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(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 06. September 2017

Clever investieren: Zehn Tipps für Anleger

Von Daniel Saurenz

Wer Geld an der Börse investieren will, muss kein Hellseher sein. Es auch nicht erforderlich, den professionellen Finanzanalysten zu geben.

1. Bleiben Sie am Finanzmarkt stets optimistisch - aber zugleich skeptisch. Aktienkurse steigen langfristig, doch allzu hohe Bewertungen sollten nachdenklich stimmen.

2. Achten Sie auf Kennzahlen und interpretieren Sie diese richtig. Der ZEW-Index ist beispielsweise wenig sinnvoll als Taktgeber, er bildet die Stimmung unter Börsianern ab. Der Ifo-Index oder das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Aktien bringen mehr. Sie sollten aber immer im Kontext zur Konjunktur, zur Zinslandschaft und zur Phase eines Auf- oder Abschwungs gesehen werden.

3. Psychologie am Markt ist das A und O. Der alte Spruch, wonach man mutig sein sollte, wenn fast alle ängstlich sind (und umgekehrt), ist zutreffend. Wichtig dabei: Tricksen Sie ihre eigene Psychologie aus. Es ist ungemein schwierig, in harten Zeiten am Aktienmarkt zuzugreifen, wenn alle den Weltuntergang predigen wie 2009 - oder abzusichern, wenn alle happy sind wie 2007.

4. Für das Gewesene gibt der Kaufmann nichts. Erwerben Sie Finanzprodukte mit Blick nach vorn. Offene Immobilienfonds funktionierten bis 2007 super, aktive Aktienfonds ebenso. Mit Beginn der Krise war das Essig - wie bei einigen Zertifikate-Arten. Stellen Sie Ihre Produktauswahl immer wieder auf den Prüfstand.

5. Seien Sie vorsichtig bei Prognosen von Analysten oder gar jenen, die genau zu wissen vorgeben, wo es hingeht. Die Bewegungen bei Öl, beim Euro zum Dollar, bei den Zinsen und bei der Inflation seit 2007 zeigen, dass Analysten nicht häufiger richtig liegen als mancher privater Anleger.

6. Agieren Sie clever. Sichern Sie Ihr Depot ab, wenn es günstig ist. Kaufen Sie zu, wenn die Märkte im Krisenmodus sind.

7. Nutzen Sie Stimmungen. Der Optimismus oder Pessimismus von Börsenbriefschreibern gibt ebenso gute Signale wie die Volatilität. Diese bildet ab, ob Panik am Markt herrscht oder Euphorie. Ohne Zweifel signalisierte die Volatilität  2007 vor dem Ausbruch der Finanzkrise merkliche Sorglosigkeit, ähnlich wie fast über das gesamte Jahr 2017. Das bedeutet nicht zwingend, dass der Markt sofort einbrechen muss. Dies kann dauern. Es sagt vielmehr, dass Sie sich günstig gegen einen Crash versichern können.

8. Nutzen Sie das Taxifahrer-Argument. Wenn Sie im Bekanntenkreis oder vom Taxifahrer hören, dass eine Anlageklasse "nur steigen kann" - sei es Bitcoin, Gold, Aktien oder Immobilien, dann verabschieden Sie sich aus selbiger so schnell es geht. Sie kennen doch auch noch die Sache mit der Deutschen Telekom – selbst wenn dies 20 Jahre her ist.

9. Akzeptieren Sie das Auf und Ab der Börse. Timing ist ungeheuer schwierig, viele Anleger kaufen eher am Top denn am Tief. Deshalb sind Sparpläne gerade für unerfahrene Anleger eine gute Sache. Sie kaufen damit teuer wie 2007 aber eben auch billig wie 2009. Am Ende stimmt Ihr Schnitt.

10. Schauen Sie auf die Titelblätter von Börsenmagazinen. Wird der Untergang ausgerufen, greifen Sie am Aktienmarkt zu. Sehen Sie Titelzeilen wie "Aktien können nie wieder fallen", denken Sie lieber fünf Minuten länger nach.

Quelle: n-tv.de

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