollständigkeit und lehnt jede Haftung für Verluste ab, die sich aus der Verwendung dieser Information ergeben. www.hansen-heinrich.de

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen