Rohstoffe
Wer die Wahl hat, hat die Qual.
Wer die Wahl hat, hat die Qual.(Foto: REUTERS)

Historische Chancen nutzen: Das sind die besten Anlagen für 2016

Ein Gastbeitrag von Thomas Wukonigg

Die Bewertungen an den Finanzmärkten gehen zurzeit extrem auseinander. US-Aktien sind historisch hoch bewertet, die Schwellenländer so preiswert wie lange nicht. Langfristinvestoren steigen ein.

Die Wall Street zählt zurzeit zu den teuersten Märkten. US-amerikanische Aktien kommen aktuell auf ein Shiller-KGV von 25. Im Rückblick ist ein Wert von 16 normal. Die vom Nobelpreisträger Robert Shiller entwickelte Kennzahl setzt den Aktienkurs zum durchschnittlichen Gewinn je Aktie der zurückliegenden zehn Jahre ins Verhältnis. Dadurch werden zyklische Schwankungen geglättet. Unter den gängigen Kennzahlen verfügt das Shiller-KGV über die stärkste Prognosekraft für die künftige Entwicklung von Aktienkursen.

Historisch preiswert sind dagegen die Aktien in den Schwellenländern. Insgesamt werden sie nur mit dem Elffachen des durchschnittlichen Gewinns der vergangenen zehn Jahre bewertet. Historisch betrachtet liegt das Shiller-KGV der Emerging Markets jedoch bei 19. Besonders günstig sind Brasilien (8, Durchschnitt 16), China (12, Durchschnitt 18) und Südkorea (11, Durchschnitt 16) und Russland (8, Durchschnitt 7).

Die niedrigen Bewertungen in den Schwellenländern hängen primär mit dem Verfall der Rohstoffpreise zusammen. Brasilien, Russland & Co. bekommen derzeit für exportiertes Eisenerz, Kohle, Öl und die anderen Commodities weniger als die Hälfte dessen, was sie in früheren Jahren erzielt haben. Gold notiert sogar auf dem tiefsten Stand seit fünfeinhalb Jahren. Das lastet auf den Kursen der Minengesellschaften und Energiekonzerne. Die durch die Aussicht auf höhere Zinsen in den USA ausgelöste Kapitalflucht hat diese Entwicklung zusätzlich verstärkt.

Wende bei Rohstoffen in Sicht

Thomas Wukonigg ist Bankkaufmann und verantwortet bei der Capital-Forum AG u.a. das Portfoliomanagement.
Thomas Wukonigg ist Bankkaufmann und verantwortet bei der Capital-Forum AG u.a. das Portfoliomanagement.

Mittlerweile sind die verschiedenen Rohstoffpreise auf massive Unterstützungsmarken gefallen, die wahrscheinlich nicht ohne weiteres durchbrochen werden. Bei einer Feinunze Gold liegt diese bei 1000 US-Dollar, bei einer Tonne Kupfer bei 4500 US-Dollar und bei einem Fass WTI-Öl bei 40 US-Dollar. Das weltweit wichtigste Rohstoff-Barometer, der CRB-Index, setzte sogar auf seiner Unterstützung aus den Jahren 1998 und 2001 auf. Aber nicht nur charttechnisch, auch fundamental spricht einiges für eine Trendwende bei den Rohstoffen. Die Fördergesellschaften haben ihre Investitionen inzwischen massiv zusammengestrichen, wodurch mittelfristig das Angebot sinken wird. Die Nachfrage steigt jedoch nach wie vor – schon alleine durch das Wachstum der Weltbevölkerung. Eine Preiswende ist somit in Sichtweite gerückt.

Springen die Rohstoffpreise wieder an, werden auch die Schwellenländerbörsen haussieren. Für Anleger, die auf das Comeback der Emerging Markets und der Rohstoffpreise setzen wollen, bieten sich aus Kostengründen Indexfonds an. Der Emerging Markets Dividend von iShares investiert in Unternehmen aus den Schwellenländern, die regelmäßig Gewinne ausschütten und Dividenden auch künftig finanzieren können. Anleger, die in Rohstoffe investieren möchten, empfiehlt sich der Lyxor ETF Commodities CRB. Der Indexfonds bildet den CRB-Index nach, der die weltweit wichtigsten Rohstoffe umfasst.

Anleger werden allerdings voraussichtlich höhere Schwankungen aushalten müssen. Denn die Finanzmärkte sind in den zurückliegenden Jahren deutlich anfälliger für Flashcrashs geworden. Grund ist vor allem der zunehmende computerbasierte Sekundenhandel, der bei Korrekturen automatisiert Verkäufe auslöst und damit diese verstärkt. Dennoch sind Aktien und auch Rohstoffe langfristig sicherer als vielfach wahrgenommen. Das gilt insbesondere bei einem langfristigen Anlagehorizont, bei dem zwischenzeitliche Schwächephasen ausgesessen werden. Außerdem gilt, was schon Waren Buffett gesagt hat: "Wer nicht aushält, dass Aktien einmal 50 Prozent fallen können, hat an der Börse nichts zu suchen."

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Quelle: n-tv.de

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