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Sonntag, 16. April 2017

Neues Rekordhoch in Sicht: Verrückt nach Bitcoins

Von Benjamin Feingold

Während hierzulande Anleger skeptisch auf Bitcoins als Investment blicken, erfreuen sie sich in China großer Beliebtheit. Und das nicht nur wegen der starken Performance.

Nicht nur die Aktienmärkte haussieren kräftig, auch vermeintlich sichere Anlagehäfen wie Gold oder die Kryptowährung Bitcoin. Während Gold noch deutlich unter seinem Rekordhoch notiert, stehen Bitcoins ebenso wie zahlreiche Aktienmärkte kurz vor neuen Rekordständen. Der größte Treiber dieser Entwicklung am Bitcoin-Markt sind chinesische Anleger. Sie vereinen auf ihren digitalen Plattformen rund 90 Prozent des Handels. Viele chinesische Anleger wollen via Bitcoins ihr Kapital in Sicherheit bringen, weil der Renminbi zusehends an Wert verliert. Sie wollen sich über Bitcoins vor einer weiteren Währungsabwertung schützen.

Auch in Indien versuchten Anleger Ende vergangenen Jahres, einer Währungsabwertung mit Hilfe der Bitcoins zu entkommen. Die Inflation hatte kräftig zugelegt, und die indische Regierung wollte zugleich durch eine Reduzierung des Bargeldes die Korruption eindämmen. Sie zog die 500- und 1000 Rupien-Geldnoten zügig aus dem Verkehr, und Bitcoins blieben eine Möglichkeit, das indische Geld einigermaßen werterhaltend umzutauschen.

Auch indische Geschäfte akzeptierten Bitcoins, so dass die digitale Währung eine echte Alternative zur landeseigenen Währungen geworden ist - vor allem wenn Krisen aufziehen. So spielte sich in Venezuela eine ähnliche Entwicklung ab, als Anfang des Jahres Bargeld abgezogen wurde, um die Hyperinflation zu bekämpfen. Doch auch außerhalb dieser Krisensituationen versuchen Bitcoin-Fans, die virtuelle Währung als Investmentmöglichkeit zu etablieren.

Anleger warten auf den ersten Bitcoin-ETF

Die Zahl von Bitcoin-Finanzprodukten, in die Investoren Geld stecken können, ist klein. Ob sich das bald ändert? Ende März wurde ein weiterer Antrag auf einen Bitcoin-ETF, das ist ein börsengehandelter Fonds, von der US-Wertpapieraufsicht SEC abgelehnt. Zuvor waren bereits die Winklevoss-Brüder Tyler und Cameron mit ihrem Antrag auf einen solchen ETF gescheitert.

Die Zwillinge betreiben die Bitcoin-Börse Gemini und wollen die Kryptowährung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. "Die Kommission stellt fest, dass Bitcoin sich in einem relativ frühen Stadium seiner Entwicklung befindet", so die SEC. "Die Kommission ist der Überzeugung, dass die bedeutenden Bitcoin-Märkte unreguliert sind."

Damit dürfte der Handel mit Bitcoins weiter stark dezentralisiert an mehreren Bitcoin-Börsen erfolgen und China eine Vorreiterrolle spielen. Zwar hat es dort zuletzt Handelseinschränkungen gegeben, weil die Angst vor einer weiteren Kapitalflucht groß ist. Doch die gesamte Nachfrage nach einer digitalen Währung ist ungebrochen. Die Marktkapitalisierung der Bitcoins wird auf mehr als zehn Milliarden US-Dollar geschätzt. Der Kursrückschlag nach der ersten SEC-Entscheidung ist fast komplett wieder aufgeholt.

Anleger hierzulande können sich direkt über die Börsen an Bitcoins beteiligen. Eine Alternative, um von der Wertentwicklung der Kryptowährung zu profitieren, ist ein Partizipationszertifikat mit der WKN VN5MJG. Das Papier hat eine Laufzeit bis zum Juli 2018 und die An- und Verkaufsspanne beträgt rund zwei Prozent. Da Bitcoin in Dollar notiert ist, unterliegen Anleger wie bei anderen Bitcoin-Anlagen auch einem Dollarrisiko.

Disclaimer: Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien oder Anlageprodukten dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Quelle: n-tv.de

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