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Der gesamte Wert von Bitcoins beläuft sich auf rund 39 Milliarden Euro. Das ist in etwa der Börsenwert der Deutschen Post oder von Continental.
Der gesamte Wert von Bitcoins beläuft sich auf rund 39 Milliarden Euro. Das ist in etwa der Börsenwert der Deutschen Post oder von Continental.(Foto: REUTERS)
Samstag, 15. Juli 2017

Crash bei Bitcoin und Ethereum: Wissenswertes über Kryptowährungen

Von Daniel Saurenz

Virtuelle Währungen sind nicht nur ein Nischenprodukt für Nerds. Ob in der Frankfurter U-Bahn oder im Berliner "Bitcoin-Kiez": Das Auf und Ab bei Bitcoin, Etherium und Co. treibt nicht nur Anleger um. Zehn Fakten.

1. Kryptowährungen sind ein vergleichsweise neues Phänomen am Finanzmarkt. Das britische Pfund existiert seit mehr als 1000 Jahren, der US-Dollar seit 1785, in abgemilderter Form ohne Bindung an den Goldpreis seit 1971. Den Bitcoin gibt es seit 2008, Ethereum erst seit 2015. Auf Herz und Nieren sind die Kryptowährungen noch nicht getestet. Aber dieser Test könnte nun beginnen.

2. Die Kurse der beliebtesten Währungen sind förmlich explodiert, der Hype ist immens. Seit Jahresbeginn hat sich der Bitcoin-Kurs bereits mehr als verdoppelt und tendiert aktuell um die Marke von 2370 US-Dollar. Bei Ethereum sieht das Bild noch beeindruckender aus. Die Währung kletterte seit Anfang des Jahres 2017 von 7,98 Dollar auf zeitweise etwa 395 Dollar.

3. Die Volatilität bei Bitcoin und Ethereum legt von einem hohen Niveau aus noch weiter zu. Ethereum verlor alleine innerhalb der letzten vier Wochen etwa 45 Prozent und notiert derzeit bei etwas mehr als 200 Dollar. Hohe Konkurrenz unter der Vielzahl an verschiedenen Kryptowährungen könnte diese Preisfluktuationen weiter verstärken, so glaubt die Investmentbank Vontobel, die bei ihrem Zertifikat auf Bitcoin gleich mehrmals "vorläufig ausverkauft" melden konnte.

4. Mit der Kursrally bei den Währungen greift das Prinzip, dass man vom Goldrausch kennt. Die Hersteller von Schaufeln verdienten prächtig und das passiert gerade bei den US-Tech-Konzernen Nvidia oder AMD. Auf fünf Jahre hat der Kurs von Nvidia mehr als 1000 Prozent zugelegt, die Aktie ist heiß gelaufen und an der Nasdaq auf ein Jahr mit Plus 200 Prozent einsame Spitze - Börsenwert 90 Milliarden Dollar. Ein Rückgang bei den Kryptos könnte auch Nvidia treffen, Investments mit einem Knock-out-Bear wie der SC25YC  mit Hebel 5 abzusichern könnte eine spannende Idee sein.

5. Warum profitieren AMD und Nvidia derart? Höherwertige Grafikkarten werden zum sogenannten Schürfen der Kryptowährungen genutzt, dem sogenannten Mining. Das Mining ist ein Rechenprozess, bei dem Datenblöcke in weltweiten Datennetzen von Tausenden Rechnern generiert werden. Man kann Mining mit dem früheren Goldschürfen vergleichen und so erhalten die digitalen Goldschürfer für die Dienste eine Belohnung in Form von Kryptowährung. AMD und Nvidia stellen spezielle Grafikkarten herstellen, welche extra für das Mining konzipiert wurden. Beliebte und leistungsfähige Karten sind momentan ausverkauft oder nur zu völlig überhöhten Preisen zu haben.

6. Die Wahrnehmung von Bitcoin klafft auseinander mit der wahren Marktkapitalisierung. Der gesamte Wert von Bitcoins beläuft sich auf rund 39 Milliarden Euro, dies entspricht in etwa dem Börsenwert der Deutschen Post oder Continental. Nicht mehr und nicht weniger.

7. Bitcoin spielt als Zahlungsmittel nach wie vor eine extrem geringe Rolle. Weltweit werden täglich etwa 350.000 Transaktionen per Bitcoin abgewickelt. Allein in Deutschland beträgt die Anzahl der regulären Banktransaktionen 77 Millionen am Tag.

8. Steuerlich ist die Frage, was mit Kursgewinnen bei Bitcoin passiert, in der Schwebe, sofern die Bitcoins direkt und nicht über ein derivatives Produkt erworben oder abgebildet werden. Wer dagegen bei Brokern wie E*Toro oder Ayondo auf die Kursentwicklung des Bitcoin spekuliert, versteuert seine Gewinne wie gewöhnliche Aktiengewinne.

9. Die Anzahl generierter Bitcoins wird am Ende maximal 21 Millionen Bitcoins betragen. Damit sollte die Währung an sich eher deflationär wirken, da keine Notenbank beteiligt ist, die beliebig neues Geld drucken kann. Viele sehen Bitcoin ähnlich wie Gold als Fluchtwährung, jedoch werden Erinnerungen wach an die Hochzeiten bei Gold und Silber vor einigen Jahren.

10. Hohe Kursziele, die von vermeintlichen Analysten durch den Markt gereicht werden, sollten Anleger vorsichtig machen. Im Jahr 2011 übertrafen sich Experten mit Zielen für Silber von 100 oder 200 Dollar, bei Gold sollten es 5000 oder 10.000 Dollar sein. Gold und Silber lagen damals auf Rekordlevels von 1950 und 50 US-Dollar. Mittlerweile sind die Kurse auf 1200 und 15 Dollar abgestürzt.

Quelle: n-tv.de

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