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Was bringt die Zukunft?
Was bringt die Zukunft?(Foto: picture alliance / dpa)

Auf die Verlierer setzen: "Wertlose" Aktien sind am aussichtsreichsten

Ein Gastbeitrag von Marc-Oliver Lux

Kursvorhersagen sind nicht das Papier wert, auf dem sie stehen. Wesentlich erfolgreicher ist es, nach festen Regeln und ohne Prognosen zu investieren. Ein Konzept sind die "Dogs of the World".

Das vergangene Jahr war in zweifacher Hinsicht ausgesprochen lehrreich. Erstens sind verschiedene Ereignisse anders abgelaufen als von der Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet. Zu nennen sind hier vor allem das Brexit-Votum der Briten und die Wahl von Donald Trump zum nächsten Präsidenten der USA. Noch erstaunlicher war jedoch – zweitens – die Reaktion der Finanzmärkte.

Der EU-Austrittsentscheid der Briten sorgte gerade einmal an einem Handelstag für Kursverluste. Danach war alles wieder ganz schnell Schnee von gestern. Dax & Co. brauchten einen Monat oder weniger, um wieder ihr Vor-Brexit-Niveau zu erreichen und stiegen im weiteren Verlauf von 2016 sogar auf Jahreshochs. Bei der Trump-Wahl ging es noch rascher. Der Dax tauchte nur für Stunden ab und beendete den Handel am Tag nach der US-Präsidentschaftswahl auf Höchststand. In der anschließenden Trump-Rally stiegen die US-Börsenindizes sogar auf Allzeithochs, obwohl der Immobilienmogul eigentlich vor allem für Unsicherheit steht.

Auch Gold reagierte nicht unbedingt so, wie man es als Anleger hätte erwarten können. Zwar legte der Preis des Edelmetalls nach dem beschlossenen EU-Austritt des Vereinigten Königreichs kurzfristig zu. Doch dann schwenkte Gold schon bald in einen mehrmonatigen Abwärtstrend ein, an dem auch die Trump-Wahl nichts änderte.

Bei den Zinsen lagen 2016 eine Vielzahl von Investoren ebenfalls schief. Die Banken hatten für das vergangene Jahr im Durchschnitt steigende Zinsen erwartet. Stattdessen sind sie auf neue Allzeit-Tiefs gefallen.

Kursprognosen funktionieren nicht

Unter dem Strich hat 2016 einmal mehr gezeigt: Die Kurse an den Finanzmärkten lassen sich nicht zuverlässig vorhersagen. Daran ändern auch vereinzelte Glückstreffer nichts. Oder welcher Anleger hätte gedacht, dass sich 2016 vor allem an den Börsen in Brasilien, Kanada und Südafrika das meiste Geld verdienen ließ? Die drei Handelsplätze zählten im Jahr zuvor zu den größten Verlierern überhaupt, legten dann aber 2016 einen ungeahnten Rebound hin.

Die Idee, auf die Loser von gestern zu setzen, basiert auf einem seit mehr als 45 Jahren erprobten Anlagekonzept: Den "Dogs of the Dow". Umgangssprachlich bedeutet "dog" eine "wertlose Sache". Vereinfacht gesagt geht es darum, in zurückgebliebene Aktien oder andere Assets zu investieren und von der vermeintlichen Aufholjagd zu profitieren.

Das, was der Erfinder dieser Investmentstrategie, Michael O´Higgins, auf den Dow Jones (inklusive der gezahlten Dividenden) angewendet hat, lässt sich in abgewandelter Form auch für die weltweiten Finanzmärkte nutzen: Anleger kaufen zu Beginn eines neuen Jahres die Aktienmärkte, die im Jahr zuvor am deutlichsten underperformt haben – völlig prognosefrei, dafür aber nach festen Regeln.

Die Dogs of the World für 2017

Im neuen Jahr sind auf der Aktienseite gemäß dieses Anlagekonzepts vor allem Italien, Griechenland, Mexiko, Türkei und Vietnam interessant. Also allesamt Märkte, für die die Aussichten und Prognosen eher schlecht sind. In Italien herrscht eine schwere Bankenkrise, das Land ist hoch verschuldet und politisch kaum handlungsfähig. In Griechenland ist die Schuldenkrise nach wie vor ungelöst. In der Türkei fahren der Terror und Präsident Recep Tayyip Erdoğan die Wirtschaft gegen die Wand. Mexiko leidet unter den Ankündigungen Trumps - seit seiner Wahl hat der mexikanische Pesos rund 15 Prozent an Wert verloren. Und Vietnam befindet sich in Sippenhaft der Schwellenländer, für die der feste Dollar aufgrund ihrer Schulden in Fremdwährungen eine handfeste Bedrohung bedeutet.

Diese Märkte lassen sich am einfachsten und preiswertesten durch den Kauf entsprechender Länder- oder Regionen-ETFs abdecken. An den Rentenmärkten war 2016 noch ein Jahr für lange Laufzeiten, weshalb sich jetzt ein Switchen in Kurzläufer anbietet.

Dieses prognosefreie, dafür jedoch regelgebundene Anlagekonzept, hat 2016 mit einem zweistelligen Plus deutlich die Finanzmärkte geschlagen. Das könnte sich 2017 durchaus wiederholen. Denn wer weiß, was da noch alles passiert: Brexit- und Trumpstart, Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland, Inflation sowie Zinswende - das sind nur einige Ereignisse, deren Ausgang die Märkte auch im neuen Jahr überraschen könnten.

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Quelle: n-tv.de

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