Montag, 09. Januar 2012
Markus Zschabers "Welt-Index"
Neues Jahr bringt Chancen
Die Staatsschuldenkrise sorgt für große Nervosität an den Märkten, die wirtschaftliche Lage ist nach Analyse von Vermögensverwalter Markus Zschaber jedoch deutlich besser als die Stimmung. Für Anleger, die gegen den Strom zu schwimmen, birgt das Möglichkeiten für Schnäppchen.
Das Schuldenthema dominierte im Jahr 2011 das Marktgeschehen und hat bereits Auswirkungen auf die Realwirtschaft genommen. Dennoch haben wir in den vergangenen 12 Monaten im Rahmen dieser Veröffentlichungen immer wieder auf das globale Konjunkturgerüst hingewiesen, welches eine außerordentliche und vielseitige Qualität und Struktur anzeigt und sich gerade im Jahr 2011 als Brandmauer bewährte. "Die Qualität der Konjunkturfaktoren, welche wir derzeit erfassen, setzt sich aus Lager-, Investitions-, Beschäftigungs- und Konsumzyklus zusammen. "Eine solche Kongruenz habe ich in den letzten dreißig Jahren nicht mehr gesehen", sagt Markus C. Zschaber. Die gute Nachricht ist, dass dies auch für das Jahr 2012 gilt, denn die politischen Risiken hier in der Eurozone haben die eigentliche Konjunkturdynamik eher abgebremst, anstatt dass sich diese voll entfalten konnte. Aufholpotenzial ist also gegeben.
Die Datenerhebungen des Welt-Index untermauern diese Einschätzung, denn diese zeigen keinerlei Übertreibungen oder Überhitzungen in Zusammenhang der Konjunkturzyklik. "Wir haben starke Widerstände, diese sollten uns, bei einem stabileren politischen Verhalten, vor hohen wirtschaftlichen Rückschlägen in 2012 und einer Rezession schützen", so Zschaber weiter.
Der Index der Konjunkturdaten konstatiert aktuell ein Niveau von 52 Prozent und bewegt sich damit weiterhin auf einem Niveau, welches zwar kein euphorisches Wachstum ankündigt, auf der anderen Seite aber auch keine Rezessionssignale liefert. Interessant ist allerdings, dass der Index der Erwartungsdaten jüngst einen Stand von 64 Prozent liefert. Dies bedeutet, dass 64 Prozent der hier ermittelten Konjunkturdaten die Erwartungen der Märkte übertroffen haben. Laut Markus C. Zschaber ist der Pessimismus der Marktteilnehmer sehr ausgeprägt. "Ich sehe gute Chancen, dass wir hierbei positive Überraschungen erleben sollten, dass könnte viele Marktteilnehmer zurück an die Aktienmärkte zwingen."
Der aktuelle V.M.Z.-Kommentar
Die USA gilt als die Volkswirtschaft der Stunde. Trotz horrender Verschuldung und Unklarheit, welche Reformen zukünftig auf der Tagesordnung stehen werden, sorgt die extrem lockere Geldpolitik der Notenbank in Kombination mit der Vertrauenskrise in Europa dafür, dass aus aller Herren Länder Kapitalströme in die USA fließen. Die USA gilt in Zeiten von Unsicherheiten als Hort der Sicherheit. "Da wo das Kapital hinfliest, da ist auch das Wachstum", so Zschaber. Das suggerieren auch die aktuellen Daten aus der Wirtschaft. Die Konjunkturlage in den USA, welche in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 eine unterproportionale Entwicklung anzeigte, konnte vor allem in den letzten drei Monaten überzeugen und zwar auf breitem Fundament. Allerdings profitieren einmal mehr vor allem die global operierenden Unternehmen, während der Mittelstand nach wie vor stagniert.
Aktuell weist der Index der Konjunkturdaten einen Stand von 52 Prozent auf. Dieser Stand signalisiert, dass die globale Wirtschaftsdynamik sich nach wie vor trotz aller Störfeuer gut behauptet. Vor allem die USA und Deutschland zeigen eine beachtliche Stärke in Zeiten der Schuldenkrise. Die asiatischen Volkswirtschaften konsolidieren auf hohem Niveau, während große Teile Europas sich auf einem rezessiven Pfad befinden, was im Hinblick der Reformanstrengungen zu erwarten war. Das Jahr 2012 könnte trotzdem ein Jahr positiver Überraschungen werden.
Europa befindet sich aus wirtschaftlicher Sicht im Schatten Deutschlands. Gerade die vergangenen vier Wochen zeigten, dass Deutschland einmal mehr dank der starken Industriezweige im Maschinenbau, Automobil, Chemie und Elektrotechnik überproportional an den stabileren Konjunkturentwicklungen partizipieren konnte. Damit erschließt sich Deutschland auch im Jahr 2012 als Leistungsträger Nummer 1 in Europa globale Absatzmärkte.
In Asien befinden sich die großen Drei (Japan, China, Indien) zwar weiterhin auf Konsolidierungskurs, allerdings dürften die jüngst stark gesunkenen Erzeuger- und Verbraucherpreise vor allem in China Luft für geldpolitische Stimulationen mit sich bringen. "Die asiatischen Volkswirtschaften werden auch in 2012 den höchsten Wachstumsbeitrag aller Kontinente zur Weltwirtschaft liefern" sagt Zschaber. Nach Meinung des Vermögensverwalters, wäre es töricht diese Märkte außer Acht zu lassen.
Fazit für Anleger
Die Nervosität und der ausgeprägte Pessimismus spiegeln auf der einen Seite die Unsicherheiten wider, auf der anderen Seite bieten exakt diese Entwicklungen Chancen für mutige Investoren, die antizyklisch vorgehen. Vor allem weil die Bewertungen der Unternehmen sehr vielversprechend sind. Auch die Tatsache, dass Unternehmen in der jetzigen Zeit eigentlich die besseren Gläubiger als Staaten darstellen, untermauert die These der antizyklischen Vorgehensweise.
Das aktuelle Niveau des "Index der Markterwartungen" in Höhe von 64 Prozent zeigt einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vormonat an. Das Niveau belegt eindeutig den sehr ausgeprägten Pessimismus der Marktteilnehmer da 64 Prozent der vorhandenen Erwartungen übertroffen wurden. Viele Marktakteure haben im Jahr 2011 die Kapitalmärkte verlassen bzw. auf ganz konservative Anlagen gesetzt. Dies könnte sich bald ändern und die attraktiv bewerteten Aktienmärkte profitieren lassen.
Für uns steht fest: Die soliden Unternehmensbilanzen sowie die niedrigen Bewertungen sollten die Aktienmärkte im Jahr 2012 unterstützen. Die Datenanalyse aus dem Welt-Index verdeutlicht, dass der Welthandel weiterhin expandiert und die globale Nachfrage konstant bleibt.
Dies sollte vor allem Exportwerte in den Fokus rücken lassen, die vom anhaltenden Wachstum in Asien, Südamerika und Osteuropa profitieren. Besonders hervorheben möchten wir diesbezüglich deutsche Qualitätsaktien. Zschaber sagt: "Deutsche Unternehmen sind im internationalen Vergleich besonders wettbewerbsfähig und haben nach wie vor eine starke Innovationskraft". Außerdem gilt die Güternachfrage nach deutschen Exportwerten als sehr stabil. Hinzu kommt, dass der Arbeitsmarkt in Deutschland als sehr robust gilt und die Konsumnachfrage stützt. Darüber hinaus gelten die Bewertungen in Deutschland als sehr attraktiv und bieten für die kommenden Wochen und Monate interessante Chancen. Aus diesem Grunde erhöhen wir die aktuelle Aktienquote um 8 Prozentpunkte von 47 auf 55 Prozent, wobei wir in erster Linie deutsche Qualitätswerte zusätzlich ergänzen wollen. (Aktienauswahl: Symrise AG, Dürr AG, BASF, MAN, Gerresheimer AG, Südzucker AG, Linde AG etc.)
Unsere Basisinvestments wie Pfizer, IBM, Chevron, YUM Brands, Exxon Mobile und 3M, die allesamt international operierende Unternehmen darstellen, sowie Leoni, Kali + Salz, Hugo Boss, Fresenius Medical Care, BMW, EADS und Sanofi bleiben dem Musterportfolio erhalten. Wir sind uns absolut bewusst darüber, dass dies in einem Marktumfeld, welches sehr angespannt ist und die Märkt durch Irrationalität geprägt sind, auch die Portfolioschwankungen erhöht. Dennoch hat die Historie immer wieder bewiesen, dass antizyklisches Handeln und qualitative Merkmale bei den Portfoliopositionierungen zu berücksichtigen, die lukrativsten Strategien waren. Die in den vergangenen Monaten nach oben angepasste Quote der Wandelanleihen, hat das Portfolio mit einem defensiveren Engagement an der jüngsten Aktienmarktentwicklung gut teilhaben lassen. Durch die höhere Aktienquote werden hier Gewinne mitgenommen und die Quote auf 9,5 Prozent reduziert.
Anleger die diese Ausrichtung nutzen möchten, können es über den Investmentfonds WorldMarketFund (WKN A1CS5F). Dieser Fonds lehnt sich an die Asset-Allokation des Musterdepots an und bindet die Anlagesegmente, die gesamtwirtschaftlichen Präferenzen, die Investmentideen sowie die Allokation des Musterportfolios mit ein.
Asset-Allokation: Im monatlichen Musterdepot wird der Aktienanteil auf 55 Prozent erhöht. Die Quote der Wandelanleihen wird dagegen von 15 auf 9,5 Prozent reduziert. Die Quote der Rohstoffe (allgemein) sowie der zyklischen Industriemetalle wird bei 5 bzw. 8 Prozent beibehalten. Auch die Quoten der Unternehmensanleihen, Absolut – Return – Strategien und Edelmetalle bleiben unverändert. Die Engagements innerhalb des Musterportfolios im Bereich der Währungen wird auf 0 Prozent minimiert, genauso wie die zuletzt geführte Bargeldquote von 2 Prozent. Dagegen wird die Quote der Staatsanleihen aus den Emerging Markets von 7,5 auf 10 Prozent erhöht.
Das Musterportfolio zum "Welt-Index" ist nur als begleitende Information zu verstehen und dient nicht als konkreter Anlage-Ratschlag. Die Dr. Markus C. Zschaber Vermögensverwaltungsges. mbH erstellt den Index monatlich exklusiv für "n-tv" und die "Welt am Sonntag". Informationen zum Index unter www.weltindex.com
Zur Methode: Der "Welt-Index" umfasst die 50 relevantesten Konjunkturdaten der Welt. Dazu gehören Schwergewichte wie der Vertrauensindex der Universität Michigan, Auftragseingänge der deutschen Industrie oder Chinas Exporte, aber auch einige OECD – Frühindikatoren oder das Wirtschaftsvertrauen in Frankreich. Bewertet wird, ob ein Wert steigt oder fällt. Am Ende steht eine Prozentzahl: 50 Prozent bedeutet, dass die Hälfte aller Daten gestiegen ist. So funktioniert auch der zweite Teil des "Welt-Index", der Index der Markterwartungen, wobei hier gemessen wird, ob die Experten mit ihren Schätzungen richtig lagen. Ein Wert über 50 heißt hier, dass eine Mehrheit der Erwartungen von der Realität übertroffen wurde. Bei 50 liegt also die Schwelle vom Pessimismus zum Optimismus, was sich auf die Märkte im Folgemonat auswirken sollte. V.M.Z. Eigentümer und -Chef Dr. Markus C. Zschaber selbst nutzt die Daten bereits seit über zehn Jahren auch für seine eigenen Anlageentscheidungen.
Dr. Markus C. Zschaber Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH