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(Foto: picture alliance / dpa)

Lohnen sich Aktien?: Anleihen und Immobilien sind richtig teuer

Ein Gastbeitrag von Mark-Uwe Falkenhain

Der Renditevergleich ist eindeutig: Mit Aktien lässt sich gutes Geld verdienen. Mietrenditen sinken dagegen weiter. Viele Anleihen vernichten sogar Kapital.

Selten waren die Renditeabstände zwischen den verschiedenen Vermögensklassen so groß wie heute. Die bedeutenden internationalen Aktienmärkte liefern zurzeit eine Dividendenrendite von rund drei Prozent. In Großbritannien und Osteuropa liegt der Wert sogar noch höher. Was auf den ersten Blick nicht sonderlich hoch erscheint, ist angesichts von fast null Prozent Inflation gar nicht schlecht.

Noch deutlicher wird die Attraktivität von Aktien beim Renditevergleich mit Immobilien und Anleihen. Zwar haben die Mieten für Wohnungen und Häuser vor allem in den Metropolen in den zurückliegenden Jahren spürbar angezogen. Die Preise für Immobilien sind jedoch noch viel stärker gestiegen. Das hat zur Folge, dass die Mietrendite der meisten Objekte unter Berücksichtigung von Instandhaltungskosten auf ein bis zwei Prozent gesunken ist. Daraus leitet sich umgekehrt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von durchschnittlich 75 ab. Das entspricht in etwa dem fünffachen Aktien-KGV.

Gemessen an den Renditen sind Aktien also deutlich preiswerter als Immobilien. Wohnungen und Eigentumshäuser zur Eigennutzung mögen angesichts der niedrigen Hypothekenzinsen nach wie vor attraktiv sein. Immobilien zur Fremdvermietung rechnen sich dagegen kaum noch.

Noch extremer fällt der Vergleich von Aktien mit Anleihen aus. Deutsche Bundesanleihen mit Laufzeiten von bis zu zehn Jahren rentieren mittlerweile im negativen Bereich, so dass sich hier überhaupt kein KGV errechnen lässt. Selbst wenn die Anleiherenditen irgendwann einmal wieder auf ein Prozent steigen sollten, was mit spürbaren Kursverlusten verbunden wäre, läge das KGV bei 100!

Aktien deutlich preiswerter als Renten

Mark-Uwe Falkenhain verfügt über insgesamt 30 Jahre Berufserfahrung bei der Beratung vermögender Privat- und Geschäftskunden. Nach verschiedenen Stationen bei deutschen und internationalen Großbanken ist er bei Geneon seit neun Jahren als Vorstand tätig.
Mark-Uwe Falkenhain verfügt über insgesamt 30 Jahre Berufserfahrung bei der Beratung vermögender Privat- und Geschäftskunden. Nach verschiedenen Stationen bei deutschen und internationalen Großbanken ist er bei Geneon seit neun Jahren als Vorstand tätig.

Demgegenüber notiert das KGV amerikanischer Aktien gemessen am S&P 500 im Durchschnitt bei 17. Das ist zwar etwas höher als in den vergangenen Jahren, aber im Vergleich mit den fast dreistelligen Anleihe-KGVs historisch günstig. Das Dax-KGV liegt sogar nur im Bereich von 13 bis 14. Am preiswertesten sind osteuropäische Titel mit einem KGV von deutlich weniger als zehn. Gemessen am Kurs-Buchwert-Verhältnis sind Dividendentitel ebenfalls häufig vergleichsweise günstig.

Es gibt weitere Gründe, die im direkten Vergleich der Assetklassen vor allem für Aktien sprechen: Im Gegensatz zu Wohnungen und Häusern sind Dividendentitel börsentäglich handelbar. Immobilien sind dagegen – wie der Name bereits sagt – recht immobil beziehungsweise illiquide. Gleichzeitig kann der Anleger zahlreiche Anleihen nicht mehr mit einem guten Gewissen bis zur Fälligkeit halten. Denn das bedeutet vor allem eins: einen sicheren Verlust. Vielmehr müssen Investoren am Rentenmarkt darauf setzen, dass die Renditen noch weiter sinken und sie ihre Papiere mit einem zwischenzeitlichen Kursgewinn vor Fälligkeit verkaufen können. Dabei handelt es sich um eine durchaus gewagte Wette.

Euro als Export-Booster

Die Perspektiven für Aktien sehen da deutlich positiver aus. Die immer noch niedrigen Energie- und Finanzierungskosten unterstützen die Gewinnentwicklung der Unternehmen. Davon profitieren auch die Dividenden und die entsprechenden Dividendenrenditen. In Euroland kommt noch die günstig bewertete Gemeinschaftswährung hinzu, was die preisliche Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen aus der Währungszone im Ausland erhöht. Der schwache Euro kommt vor allem der deutschen Wirtschaft mit ihrem hohen Anteil an Ausfuhren zugute. Hier wirkt der günstige Kurs regelrecht wie eine Export-Booster.

Per Saldo bleiben Aktien alternativlos. Auf lange Sicht bieten sie die Chance auf jährliche Erträge von sieben bis acht Prozent. Das dürfte mit Anleihen oder Immobilien kaum zu erzielen sein. Und als Sachwert stehen sie grundsätzlich auf einer Stufe mit anderen Sachwerten wie Gold oder Immobilien, wenn es um grundsätzlichen Schutz vor Verwerfungen an den Finanzmärkten geht.

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Quelle: n-tv.de

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