Freitag, 27. Januar 2012
Nach Standard & Poor's (S&P) hat Fitch zum Rating-Rundumschlag in der Euro-Zone ausgeholt und gleich fünf Länder schlechter eingestuft. Die Bonitätswächter senkten die Kreditwürdigkeit von Italien, Spanien, Belgien, Zypern und Slowenien. Der Ausblick für alle Länder ist negativ: Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Herabstufung in den kommenden zwei Jahren ist demnach hoch.
Die Herabstufung begründete die Agentur mit der Verwundbarkeit der Euro-Länder gegenüber monetären und finanziellen Schocks. Italien, das mit einer Expertenregierung unter Mario Monti gegen eine immense Staatsverschuldung kämpft, wurde um zwei Stufen auf A-von A+ abgesenkt. Die Abstufung wäre noch schärfer ausgefallen, hätte sich die Regierung in Rom nicht derart klar zu einem Abbau des Defizits und Strukturreformen verpflichtet, erklärte Fitch. Monti nahm die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens durch Fitch gelassen auf. Das seien alles Dinge, die nicht neu seien, und sie urteilten nicht über die aktuelle Politik Italiens, betonte der Regierungschef.
Spanien bewertet Fitch nun mit A statt AA-. Zyperns neues Rating von BBB- liegt nur noch eine Stufe über dem Ramschstatus. Die Bewertung für Irland wurde nicht angetastet.
S&P hatte Mitte Januar neun-Euro-Staaten herabgestuft und dabei unter anderem Frankreich die Bestbewertung AAA entzogen. Kurz darauf wurde zudem dem Euro-Rettungsschirm EFSF die Top-Bonitätsbewertung entzogen. Für die betroffenen Länder kann sich die schlechtere Bewertung in höheren Zinsen niederschlagen, wenn dies auch nicht zwangsläufig eintreten muss.
rts/dpa