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(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 19. April 2016

"The trend is your friend": Anleger müssen Schwankungen aushalten

Ein Gastbeitrag von Grigorios Aggelidis

Investoren, die heute noch substanzielle Erträge erzielen wollen, müssen Kursschwankungen bei Aktien tolerieren. Bei den großen Crashs sollten sie allerdings nicht dabei sein.

Wenn eine Anlage 50 Prozent an Wert verliert, muss sie anschließend 100 Prozent steigen, nur um wieder das Ausgangsniveau zu erreichen. Dieses einfache Beispiel verdeutlicht, wie wichtig es für den Erfolg von Investments ist, die ganz großen Abwärtsbewegungen zu vermeiden. Von diesen haben wir an den Aktienmärkten seit den Nullerjahren bereits drei gesehen. Beim Platzen der Internetblase von 2000 bis 2003 verloren die internationalen Börsen im Durchschnitt 65 Prozent. Nach der Lehman-Pleite rauschten die Kurse 2008 um 50 bis 55 Prozent in den Keller. Als 2011 die Staatsschuldenkrisen hochkochten, gaben Dividendentitel noch einmal rund 30 Prozent nach.

Wenn wir diese Rückschläge von um die 50 Prozent auf das Dax-Hoch vom April 2015 von knapp 12.400 Punkten übertragen, hätte der Leitindex bis auf 6200 Zähler Luft nach unten. Beim aktuellen Niveau bedeutet dies noch immer ein Verlustpotenzial von 38 Prozent. Diese Überlegungen zeigen recht klar, wie wichtig es ist, ein Anlageportfolio nach unten abzusichern. Dazu eignet sich am besten der schrittweise Abbau von Aktienpositionen an jeweils klar definierten Kursmarken. Bei großen Portfolios und Spezialfonds ist auch die Verwendung von Derivaten wie Futures und Optionen eine Alternative.

Verlustvermeidung ist die Basis

Grigorios Aggelidis ist Bankkaufmann mit mehr als 25 Jahren Berufserfahrung in der Beratung und Betreuung vermögender Kunden und 10 Jahren als Certified Financial Planner. Bei Geneon Vermögensmanagement ist er als Senior-Berater und als Mitglied des Anlageausschusses tätig.
Grigorios Aggelidis ist Bankkaufmann mit mehr als 25 Jahren Berufserfahrung in der Beratung und Betreuung vermögender Kunden und 10 Jahren als Certified Financial Planner. Bei Geneon Vermögensmanagement ist er als Senior-Berater und als Mitglied des Anlageausschusses tätig.

Das Abwehren von Verlusten bildet das Fundament für den Vermögenserhalt, nachhaltig positive Renditen lassen sich dann mit offensiveren Anlageklassen wie zum Bespiel Aktien erwirtschaften. Die vergleichsweise hohen Volatilitäten an den Aktienmärkten schrecken allerdings vor allem in Deutschland viele Anleger ab. Das erklärt auch die Beliebtheit von Sparbüchern und Festgeldkonten, deren Wert eben nicht jeden Tag schwankt.

Trotzdem ist es unter Renditegesichtspunkten ein Fehler, sich dauerhaft von Aktien fern zu halten. Denn langfristig betrachtet werfen Dividendentitel mit rund acht Prozent pro Jahr unter allen gängigen Vermögensklassen die höchsten Erträge ab. Dafür müssen Anleger jedoch die taktischen Risiken an den Aktienmärkten in Form von Schwankungen in Kauf nehmen.

Zurzeit notiert der Volatilitätsindex VDax New bei rund 23 Punkten und damit etwas höher als im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre. Daraus lässt sich ableiten, dass die Marktteilnehmer an der Terminbörse Eurex in den kommenden 30 Tagen beim Dax mit einer Bandbreite von 9364 bis 10.686 Punkten rechnen. Das erwartete Minus beläuft sich damit auf knapp sieben Prozent. Zwar interpretieren Börsianer Schwankungen in erster Linie als potenzielles Verlustrisiko. Volatilitäten bedeuten aber gleichzeitig entsprechende Gewinnchancen – aktuell von ebenfalls fast sieben Prozent.

"The trend is your friend"

Ob die Aktienkurse nun tatsächlich steigen oder fallen, lässt sich auf Basis fundamentaler Analysen kaum vorhersagen. Diese taugen eher dazu, Entwicklungen im Nachhinein zu erklären. Zum Beispiel galt der tiefe Ölpreis noch bis Ende 2015 als kostenloses Konjunkturprogramm und damit als Kurstreiber für die Aktienmärkte. Als dann Anfang 2016 die Kurse stark korrigierten wurde der Preisverfall beim schwarzen Gold plötzlich als für die Börsen schädlich eingestuft, weil die ölexportierenden Staaten als Konsequenz weniger Güter aus dem Westen einführen und die amerikanische Frackingindustrie tiefrote Zahlen schreibt.

Aussichtsreicher als auf Marktprognosen zu setzen ist es, langfristigen Trends zu folgen. Praktisch bedeutet das, Aktien nicht an Wendepunkten kaufen zu wollen, die kaum ein Anleger trifft, sondern dann, wenn sie einen möglichst stabilen Aufwärtstrend ausgebildet haben. Dasselbe gilt für Verkäufe und Abwärtstrends.

Zurzeit deutet immer mehr auf positive Vorzeichen hin. Seit zwei, drei Wochen bauen die Aktienmärkte einen Boden aus. Festigt sich dieses Szenario, sollten Anleger ihre Aktienquote, also den maximalen Anteil am Gesamtportfolio, schrittweise ausschöpfen. Noch sind wir bei 25 bis 30 Prozent.

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Quelle: n-tv.de

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